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Garten: Prächtige Gemüsebeete, blühende Büsche, romantische Plätze unter grünem Blätterdach

Die Idee der „Offenen Gärten“ ist in Hahnstätten im wahrsten Sinne des Wortes auf „fruchtbaren Boden“ gefallen. Immer mehr Gartenbesitzer erkennen das Potential ihres Gartens, öffnen ihre Tore und freuen sich darüber, mit Besuchern zu fachsimpeln, die Frauenmantel nicht nur im Kleiderschrank suchen und bei Ehrenpreis nicht an eine Auszeichnung für Veronika denken.
Familie Renate und Ulrich Hoffmann gehört ein Garten mit dieser lauschigen, überdachten Sitzecke. Bilder > Foto: Rolf Kahl Familie Renate und Ulrich Hoffmann gehört ein Garten mit dieser lauschigen, überdachten Sitzecke.
Hahnstätten. 

Die Idee für den „Tag der offenen Gärten“ stammt aus England, wo Privatleute zu bestimmten Terminen zur Besichtigung ihrer Gärten einladen. Nach dem Erfolg ihrer Premieren-Veranstaltung im Jahre 2006 hat sich solch ein Tag auch in Hahnstätten etabliert. Im Zwei-Jahres-Rhythmus veranstaltet der Obst- und Gartenbauverein Hahnstätten einen Tag der offenen Hahnstätter Gärten.

206 Mitglieder zählt der Verein und rund 120 von ihnen haben auch einen Garten. Sieben Vereinsmitglieder und andere Privatpersonen machten am Wochenende beispielhafte Gartenanlagen kostenlos zugänglich.

Der Reiz der Veranstaltung liegt darin, dass nicht nur ein Werk bewundert werden kann, sondern der Besucher zugleich die Erschaffer kennenlernt. Gärten sind immer ein Ausdruck der persönlichen Lebensphilosophie. „Das ist alles kein Schönheitswettbewerb“, betont der Vereinsvorsitzende Reiner Keitsch. „Es geht vor allem um eine gute Nachbarschaft und das Kennenlernen der Gartenbesitzer.“ Ziel des Aktionstags ist es, den Besuchern zu zeigen, dass in den verborgenen Höfen und Gärten in der Aarmetropole eine bunte Vielfalt zu entdecken ist. „Jeder Garten und Hof ist etwas Besonderes“, sagt Keitsch. „Viele denken, dass ihr Garten nichts Besonderes wäre, das stimmt aber sicher nicht.“

Verstecktes Paradies

Zentraler Treffpunkt für Besucher war diesmal der Garten von Peter (72) und Gerlinde (70) Handl in der Marktstraße. Von der Straße aus ist nicht ansatzweise zu erahnen, welch ein Paradies sich hinter den unmittelbar an der Straße gepflanzten Rosenbüschen auftut. Auf rund 1500 Quadratmetern blüht, wächst und gedeiht dort eine solche Vielfalt an Blumen, Pflanzen, Bäumen, Sträuchern, Gemüse, Gräsern und Kräutern, dass einem die Augen übergehen. Es gibt eigentlich nichts, was man im „zweiten Wohnzimmer“ der Handl’s nicht findet. Sämtliche Gemüsesorten, Kartoffeln, Bohnen, Erbsen, Gurken, alle Beerenarten, Äpfel, Pfirsiche oder Pflaumen (drei Sorten) und sogar eine Bananenpflanze wachsen dort in absolut bester Qualität. Die Rhododendren sind haushoch, die unterschiedlichsten Blumensorten duften wie Parfüm und die Hortensien gibt es in bunter Farbenvielfalt. „Bei solch schönem Sommerwetter, wie wir es heute Nachmittag genießen, im Garten sein zu dürfen, ist die Belohnung für das bisschen Pflege, das er braucht“, schmunzelt Peter Handl. Den Begriff Garten-„Arbeit“ gibt es für ihn nicht. Aber dann gibt er doch zu, dass er von März bis Oktober, täglich (von 10 bis 19 Uhr) in seinem Garten zu finden ist. Allein um alles zu wässern, benötigt er mehrere Stunden. Nachmittags kommt Ehefrau Gerlinde hinzu. Seit 24 Jahren sind die Handls Pächter des Gartens, der selbstverständlich auch (mehrere) Gartenhäuschen, Gewächshaus, mehrteilige Kompostanlage, Goldfischteich und Zierbrunnen besitzt. Ursprünglich kommen sie aus der Nähe von Meißen und besaßen dort einen (gleichgroßen) Garten. „Ende 1990 wurde unsere Datscha fertig und im Frühjahr 1991 sind wir dann rüber“ erzählen sie.

Pool und Sitzecken

Viele Stammbesucher dieser alle zwei Jahre stattfindenden Veranstaltung und „Alt-Hahnstätter“ waren am Sonntag ganz besonders auf einen Garten gespannt. Seit einem Jahr ist die Apothekerfamilie Hoffmann neuer Eigentümer dieses Gartens. Renate und Ulrich Hofmann durften am Sonntag viele Komplimente für die Öffnung dieses direkt zwischen Aar und den Eisenbahnschienen gelegenen Gartens entgegennehmen. „Einfach traumhaft, was hier jahrelang im Verborgenen lag“, stellte eine ältere Dame fest. Es gibt ein stilistisch gut abgestimmtes Gartenhauses, einen Teich mit Steg, einem Swimming-Pool mit einer aus Bruchsteinen gemauerten, überdachten Sitzecke, weitere Mäuerchen, Treppen und Terrassenanlagen sowie als absoluten Hingucker ein überdachtes französisches Bett, eingehaust unter dichtem hohen Grün. „Da kann man schon mal ein zwei Stündchen liegen“ versicherte Ulrich Hoffmann. „Gärten sind für viele Menschen die wichtigste Verbindung zur Natur. Als Orte der Naturerfahrung bieten sie Raum für eine erfüllende und sinnvolle Freizeitbeschäftigung, nach der sich immer mehr Menschen gerade in unserer schnelllebigen Zeit sehnen“, freut sich Vereinsvorsitzender Keitsch über den starken Besuch. Er versicherte, das Gartenfreunden auch zukünftig die Möglichkeit geboten werde, ganz zwanglos schöne Gärten zu besuchen, Anregungen zu sammeln und nette „Gartengespräche“ zu führen. Gleichzeitig soll damit für die Erhaltung der Gartenkultur geworben werden.

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