Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer

Bis zu 200 Minderjährige im Kreis Limburg-Weilburg: Neues Zuhause für junge Flüchtlinge

Bis zum Jahresende rechnet der Landkreis Limburg-Weilburg mit 200 minderjährigen, unbegleiteten Flüchtlingen, die untergebracht werden müssen. Neben Pflegefamilien bietet die Einrichtung des Internationalen Bundes (IB) in Hadamar eine Möglichkeit, diese jungen Menschen unterzubringen und ihnen ein neues Zuhause zu geben.
Vitos-Geschäftsführer Martin Engelhardt (rechts) überreichte Peter Kastenholz, Bereichsleiter vom Internationalen Bund,  Fußbälle und Sportgeräte für die minderjährigen, unbegleiteten Flüchtlinge, die seit kurzem am Mönchberg wohnen. Bilder > Foto: Heike Lachnit Vitos-Geschäftsführer Martin Engelhardt (rechts) überreichte Peter Kastenholz, Bereichsleiter vom Internationalen Bund, Fußbälle und Sportgeräte für die minderjährigen, unbegleiteten Flüchtlinge, die seit kurzem am Mönchberg wohnen.
Hadamar. 

Eigentlich für 18 unbegleitete Jugendliche gedacht, beherbergt der Internationale Bund (IB) auf dem Mönchberg inzwischen 22 Jugendliche zwischen 13 und 17 Jahren. Michael Thiele, Geschäftsführer der Behindertenhilfe des IB, sowie Martin Engelhardt, Geschäftsführer von Vitos Hadamar, begrüßten diese jungen Männer zusammen in Hadamar. Peter Kastenholz, IB-Bereichsleiter der Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung Limburg-Weilburg, gab einen Einblick in die Arbeit vor Ort und wie sich das Miteinander gestaltet.

Zur Ruhe kommen

Die jungen Männer stammen aus Syrien, Eritrea, Guinea, Afghanistan und Albanien. Unterschiedliche Wege führten sie nach Deutschland, wo sie auch schon eine kleine Reise zwischen verschiedenen Stationen hinter sich haben. Sie sollen in Hadamar zur Ruhe kommen und wieder an ein geregeltes Leben herangeführt werden. 13 Erzieherinnen und Pädagogen helfen ihnen dabei. Vormittags gehen die Jugendlichen auf die Adolf-Reichwein- sowie Goetheschule, wo das Erlernen der deutschen Sprache im Mittelpunkt steht. Peter Kastenholz erzählte, dass die Jungen unterschiedliche schulische Vorbildungen besäßen. Alle hätten einen großen Bildungshunger.

Wie lange die jungen Flüchtlinge in Hadamar bleiben, sei ganz unterschiedlich. Können Verwandte ausfindig gemacht werden, werde eine Zusammenführung organisiert. Die IB möchte die Jugendlichen bei ihrem Weg in die Selbstständigkeit begleiten. Daher gibt es keinen Rund-Um-Service für die Jugendlichen, sondern sie müssen mit im Haushalt anpacken.

Peter Kastenholz lobte die gute Zusammenarbeit mit den Integrationslotsen. „Durch die Integrationslotsen können wir Sprachbarrieren überwinden“, so Kastenholz. Die Lotsen kommen mehrmals die Woche in die IB und helfen den Jugendlichen bei den Hausaufgaben oder spielen mit ihnen.

Gleichberechtigung

Zu Beginn taten sich einige Jungen schwer, die Frauen als Respektpersonen anzuerkennen. „Die Lotsen konnten ihnen in ihrer Sprache erklären, dass hier in Deutschland Gleichberechtigung herrscht und die Frauen auch etwas zu sagen haben“, so Kastenholz: Danach sei dies kein Thema mehr in der Einrichtung gewesen. Bei der Vermittlung von Werten und Normen seien die Lotsen ebenfalls eine sehr große Hilfe.

Aufgrund der großen Herausforderung plant der Internationale Bund weitere Einrichtungen in Hessen, erläutere Michael Thiele, um pädagogische Strukturen anzubieten, in denen minderjährige Flüchtlinge aufgenommen und versorgt werden können. lh

Zur Startseite Mehr aus Limburg

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse