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Landwirt stellt Baupläne vor: Neuer Stall für 1000 Schweine

Landwirt Thorsten Kuhmann aus Birlenbach hat am Dienstag dem Bau-, Planungs- und Umweltausschuss der Stadt Diez seine Pläne für einen Schweinemaststall für knapp 1000 Tiere vorgestellt. Rund 30 Bürger waren gekommen, um sich die Ausführungen anzuhören – und einige auch, um ihren Unmut zu zeigen. Der Ausschuss versagte sein Einvernehmen für das Projekt, das allerdings nur vorläufig und aus rein formalen Gründen.
Die Pläne für eine neue Schweinemastanlage zwischen Diez und Birlenbach stoßen auf Kritik. Foto: Jens Büttner (dpa-Zentralbild) Die Pläne für eine neue Schweinemastanlage zwischen Diez und Birlenbach stoßen auf Kritik.
Diez. 

Eine „offene und objektive“ Information über das, was Landwirt Thorsten Kuhmann außerhalb von Birlenbach geplant hat, kündigte Stadtbürgermeister Frank Dobra zu Beginn der Sitzung an. Zwischenrufe und Beifallsbekundungen aus dem Publikum verbat er sich – mit mäßigem Erfolg, wie sich im weiteren Verlauf herausstellen sollte.

Thorsten Kuhmann war mit seinem Sohn Daniel gekommen, dessen Existenz als Landwirt mit dem neuen Stall gesichert werden solle, wie Kuhmann Senior sagte. Außerdem mit dabei war der Planer Luitger Schnurbusch von der Firma At Ug, die schlüsselfertige Stallanlage plant und baut.

Er wolle in Zukunft die Ferkelproduktion und den Mastbetrieb trennen, sagte Kuhmann. Die Ferkelproduktion bleibe weiterhin im Ort, der neue Maststall für 980 Tiere werde nach „neuesten und besten Richtlinien“ zwischen Diez und Birlenbach gebaut. Jedes Tier werde mit einem Quadratmeter rund ein Drittel mehr Platz zur Verfügung haben, als vorgeschrieben. Dabei seien die Tiere nicht jeweils auf einen Quadratmeter beschränkt, sondern könnten sich in Gruppen von 20 bis 30 Tieren in einer entsprechend großen Fläche bewegen.

Es werde ausreichend Luft und Tageslicht geben, dazu auch Spielgeräte, die unter anderem den Wühltrieb der Tiere anregen. Verfüttert werden solle eigenes Getreide und später auch eigenes Eiweiß. Die Gülle werde wieder auf die eigenen Felder ausgebracht, so dass ein Kreislauf entstehe.

Weniger Gestank

Durch eine bodennahe Ausbringung einer weniger stark als bisher vergorenen Gülle werde sich die Geruchsbelastung in deutlichen Grenzen halten. Das Fleisch wolle er an zahlreiche Privatmetzgereien in der Region verkaufen. Auch mit Rewe und Edeka habe es schon vielversprechende Vorgespräche gegeben. Ziel sei es, lange Tiertransporte zu vermeiden, und vor allem den regionalen Markt zu bedienen. Man müsse Hochachtung dafür haben, wenn junge Menschen sich noch als Vollerwerbslandwirte sähen und dabei nicht nur Ackerbau, sondern auch Tierhaltung betreiben wollten, sagte Thorsten Kuhmann.

Auf deutliches Missfallen bei den Zuhörern stieß seine These, dass Wirtschaftswege mit Mitteln aus der Landwirtschaft bezahlt würden und deshalb auch vor allem der Landwirtschaft zur Verfügung stünden. Spaziergänger, Reiter und Hunde seien allenfalls „geduldete Gäste.“

Im Großen und Ganzen blieb es aber ruhig im Zuschauerbereich. Ab und an gab es Applaus für kritische Fragen oder Gemurre, wenn die Situation zu rosig dargestellt wurde. Jürgen Poths aus Birlenbach ließ es sich aber nicht nehmen, im Stile eines Nummerngirls beim Boxen ein Transparent an den Zuschauern entlang zu tragen, auf dem stand „Ist jetzt Märchenstunde?“

Keine Bauchentscheidung

Bürgermeister Frank Dobra wies darauf hin, dass der Gemeinderat nicht aus dem Bauch heraus entscheiden könne, sondern bei der Genehmigung an Recht und Gesetz gebunden sei. Wenn ein privilegiertes Projekt gegen keine Gesetze verstoße, gebe es wenig Möglichkeiten, die Zustimmung zu verweigern. Die Stadt muss innerhalb von zwei Monaten nach Eingang der Unterlagen ihr Einvernehmen erteilen oder versagen. Verpasst sie diese Frist, wird das als Zustimmung gewertet. Noch aber habe keine der beteiligten Fachbehörden eine Stellungnahme zu dem Projekt abgegeben, sagte Dobra. Auf deren Fachwissen sei man aber angewiesen. Deshalb hat der Ausschuss vorsorglich sein Einvernehmen verweigert. Mit den Stellungnahmen der Fachbehörden wird in den nächsten Wochen gerechnet. Dann soll die endgültige Entscheidung fallen.

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