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Prachtstücke in Occhi und Hardanger

Einen Rückblick in die gute alte Zeit der Handarbeiten ermöglichte eine kleine Ausstellung und vor allem die praktische Demonstration dieser Fertigkeiten im evangelischen Gemeindehaus der Aargemeinde.
Rein technisch gesehen sind Spitzen netzartig gemusterte, kunstvolle Textilprodukte aus Leinen, Seide oder Baumwolle, die von Hand oder maschinell hergestellt werden. Bekannteste Technik ist das Klöppeln. 	Foto: Kahl Rein technisch gesehen sind Spitzen netzartig gemusterte, kunstvolle Textilprodukte aus Leinen, Seide oder Baumwolle, die von Hand oder maschinell hergestellt werden. Bekannteste Technik ist das Klöppeln. Foto: Kahl
Flacht. 

Einen Rückblick in die gute alte Zeit der Handarbeiten ermöglichte eine kleine Ausstellung und vor allem die praktische Demonstration dieser Fertigkeiten im evangelischen Gemeindehaus der Aargemeinde. Anlass war der traditionelle Kreativmarkt des Kreativ-Kreises des evangelischen Frauenkreises Flacht, der seit vielen Jahren den Erlös dieser Veranstaltungen an soziale Einrichtungen in der heimischen Region spendet.

„Klöppeln ist meine Leidenschaft“, sagt Edith Scherer aus Limburg-Blumenrod. „Ein Großteil meiner Freizeit nutze ich zur Herstellung von Zierstücken aller Art“, erklärt die 58-Jährige, die seit etwa 20 Jahren diesem Hobby nachgeht. „Es macht mir so viel Spaß, dass ich aufpassen muss, dass es nicht zu einer Besessenheit wird und ich mich nicht unter Stress setze“, erläutert sie und ergänzt, dass sie innerhalb eines VHS-Kurses auf diese alte Handarbeitskunst aufmerksam wurde. Seitdem führt sie ihr Weg regelmäßig auch nach Annaberg-Buchholz, wo sie sich weiterbildet, und sie sammelt alles an Literatur, was sie bekommen kann. An fertigen Objekten, die sie auf einer großen Stelltafel aufgezogen hatte, erklärte sie ihren staunenden Zuschauern, dass einzelne Stücke eine Fertigungszeit von fast 50 Stunden und mehr verlangen. 1476 erstmals in der Literatur erwähnt, breitete sich die Klöppelspitze von Italien her in ganz Europa aus und wurde unter Adligen zu einem exklusiven Schmuck vor allem für Kleidung und Hauswäsche. Interessanterweise entwickelte jede Region das ursprüngliche Verfahren auf ihre eigene Weise weiter, was dazu führte, dass viele unterschiedliche Techniken des Klöppelns entstanden.

Hardanger und Occhi

Bei Brigitte Ludwig (63) aus Hünfelden-Nauheim gab es handgefertigte Stickereien in allen Variationen und Motiven zu bestaunen. Filethäkeldecken, Decken für die kalte Jahreszeit, Wäschebänder und Wandschmuck, Kissen oder liebevoll gearbeitete Kartengrüße. Sie haben ihren Namen aus der norwegischen Hardanger-Region, wo sie hauptsächlich für Trachtenblusen und Schürzen angewandt wurden. Die Technik ist orientalischen Ursprungs. Die ersten Durchbruchstickereien entstanden im 7. Jahrhundert in Persien und gelangten nach Italien. Hauptsächlich edle Damen fertigten Tischdecken und Altartücher, die im italienischen „reticella“, also kleines Netz, genannt wurden Brigitte Ludwig stellte aber auch die Occhi-Technik vor und ließ sich bei der Herstellung der filigranen Stücke über die Schulter schauen.

Occhi (italienisch: Augen) ist eine Handarbeitstechnik, bei der mittels des auf ein Schiffchen aufgewickelten Fadens Spitzen hergestellt werden. Da die einzelnen Glieder der Spitze wie kleine Augen aussehen, nennt sich diese Technik Occhi. Beide Techniken praktiziert die Nauheimerin etwa seit 15 Jahren.

(Rolf-Peter Kahl)
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