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Alarmierende Ergebnisse: Repräsentative Umfrage: Bahnhofsplatz macht Angst

Von Die Bürger in Limburg fühlen sich zunehmend unsicher in der Kernstadt, vor allem auf dem Bahnhofsplatz, und wünschen dort deutlich mehr Präsenz von Polizei und Ordnungsamt. Und: Jeder dritte Limburger, der Opfer einer Straftat geworden ist, zeigt diese nicht bei der Polizei an. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage.
Foto: Anette in Concas

Wir müssen uns die Dietkircher als sehr glückliche Menschen vorstellen. Denn es gibt nicht annähernd einen Stadtteil in Limburg, in der sich die Bürger so sicher fühlen wie in Dietkirchen – immerhin knapp 78 Prozent. Das ist die gute Nachricht einer repräsentativen Umfrage in Limburg über das subjektive Sicherheitsgefühl in der Stadt und „persönliche Angsträume“.

Es gibt aber auch schlechte Nachrichten: Noch nie haben so viele Limburger Angst empfunden oder sich unwohl gefühlt, vor allem auf dem Bahnhofsplatz. Knapp 40 Prozent gaben in einer repräsentativen Befragung an, ihr Sicherheitsgefühl in Limburg habe sich in den vergangenen fünf Jahren „stark verschlechtert“, gut 24 Prozent erklärten, ihr Sicherheitsgefühl habe sich „etwas“ verschlechtert.

Mehr als 5000 Befragte

„Die Bevölkerung fühlt sich deutlich unsicherer“, erklärte Professor Gerhard Schmelz von der Hessischen Hochschule für Polizei und Verwaltung in Wiesbaden am Mittwochabend im Haupt- und Finanzausschuss. Schmelz und seine Studenten hatten im Auftrag der Stadt Bürger nach ihrem Sicherheitsgefühl befragt. Eine solche repräsentative Befragung gab es zuletzt im Jahr 2010. Jeder zweite Limburger Haushalt bekam vor gut einem halben Jahr einen Fragebogen zugeschickt; knapp 3800 Haushalte nahmen das freiwillige Angebot an. Die Ergebnisse sind also repräsentativ.

Zusätzlich gab es eine gleichlautende Umfrage im Internet mit knapp 900 Teilnehmern sowie eine Zufallsbefragung von gut 370 Bürgern in der Stadt. 53 Prozent aller Befragten waren Frauen. An der Haushaltsbefragung nahmen überwiegend ältere Menschen teil, die 41 Jahre und älter sind.

Der „persönliche Angstraum“ Nummer 1 in Limburg ist mit großem Abstand der Bahnhofsplatz: Knapp 49 Prozent der Teilnehmer an der Haushaltsbefragung gaben an, sich dort unwohl zu fühlen.

Was verursacht diese Angst? Migranten und Ausländer werden mit 28 Prozent am häufigsten genannt, gefolgt von der Angst vor Straftaten und Anpöbeln (knapp 25 Prozent).

Als besonders bedenklich stuft Schmelz die Tatsache ein, dass knapp 60 Prozent der Befragten Orte meiden, an denen sie Angst empfinden. „Das Vermeidungsverhalten ist ein Verlust an Lebensqualität“, sagte er. Deshalb sollte die Polizei auch an der Sondereinheit festhalten, die für mehr Sicherheit auf dem Bahnhofsplatz sorgt.

Polizeipräsenz gefordert

Um sich sicherer zu fühlen, fordern die Teilnehmer an der Haushaltsbefragung mehr Präsenz (knapp 38 Prozent) und mehr Kontrollen von Polizei und Ordnungsamt (knapp 23 Prozent), mehr Beleuchtung (knapp 14 Prozent) und mehr Videoüberwachung (knapp neun Prozent).

Ein weiteres bedenkliches Ergebnis der Umfrage: Von den Befragten, die angaben, sie seien in den vergangenen zwölf Monaten Opfer einer Straftat geworden, erklärte jeder Dritte, er habe keine Anzeige bei der Polizei erstattet. „Von einem unglaublichen Dunkelfeld“, sprach Professor Schmelz, der selbst als Polizist aktiv war. Deshalb seien die Kriminalitätsstatistiken der Polizei auch mit Vorsicht zu genießen. Denn diese würden nicht „die Kriminalitätswirklichkeit“ abbilden.

Der Erste Stadtrat Michael Stanke (CDU) kündigte an, die Stadt habe bereits mit der Polizei einen Termin im Juli vereinbart. Angesichts der Ergebnisse der Umfrage gehe er davon aus, dass ein Termin nicht reichen werde. Bürgermeister Dr. Marius Hahn (SPD) sagte, die Stadt stelle bereits mehr Präsenz her durch das Ordnungsamt. Auf Wunsch der CDU-Fraktion soll der Magistrat konkrete Vorschläge erarbeiten, um die Situation zu verbessern.

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