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Amthof-Galerie: Retrospektive mit Werken von Esteban Sanz und seiner Schülerin Sola Tidoo

„Magie der Sinne“ heißt die neue Ausstellung in der Amthof-Galerie Bad Camberg. Sie zeigt eine Retrospektive des spanischen Künstlers Esteban Sanz und seiner Schülerin Sola Tidoo.
Die Besucher, darunter auch Landrat Manfred Michel (rechts), waren fasziniert von der Kunst des Esteban Sanz. Foto: Gertrud Brendgen Die Besucher, darunter auch Landrat Manfred Michel (rechts), waren fasziniert von der Kunst des Esteban Sanz.
Bad Camberg. 

Meist ist es ja so, dass man sich in der Amthof-Galerie nicht nur mit Kunstwerken, sondern vor allem auch mit dem Künstler auseinandersetzen kann, der gerade seine Werke in den Räumen des ehrwürdigen Fachwerkgebäudes präsentiert. Das ist bei der aktuellen Ausstellung so allerdings nicht möglich, zeigt sie doch Arbeiten von zwei Künstlern, die beide nicht mehr leben.

Umso schöner, dass sie in ihren Bildern weiterleben und über diese mit uns kommunizieren. Da sind die fantastischen Tuschezeichnungen des Esteban Sanz. In Schwarz-Weiß gehalten erzählen sie Geschichten, die bunter nicht sein könnten. Man verliert sich beim Betrachten in fantastischen Details, bewundert die meisterliche Technik und die Perspektiven und spürt förmlich die Gedankenwelt des Künstlers. Diese war geprägt von einem äußerst bewegten Leben. Esteban Sanz wurde 1919 in Valladolid geboren. In seiner Jugend kämpfte er im spanischen Bürgerkrieg. In der folgenden Franco-Diktatur durfte er seine fotorealistischen, oft erotischen und sozialkritischen Werke nicht ausstellen. Er wanderte nach Südamerika aus und ließ sich schließlich auf Ibiza nieder. Dort traf er 1990 Sola Tidoo, mit bürgerlichem Namen Sigrun Burghardt. Die junge Deutsche inspirierte ihn zu neuen Kunstwerken wie das großformatige Ölgemälde „Motherpearls“: Eine Perlen-Muschel liegt auf dem Meeresgrund, von oben fällt Licht herein und lässt die Unterwasserwelt magisch aufleuchten. Oder das Gemälde „El Toro“: Fast märchenhaft mutet der mächtige weiße Stier im Wald an. Über ihm wölbt sich ein Dach aus goldenen Blättern.

Persönlicher Urknall

Die gelernte Grafik-Designerin Sola Tidoo fand 1988 ihren Platz fürs Leben auf Ibiza. „Es war für sie der persönliche Urknall, dass sie bei dem Maler Michael von Strachwitz, bei dem sie Extremfotorealismus lernte, den spanischen Philosophen, Intellektuellen, Maler und Zeichner, ihren Meister Esteban Sanz kennenlernte.“ So formulierte Britta Jung, die Schwester der Künstlerin, in ihrer Laudatio das Zusammentreffen der beiden Künstler. Sola entwickelte ihren fotorealistischen Stil weiter, malte in Acryl. Von symbolbehafteten Werken über fantastische Träumereien bis hin zu Kollagen. Sie blieb Esteban zeitlebens verbunden, die Verehrung des Meisters dauerte bis zu ihrem frühen Tod 2015. Eines ihrer gezeigten Werke, von dem man sich nur ungern losreißt, ist das großformatige vierteilige Gemälde „Ensuenada“ – ein sanftes Wellenspiel mit flirrenden Sonnenlichtern, das immer wieder zu neuen Entdeckungen inspiriert.

Landrat Manfred Michel freute sich, dass sein Terminkalender ihm einen Besuch der Bad Camberger Galerie erlaubte: „Die Einladung hatte mich sehr neugierig gemacht!“ Gleichzeitig dankte er dem Verein der Amthof-Galerie für seinen Einsatz, immer wieder hochinteressante Künstler – auch von außerhalb – nach Bad Camberg zu locken und in der Galerie zu präsentieren. Nach den Grußworten von Stadtverordnetenvorsteher Heinz Schaus und Bürgermeister Jens-Peter Vogel erklärte Klausjürgen Herrmann von der Amthof-Galerie die Ausstellung für eröffnet.

Öffnungszeiten

Die Ausstellung ist immer sonntags von 11 bis 13 Uhr und 14 bis 17 Uhr zu sehen. Der Eintritt ist frei. Letzter Ausstellungstag ist der 26. November.

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