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Pfundskerle und fesche Madln

Nach 40 Jahren Vereinsgeschichte gab es diesmal eine Premiere: eine Oktoberfest-Kirmes, die erste Flachter Ras’n.
»Krüge hoch« hieß es auch für diese gutgelaunte Tischrunde.	Fotos: Kahl Bilder > »Krüge hoch« hieß es auch für diese gutgelaunte Tischrunde. Fotos: Kahl
Flacht. 

Schon bei der Gründung der Flachter Kirmesgesellschaft sei der Erhalt der Kirmes oberstes Gebot gewesen und habe allen am Herzen gelegen, berichtete der Vorsitzende Heiko Schutzbach am Sonntagmittag im Rahmen eines kleinen Festkommerses. Dabei sei es aber nicht nur um das Tanzen gegangen, sondern um das Miteinander in der Gemeinde. Die Begeisterung der Mitglieder hielt über vier Jahrzehnte an, und nun habe man im Jubiläumsjahr etwas Neues ausprobiert, so Mitglied Sascha Malz. Er wusste, dass sich viele Flachter schon mit Lederhosen und Dirndl eingedeckt hatten, und auch die Aartalhalle war entsprechend dekoriert worden und präsentierte sich weiß-blau. Bevor Heiko Schutzbach zum gemütlichen Teil des bayerischen Frühschoppens überleitete, ehrte er mit Adolf Ohl, Hermann Weyl. Dieter Müller, Peter Dick, Inge Hasselbach, Wolfgang Weyl, Ewald Viehmann und Wilhelm Weyl Personen, die seit 40 Jahren in der Kirmesgesellschaft aktiv sind.

„Krüge hoch“ hieß es bereits am Samstagabend, an dem die Stimmungskapelle „Reinheitsgebot“ mit gaudigeladenen Polkas, Wies’n-Hits und bekannten Gassenhauern zum Mitschunkeln, -singen und -tanzen animierte. Sie gaben einen Ohrwurm nach dem anderen zum Besten - „Resi, i' hol' Di' mit mei’m Traktor ab“, „Koa Hiatamadl“ oder „Eine weiße Rose“, alles in ganz eigenen, urig-rockigen Mitmach-Versionen, die einfach Spaß machten. Schon vor dem offiziellen Fassbieranstich durch Ortsbürgermeister Thomas Scheid ging’s für das frohgelaunte und fast ausnahmslos in bayerischer Tracht gekleidete Publikum auf die Stühle.

Am Sonntagmorgen ging die Ras’n dann in die zweite Runde. Zunächst begrüßte Pfarrer Daniel Cremers die Besucher zum Festgottesdienst in der Halle. Anhand eines Bierhumpens machte er deutlich, dass seine Attribute - „Der Humpen ist durchsichtig, er ist offen, er ist standfest und stabil und sein Inhalt lässt Freude aufkommen“ - im gleichen Maße auch für die Kirche gelten sollten. „Genau so wie ein Glas, so soll auch die Kirche durchsichtig und offen sein, Halt geben und Freude bereiten. Und genau so wie ein frisch gezapftes Glas Bier, so soll auch die Kirche freundlich einladend sein und man soll sich bei ihr wohlfühlen können“, predigte Cremers im Grunde über ein hochaktuelles Thema.

Ein Weißwurstfrühstück, anschließend wieder knusprige Haxen und Oktoberfestwurst ließen um die Mittagszeit noch mehr Flachter in die Halle strömen, denn bei vielen blieb zu Hause die Küche kalt. Mit begleitender Live-Musik durch „Gaudi Express“ ging’s einer mit Preisen reichlich bestückten Tombola entgegen, nur unterbrochen durch die Kaffee- und Kuchentafel und einem köstlichen Auftritt der Kita-Kinder.

Gestern klang die Kirmes mit dem traditionellen Frühschoppen aus. Heiko Schutzbach und seine Gesellschaftsmitglieder freuten sich über die gute Entscheidung, die Flachter Kirmes in ihrer traditionellen Form durch die Ras’n zu ersetzen.

Ein gelungener Coup, der durch tolle Besucherzahlen und begeistertes Feedback belohnt wurde. Anscheinend hat die Ras’n im Jahresprogramm von Flacht und der Aarregion ihren Platz gefunden.

(Rolf-Peter Kahl)
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