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Oberzeuzheimer heißen Flüchtlinge willkommen

Alfred Enk (Achter von links) organisiert mit vielen weiteren Unterstützern die Hilfe für Flüchtlinge in Oberzeuzheim.	Foto: Thies Alfred Enk (Achter von links) organisiert mit vielen weiteren Unterstützern die Hilfe für Flüchtlinge in Oberzeuzheim. Foto: Thies
Hadamar-Oberzeuzheim. 

In Oberzeuzheim läuft die Hilfe für im Ort untergebrachte Flüchtlinge an: Sprachkurse haben begonnen und sollen weiter ausgebaut werden. Spender haben Fußbälle, Fahrräder und Kleidung beigesteuert.

„Wir können die Leute nicht einfach sich selbst überlassen“, ist Alfred Enk überzeugt. Damit meint der Ortsvorsteher von Oberzeuzheim gut 20 Flüchtlinge, die seit dem Spätherbst in der Nordstraße und der Birkenallee leben. Kurz entschlossen besuchte er vor einigen Wochen die sieben aus Eritrea stammenden Flüchtlinge in der Nordstraße. „Das sind liebe, aufgeweckte, ordentliche junge Burschen“, fasste er seinen Eindruck zusammen. Eine kurze Pressenotiz über den Besuch führte zu einer Welle der Hilfsbereitschaft. Freiwillige aus Oberzeuzheim und Umgebung stellten sich als Sprachlehrer zur Verfügung, Familien spendeten Fahrräder, Fußbälle und Kleidung.

Sprachkurse gestartet

Diese Spenden wurden jetzt an die Flüchtlinge ausgeteilt. Zugleich nutzte Alfred Enk die Gelegenheit, um Helfer und Diakon Werner Thomas als Vertreter der Kirche an einen Tisch zu holen. Denn sowohl die katholische als auch die evangelische Kirche engagieren sich bereits seit einigen Wochen mit Sprachkursen. Gustav Sommers aus Oberzeuzheim, der sich als Sprachlehrer zur Verfügung gestellt hat, will sich nun mit Carola Wagenbach aus der Kernstadt abstimmen, die dort bereits Sprachunterricht gibt. „Die Sprache ist das Wichtigste, damit die Leute im Alltag klarkommen“, sagt Werner Thomas. In Oberzeuzheim organisieren Helmut Esser von der Kolpingfamilie und Küsterin Maria Schmitt den Sprachunterricht im Pfarrheim mit.

Wenn die Sprachbarriere erst einmal abgebaut ist, sind gemeinsame Aktivitäten geplant. Raimund Schmidt, der schon die gespendeten Fahrräder in Stand gesetzt hat, will Radtouren unternehmen, Fußball steht hoch im Kurs und Alfred Enk kann sich vorstellen, gemeinsam mit alteingesessenen Einwohnern und Flüchtlingen kleine Instandsetzungsarbeiten in der Gemarkung in Angriff zu nehmen. „Es geht nicht darum, ihre Arbeitskraft auszunutzen, sondern ein Angebot zu machen. Es tut niemandem gut, wenn er morgens aufsteht und den ganzen Tag nichts mit sich anzufangen weiß“, betont Enk. Außerdem möchte er demnächst zum Hausbesitzer und zu den Bewohnern in der Birkenallee Kontakt aufnehmen.

Zuerst galt es am Mittwoch jedoch, die bereits gesammelten Spenden zu übergeben. Alfred Enk hatte dies weniger in seiner Funktion als Ortsvorsteher sondern vor allem aus dem Bedürfnis seiner Familie heraus organisiert, den Flüchtlingen zu helfen. Unter anderem hatten die Familien Enk, Sabel aus Niederhadamar und Kulbach aus Niederzeuzheim Fahrräder beigesteuert. Ein weiteres Fahrrad, Fußbälle und Sportkleidung kam von der Familie Hölzenbein aus Dehrn. Landrat Manfred Michel hatte zwei Fahrräder aus dem Fundus der kreiseigenen Gesellschaft für Ausbildung und Beschäftigung mobilisiert. Weitere Kleidung steuerte die Familie Kulbach aus Hausen bei.

„Schon ein Lächeln hilft“

„Dieser Umfang der Hilfe und vor allem die Offenheit wie in Oberzeuzheim gibt es sonst nirgends“, sagte Patricia Rauen, die Eigentümerin der Flüchtlingsunterkunft in der Nordstraße ist und deren Bewohner auch bei vielen Alltagssorgen unterstützt. Über die Flüchtlinge ist sie voll des Lobes. Obwohl viele von ihnen Schlimmes durchgemacht, auf dem Mittelmeer oder in der Sahara den Tod von Familienmitgliedern und Freunden miterlebt hätten, seien sie engagiert, hielten das Haus sauber und hofften, bald mit Alltag und Sprache besser zurecht zu kommen. Auch wer nicht spendet oder sich ehrenamtlich engagiert, kann nach den Worten von Diakon Werner Thomas etwas beitragen: „Ein Lächeln, wenn man sich im Ort begegnet und ein freundliches „Guten Tag“ hilft schon erheblich weiter.“ vt

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