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Limburger Bischofs-Skandal: Protz-Tourismus: Ist Tebartz gut fürs Geschäft?

Der Skandal um den gestürzten Luxus-Bischof Tebartz-van Elst könnte zum Segen für die Domstadt Limburg werden. Der Tourismus in der Stadt boomt.
Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst. Foto: dpa Bilder > Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst. Foto: dpa
Limburg. 

Rund eine Million Touristen besuchen jedes Jahr Limburg als Tagesbesucher, um sich vor allem die Altstadt und den Dom anzuschauen. Diese Zahl nannte Bürgermeister Martin Richard (CDU) in der Stadtverordnetenversammlung am Montagabend. Dabei handelt es sich um eine Schätzung, da „die Zahl der Tagesbesucher . . . nicht exakt erfasst werden kann“, antwortete Richard auf eine Anfrage des CDU-Stadtverordneten Stefan Muth.

Bilderstrecke Protz-Tourismus in Limburg: Sightseeing mit Tebartz
Erinnern Sie Sich noch an den? Der Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst geriet wegen seiner Verschwendungssucht in die Schlagzeilen. Das Wort vom »Luxus-Bischof« machte die Runde. Inzwischen ist der Skandal-Bischof von seinem Amt zurückgetreten. Doch wie sich dann zeigte: Tebartz ist gut fürs Geschäft. Der Tourismus in Limburg boomt. Fotos: dpa, Sascha BraunEs gibt zwar noch keine exakten Zahlen, doch der Limburger Bürgermeister Martin Richard (CDU) geht davon aus, dass die Zahl der Tagestouristen im schönen Limburg durch den Bischofs-Skandal erheblich ansteigen wird. Was könnten Touristen bei einer Tebartz-Tour durch Limburg alles bestaunen?Zur Erinnerung: Die Renovierung der Bischofsresidenz auf dem Limburger Domberg war der Auslöser für den Skandal. Unter Tebartz-van Elst wurde der Bau in ein Luxus-Domizil vom Feinsten verwandelt. FNP.de lädt Sie mit dieser Bilderstrecke zu einer (leider nur medialen) Führung ein.

Dieses Jahr dürften es deutlich mehr Tagestouristen werden – der Aufregung um Limburgs ehemaligen Bischof und seine teure Residenz sei Dank. „In der Tat verfestigt sich der subjektive Eindruck, dass die Zahl der Tagesgäste in Limburg deutlich gewachsen ist“, antwortete Richard auf Muths Anfrage. „Dazu dürfte auch die massive mediale Präsenz der Stadt infolge der Entwicklungen am Domberg beigetragen haben. Gerade in den Fernseh-Beiträgen wurden meist sehr schöne Aufnahmen aus der Luft sowie von Dom und Altstadt gesendet, die das Interesse am persönlichen Besuch unserer Stadt weckt.“

Der Stadtverordnete hatte vom Bürgermeister wissen wollen, wie sich die Zahl der Übernachtungen in den vergangenen Jahren in Limburg entwickelt hat und ob es eine Steigerung der Tagesgäste gegeben habe und mehr Stadtführungen angeboten werden. Denn nach Stefan Muths Beobachtungen gibt es immer mehr Touristen in Limburg.

Bilderstrecke Der Luxus-Bischof von Limburg
Eine teure neue Residenz, ein Luxusflug nach Indien, prunkvolle Gottesdienste - seit langem gibt es Verschwendungsvorwürfe gegen den Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst. Das Vertrauen der Gläubigen ist erschüttert. Am 26. März 2014 wurde nun schließlich bekannt: Der Papst lässt den gestrauchelten Bischof nicht in sein Bistum zurückkehren.<br />&nbsp;<br />In unserer Fotostrecke listen wir chronologisch auf, warum der Limburger Bischof in Ungnade gefallen ist. Im zweiten Teil unserer Strecke sehen Sie dann Bilder vom Sitz des "Limburger Oberhirten." Fotos: Archiv19. August 2012: Tebartz-van Elst wird Verschwendung vorgeworfen. Er sei erster Klasse nach Indien geflogen, um dort soziale Projekte zu besuchen, berichtet das Magazin «Der Spiegel». Das Bistum weist die Vorwürfe zurück.29. Mai 2013: Die Hamburger Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Limburger Bischof wegen möglicher Falschaussage über ein Upgrade in die Business-Class bei einem Flug nach Indien.

Die Zahl der Übernachtungen ist zwischen 2010 und 2013 um 8,5 Prozent gestiegen, teilte Richard mit. Im vergangenen Jahr verzeichnete der Verkehrs- und Verschönerungsverein gut 156 000 Übernachtungen. Im Schnitt bleiben Übernachtungsgäste eine Nacht in Limburg, die durchschnittliche Verweildauer beträgt 1,7 Tage. Auch die Zahl der Prospektanfragen stieg zwischen 2010 und 2013 um 7,6 Prozent. Rückläufig war dagegen die Zahl der Stadtführungen um knapp zehn Prozent zwischen 2010 und 2013, was sich auch bei den Teilnehmern niederschlägt mit einem Rückgang von 36,5 Prozent. Richard erklärte diesen Rückgang mit den Effekten aus dem Jubiläumsjahr 2010 und der „kalten und verregneten Saison 2013“. dick

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