Lade Login-Box.
E-Paper
Abo & Service Immo Stellen Trauer

Pro Oberlahn: Chance oder Utopie?

Weilburg. 
Mitstreiter der Initiative »Pro Oberlahn« , die Weilburg erneuern wollen. 	Foto: Horz Bild-Zoom
Mitstreiter der Initiative »Pro Oberlahn« , die Weilburg erneuern wollen. Foto: Horz

Vor einigen Jahren platzte die Idee „Rathausterrassen“, die Weilburg vor dem Ausbluten retten sollte, seit vier Jahren wird über eine „Altstadtgalerie“ geredet und diskutiert, bei der es kein Vorankommen gibt, und jetzt soll eine Initiative „Pro Oberlahn“ mit einer „Erneuerung der Weilburger Kernstadt“ das Heil bringen.

 

Leben in die Altstadt

 

Präsentiert wurde die Idee „Pro Oberlahn“ jetzt von deren Sprechern Volker Mühl (Löhnberg) und Bürgermeister Hans-Peter Schick (parteilos) sowie Mitstreitern aus Wirtschaft und Handel, Kultur und Finanzen, die sich die Mitwirkung von Investoren und Immobilienbesitzern wie auch das Wohlwollen und die Mitarbeit der Bürger erhoffen. In der Aula der Wilhelm-Knapp-Schule zeigten sie auf, was ihrer Ansicht nach in die Tat umgesetzt werden könnte, um wieder mehr Leben in die Altstadt Weilburgs zurückzuholen.

Erste Aufgabe sei es, mehr Menschen in die Innenstadt zu holen nach dem Prinzip: Erst wenn mehr Menschen in der Altstadt wohnen, zieht der Handel nach. Die Nachfrage nach Leben am Fluss sei groß, wie Gießen, Wetzlar, aber auch Lahnau und Solms zeigten, glauben die Initiatoren. Weilburg habe mit der Lahnschleife die schönste Stelle des Flusses. Die Kommunalpolitik habe es in der Hand, mit der Bauleitplanung Voraussetzungen hierfür zu schaffen, ohne das historische Stadtbild zu zerstören.

Der Initiative schwebt eine Vision aus Einkaufen, Wohnen und Erleben vor, in der neuer Wohnraum und kulturelle Angebote geschaffen werden. Da sich die Probleme in zwölf Monaten nicht lösen lassen, werben Schick und Mühl um Geduld. Aber bis 2025 sei einiges machbar, was die beiden Ideengeber sich auf einem Extrablatt unter dem Titel „Weilburger Utopie“ erträumen.

 

Auch Bürger sind gefragt

 

Einen Schwerpunkt setzen die Mitstreiter von „Pro Oberlahn“ beim Thema „Bildung und Kultur“, mit denen Schülerinnen und Schüler in die Innenstadt gelockt, Bildungsangebote für alle Generationen angesiedelt und das Kulturangebot stärker vermarktet werden sollen. Erst danach gehe es darum, Einkaufs- und Erlebnismöglichkeiten zu schaffen, vor allem auch für jüngere Einwohner. Der nächste Schritt sei nun, einen Masterplan für die bauliche Entwicklung der Innenstadt zu schaffen und Investoren, etwa für den Bau neuer Wohnungen oder einer Markthalle, zu gewinnen, gleichzeitig aber auch Hauseigentümer davon zu überzeugen, Geld in die Hand zu nehmen. Fördertöpfe wie „städtebaulicher Denkmalschutz“, „Ortskernbelebung“ und „Lokale Ökonomie“ sollen angezapft werden. Als Träger der Projekte komme eine noch zu gründende Stadtentwicklungsgesellschaft oder auch die Weilburger Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft in Betracht. Die Stadt könne ihre Anteile an der Wohnungsbaugesellschaft von 98 auf 51 Prozent reduzieren und so zahlungskräftige Gesellschafter mit ins Boot holen. Aber auch die Bürger seien bei der Gestaltung gefragt: Sie sollen sich eine Meinung bilden und Verantwortung für ihre Stadt übernehmen – jeder nach seinen Möglichkeiten, meint Volker Mühl.

Die Weilburger Innenstadt sei aber nur der Anfang. Wenn diese Herkulesaufgabe geschafft sei, wollen die Akteure auch im Umfeld Denkanstöße liefern und Projekte anstoßen. Das ausgegebene Ziel: das Mittelzentrum Weilburg und die Oberlahnregion stärken.

(Manfred Horz)
Zur Startseite Mehr aus Limburg

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2016 Frankfurter Neue Presse