E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Limburg an der Lahn 30°C

Bad Camberger Gesundheitstage: Respekt: Samurai-Shiatsu

Von Die Bad Camberger Gesundheitstage sind immer eine gute Gelegenheit, etwas dazuzulernen und mitzumachen. Eine intensive Erfahrung für interessierte Gäste.
Trainerin Saskia Hornemann (hinten rechts bei Margot Nemeczek) erklärt, wie sie sich diese Pilates-Übung vorstellt. Foto: Petra Hackert Trainerin Saskia Hornemann (hinten rechts bei Margot Nemeczek) erklärt, wie sie sich diese Pilates-Übung vorstellt.
Bad Camberg.  Die Schultern weg von den Ohren, Arme und Beine weit gestreckt, und, ach ja: An das Powerhaus denken. Das ist ganz wichtig beim Pilates, und während sich alle bemühen, den Beckenboden nach oben und den Nabel nach innen zu ziehen (diese feste Position in der Körpermitte ist das Powerhaus) geht Saskia Hornemann durch die Reihen. Sie prüft den festen Stand, schaut, ob die Anspannung stimmt, die Füße richtig stehen, die Arme gut gestreckt sind. Die Trainerin wird eine Stunde bei den Bad Camberger Gesundheitstagen geben. Im Clubraum des Kurhauses ist zunächst Pilates, dann Rückenschule angesagt. Das Bad Camberger Sportcenter gestaltet diese beiden der stündlich wechselnden Angebote. Dabei gibt es natürlich einiges zum Mitmachen.

Der Selbst-Test

Ich teste auch. Sechs Teilnehmerinnen, drei mit und drei ohne Pilates-Erfahrung, rollen ihre Matten aus. Auf Strümpfen geht es auf die Fläche. Wir trainieren mit sehr viel Weite. Arme und Beine lang, der Wechsel von Anspannung und Entspannung, das Herabrollen, bei dem wir die Beweglichkeit der Wirbelsäule testen: Die Fitnesstrainerin hat ein Programm zusammengestellt, das neugierig machen soll und gut tut. Schnell sind meine Schultern verkrampft – und gleich wieder gelockert, schließlich weiß ich ja, worum es geht. Thesa Nickel lacht. Die 21-Jährige geht regelmäßig ins Fitnessstudio, was man auch an ihrer Körperhaltung sieht. Cornelia Rahn ist Yoga gewöhnt. Pilates probiert die 48-jährige Bad Cambergerin zum ersten Mal. „Das ist fast wie beim Ballett“, merkt sie zur Körperspannung und -haltung an. Margot Nemeczek ist 83 Jahre alt. Einmal nimmt sie bei einer Übung auf dem Stuhl Platz. „Das Gleichgewicht“, sagt die Bad Cambergerin. Ansonsten kommt sie nicht nur gut mit, sondern geht auch mit Hilfe der Trainerin sehr weit in die Dehnungen. „So fit möchte ich einmal sein, wenn ich 83 bin“, stellt Saskia fest. Wir werden noch einige Übungen absolvieren. Das Urteil am Schluss ist einhellig: Sie haben gut getan. Sehr gut sogar. Manches könnte man vielleicht sogar in den Büro-Alltag einbauen. Aber nur ganz vorsichtig.

Miriam Wiedmann (Mitte) und Britta Rollwagen (vorne links) zeigen im Kurhaus, wie eine Shiatsu-Behandlung funktioniert. Bild-Zoom Foto: Petra Hackert
Miriam Wiedmann (Mitte) und Britta Rollwagen (vorne links) zeigen im Kurhaus, wie eine Shiatsu-Behandlung funktioniert.

Noch mehr Tipps „für zwischendurch“ gibt es allenthalben bei den Gesundheitstagen, und noch viel, viel mehr zum Mitmachen. Zum Beispiel: Samurai-Shiatsu. Das hört sich jetzt gefährlich an. Fast kriegerisch. „Nein, im Gegenteil, es geht um Respekt“, erklärt Miriam Wiedmann. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Britta Rollwagen demonstriert sie, wie das zu verstehen ist. Ich nehme auf dem Stuhl Platz, die Lehne seitlich. „Wichtig ist, dass Sie sich nicht anlehnen, sondern gegenhalten“, sagt Miriam Wiedmann und reibt erst einmal die Hände. Dann legt sie sie auf meine Schultern. Ich spüre den Wärmeschub. „Wird’s schon warm?“, fragt sie. Dann folgen Druckpunkte, mit den Fingern, mit dem Arm. Mit ihrem Körpergewicht drückt die zierliche Frau auf meine Schultern. Ganz schön schwer. „Geht’s noch?“, so die Frage. Klar. Es soll ja nicht weh tun, aber wirken, und das geschieht. „Wir machen das auch in Kindergärten und Schulen“, erklärt die agile Frau. Den Fingerdruck, das respektvolle Annähern, der höfliche Umgang miteinander – all das lernen die Kinder. Auf Bildern und im Video zeigt sie, wie gut das funktioniert. Bei mir auch. Ich fühle mich völlig erholt. Also wieder voller Frische hinein in die Gesundheitstage.

Jahresringe und Projekte

Über 30 Aussteller zeigen im Kurhaus ihr Angebot. Draußen sind die Jäger und Förster zugange. Hans-Joachim Bufe von Hessen-Forst hat mit einigen Kindern Ringe von einem Baumstumpf abgesägt. Dahlia (5) und Vincent (7) brennen jetzt ihre Namen ins Holz. Papa Martin Wehlus zählt mit: Zehn Ringe hat die Scheibe. Also war der Baum doppelt so alt wie Dahlia und drei Jahre älter als Vincent. Die Kinder passen gut auf.

Bianca Brandt bestreicht den Fuß mit Lehm. Bild-Zoom Foto: Petra Hackert
Bianca Brandt bestreicht den Fuß mit Lehm.

Bei „Stoff und Stöffche“ im Amtof-Innenhof hat Tanja Fleischer-Ewald einen Stand. Sie verkauft farbenprächtige Stoffe und Filzarbeiten – und unterstützt damit ein Hilfsprojekt in Nepal. Wichtig ist ihr, Kindern in Pokhara eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Das erklärt sie den Interessierten am Stand. Überall gibt es Gelegenheit zum Plausch, auf dem Marktplatz spielt gerade „Ben’tagon“, die beiden Tage in Bad Camberg tun gut. Klar: Das Wetter hätte besser sein können. Aber diejenigen, die die Mitmachangebote nutzen konnten, sind sehr zufrieden.

Zur Startseite Mehr aus Limburg

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen