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Oper und Operette werden nicht sterben

Zu einem besonderen Musikereignis hatte der GV „Frohsinn“ Erbach im Rahmen der Feierlichkeiten zu seinem 165-jährigen Bestehen eingeladen.
Keith Ikaia-Purdy und Ursula Ruperti harmonierten bei Stücken wie »Komm mit nach Varazdin«. Keith Ikaia-Purdy und Ursula Ruperti harmonierten bei Stücken wie »Komm mit nach Varazdin«.
Bad Camberg. 

Es war ein großartiges Musikereignis - darüber war sich das Publikum einig, das die Gala der Oper und Operette anlässlich des 165-jährigen Bestehens des GV „Frohsinn“ besucht hatte. Mit Ursula Ruperti, Axel Wagner, Keith Ikaia-Purdy, Annalena Schmid, Alexander Winn und Zachary Wilson hatte der Männergesangverein gemeinsam mit der Stadt Bad Camberg drei etablierte Künstler und drei junge Talente nach Bad Camberg geholt, die durch ihre Vielfältigkeit und ihr Zusammenspiel den Abend zu etwas ganz besonderem machten.

Mit der Ouvertüre aus „Le Nozze di Figaro“ begann die Operngala mit einem wahren Klassiker, musikalisch perfekt umgesetzt von den „Frankfurter Sinfonikern“, die den ganzen Abend lang Chor und Solisten begleiteten und auch in rein instrumentalen Stücken das Publikum mit ihrem Spiel begeisterten.

Im Anschluss betrat mit Axel Wagner ein Bass der alten Schule die Bühne. In Begleitung des Chors des Männergesangvereins „Frohsinn“ bot er die bekannte Arie „O Isis und Osiris“ aus Mozarts „Die Zauberflöte“ dar. Orchester, Sänger und Chor harmonierten dabei, wie auch bei allen weiteren gemeinsamen Stücken, hervorragend miteinander, so dass in keiner Weise auffiel, dass die verschiedenen Akteure normalerweise nicht zusammen musizieren.

Mit Annalena Schmid und Alexander Winn nahmen zwei aufstrebende Nachwuchssänger in ihrem Duett „Là ci clarem la mano“ die Zuschauer für sich ein und konnten sowohl stimmlich als auch schauspielerisch überzeugen.

Die sechs Sängerinnen und Sänger wechselten sich im Laufe des Abends in ihren Auftritten ab, interpretierten die Musikstücke mal allein, mal im Duett, in der Gruppe, oder in Begleitung des Chors, wodurch das Programm abwechslungsreich blieb.

Doch auch der Chor des GV „Frohsinn“ konnte mit „Soloauftritten“ punkten. Bei Liedern wie „Erhebet das Glas“ von Giuseppe Verdi und der sehr schönen Darbietung vom „Chor der Schmiedegesellen“ zeigten die 50 Sänger, dass sie professionellen Musikern in nichts nachstehen.

Unter der Leitung von Dr. Georg Hilfrich gaben die Mitglieder des „Frohsinns“ alles, und auch der Dirigent selbst zeigte sich höchst konzentriert und voller Energie und Elan. Dabei schaffte er es mühelos, Chor, Orchester und Solisten zu einer musikalischen Einheit zu verbinden.

Vor Beginn der Pause präsentierte Keith Ikaia-Purdy mit seiner kraftvollen Tenorstimme das von vielen sicherlich sehnlichst erwartete „Nessun dorma“ aus der Oper „Turandot“ und brachte damit den ersten Teil des Programms zu einem krönenden Abschluss.

Im zweiten Abschnitt des Abends fand ein Wechsel von Oper zur Operette statt. Mit etwas Verspätung - was ihm einen Lacher seitens des Publikums einbrachte - betrat Zachary Wilson die Bühne und machte sein Zuspätkommen gleich mit seiner wunderschönen Interpretation von Paul Linckes „Es war einmal“ wieder wett.

Besonders schwungvoll war das Zusammenspiel von Ursula Ruperti und Keith Ikaia-Purdy. Im Stück „Komm mit nach Varazdin“ ergänzten sich der Tenor Ikaia-Purdys und der klare Sopran der Sängerin perfekt und auch die schauspielerische und tänzerische Perfomance der beiden ließ nichts zu wünschen übrig.

Der in Deutschland lebende Amerikaner Michael Blevins führte unterhaltsam durch das Programm und zeigte sich besonders vom langjährigen Jubiläum des GV „Frohsinn“ beeindruckt. „Ich komme aus Kalifornien und wissen Sie was ? Vor 165 Jahren gab es Kalifornien noch nicht einmal !“ Blevins hatte zu jedem Lied und jedem der musikalischen Akteure interessante Informationen parat und wies auch mit Nachdruck auf die Besonderheit des Abends hin: „Wir haben heute etablierte, aber auch junge Sängerinnen und Sänger zu Gast, die alle eine klassische Gesangsausbildung erhalten haben und deshalb in der Lage sind, auch ohne Mikrofon zu singen. Das ist wichtig, denn: Die Oper darf nicht sterben.“ Und nach diesem vollkommen gelungenen Opernabend stimmte wohl jeder Zuschauer Blevins in diesem Punkt zu. jar

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