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Hohe Verluste beklagt: Parkhaus in Weilburg als "Millionengrab" ?

Etwa 550 Stellplätze besitzt Weilburg in den vier Parkeinrichtungen Rathaus, Innenstadt/Landtor, Hainallee und Odersbacher Weg. Deren Instandhaltung und Betrieb kostet die Stadt jedes Jahr eine Menge Geld. Wie viel genau wollte Hartmut Bock (SPD) nun vom Magistrat und der Stadtverordnetenversammlung wissen.
Viel Platz für Autos gibt es im Parkhaus am Landtor in Weilburg. Aus Sicht der SPD ein „Millionengrab“. Archivfoto: Johannes Laubach Viel Platz für Autos gibt es im Parkhaus am Landtor in Weilburg. Aus Sicht der SPD ein „Millionengrab“. Archivfoto: Johannes Laubach
Weilburg. 

Als „Klotz am Bein der Stadt“ bezeichnet der Stadtverordnete Hartmut Bock das Parkhaus Innenstadt/Landtor. Gebaut anlässlich des Hessentages 2005, stünden viele der 193 Parkplätze unterhalb der neuen Stadtumfahrung die meiste Zeit leer, so Bock. In Zahlen ausgedrückt, sieht die Situation dort so aus: Knapp 14 000 Euro Ertrag hat das Parkhaus im vergangenen Jahr eingebracht. Dem stehen Aufwendungen von gut 51 000 Euro gegenüber, macht in der Summe einen Verlust von gut 37 000 Euro.

2016 gab es noch weniger Erträge bei höheren Aufwendungen und somit ein negatives Ergebnis von knapp 47 000 Euro. „Eine Fehlinvestition“ und „ein Millionengrab“, urteilt Hartmut Bock.

Mehr Platz und Licht

Die Stadt will das Parkhaus bei Besuchern attraktiver machen und so die Auslastung verbessern. Man hat inzwischen eine Videoanlage eingebaut, außerdem könnte die Verbreiterung der Stellplätze und mehr Licht zu einer Optimierung beitragen, heißt es in der Antwort von Bürgermeister Dr. Johannes Hanisch (CDU) auf Bocks Anfrage.

Attraktiver ist zuletzt auch das Parkdeck am Rathaus mit seinen etwa 260 Stellplätzen geworden. Dort wurde die erste Ebene bereits saniert, die weiteren sollen folgen. Die Abschreibungen für den Mitte 2016 abgeschlossenen ersten Teil der Modernisierung schlagen sich auch in der Bilanz nieder: So sind die Aufwendungen für das Parkdeck am Rathaus in den vergangenen zwei Jahren stark angestiegen. „Dazu kommen etwas höhere laufende Aufwendungen, weil dort eine Schranke eingebaut wurde“, erklärt Marion Schmidt, stellvertretende Fachbereichsleiterin für Finanzen bei der Stadt.

Eben diese Schranke hat am Rathaus aber auch dafür gesorgt, dass die Erträge dort erheblich angestiegen sind. Musste man vorher dort „nur“ ein Parkticket lösen oder auf sein persönliches Knöllchen-Glück hoffen, regelt nun ein Schlagbaum die Ein- und Ausfahrt – Schwarzparken ist so unmöglich geworden. Das hat die Erträge im vergangenen Jahr auf fast 80 000 Euro ansteigen lassen. Die hohen Abschreibungen in den ersten Jahren sorgen dennoch für ein negatives Ergebnis von gut 20 000 Euro. Durch das neue Schrankensystem könne man die Dauerparker nun auch genau verbuchen, so Schmidt. Insgesamt 303 gibt es davon laut Stadt im Parkdeck am Rathaus.

Dass die Parkplätze schlecht ausgelastet sind, liege auch daran, dass die Stadt vieles an den Stadtrand verlagert habe, sagt Hartmut Bock. „Wer dort im Einzelhandel kauft, parkt nicht in der Altstadt.“ Die Situation sei nicht einfach zu lösen, aber der Sozialdemokrat wünscht sich, dass man langfristige Perspektive entwickelt und nach kreativen Lösungen sucht. „Die Parkplätze am Rathaus und am Odersbacher Weg werden gebraucht“, so Bock. „Die Einrichtungen am Landtor und in der Hainallee sind meiner Meinung nach verzichtbar.“

Sanierungsbedarf

Das sieht die Stadt anders. „Die Parkeinrichtungen sind vorhanden und erforderlich“, heißt es in der Antwort des Bürgermeisters. Eine eventuelle Stilllegung würde zu zusätzlichen Kosten führen, denen allerdings keine Ertragspositionen gegenüberstünden. Außerdem sei „gerade während der Woche sowie bei Veranstaltungen die vorhandene Kapazität notwendig und erforderlich“.

Dringender Sanierungsbedarf herrscht auch am Parkdeck am Odersbacher Weg. Die 30 Stellplätze werden vor allem von Kunden der Post und der gegenüberliegenden Sparkasse genutzt. Für die Sanierung stehen im aktuellen Haushalt Mittel bereit. Außerdem finden, so der Bürgermeister, aktuell Gespräche zwischen der Stadt und der Kreissparkasse statt. Über deren Ausgang sollen die städtischen Gremien so bald wie möglich informiert werden.

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