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Sternwarte: Samstag ist der weltweite "Schau-in-den-Himmel-Tag"

Heute feiert die Welt den „Schau-in-den-Himmel-Tag“. Zumindest, wenn sie sich dieses kuriosen Feiertags bewusst ist. Wolken, Vögel, Flugzeuge, Himmelskörper – ein Blick nach oben lohnt zu jeder Tageszeit. Wir haben die Gelegenheit genutzt und mit den Mitgliedern der Limburger Sternwarte den Kopf in den Nacken gelegt.
Mit Kamera und Stativ können selbst Laien den Blick in den Himmel so romantisch ablichten. Für eine „Strichspuraufnahme“ wird der Himmel sehr lange fotografiert, während sich die Erde stetig weiterdreht. Besonders eindrucksvoll ist das hier bei der „Muttergottes-Kapelle“ in Guckheim im Westerwaldkreis gelungen. Bilder > Mit Kamera und Stativ können selbst Laien den Blick in den Himmel so romantisch ablichten. Für eine „Strichspuraufnahme“ wird der Himmel sehr lange fotografiert, während sich die Erde stetig weiterdreht. Besonders eindrucksvoll ist das hier bei der „Muttergottes-Kapelle“ in Guckheim im Westerwaldkreis gelungen.
Limburg. 

Was man sieht, wenn man in den Himmel schaut:

Auf das „Wie“ kommt es an. Mit bloßem Auge erkennt man auf dem Mond dunkle und helle Flächen. In guten Nächten kann man auch den Andromeda-Nebel sehen. Mit einem guten Fernglas werden bereits die Mondkrater und der Orionnebel sichtbar. Schaut man durch ein Teleskop in den Nachthimmel, sieht man die Berge in den Mondkratern und die Spiralarme der Andromeda-Galaxie.

Wie auf der Limburger Sternwarte in den Himmel geschaut wird:

„Wir haben hier die verschiedensten Instrumente, um in den Himmel zu schauen“, sagt der erste Vorsitzende des Vereins, Peter Remmel. Mit einem kleinen Teleskop für 700 Euro fing alles an, heute verfügt der Verein über zehn lichtstarke Instrumente, mit denen sich auch weit entfernte Orte des Universums beobachten lassen. Das Herzstück der Anlage ist heute „ELLA“, das „extremly large Limburg astronomical telescope“, das sich per Computerprogramm steuern lässt und dessen Spiegeltechnik faszinierende Aufnahmen jenseits unseres Sonnensystems, die Deep-Sky-Beobachtung, ermöglicht.

Seit wann in Limburg in den Himmel geschaut wird:

In den Himmel schauen Menschen schon immer gerne. Die Astronomie gilt als eine der ältesten Wissenschaften. Der Verein der Limburger Sternwarte wurde 2004 gegründet. Auf der Suche nach einem Standort wurde man beim ehemaligen Limburger Tierheim am Stephanshügel fündig. Die Räume und das Gelände waren in einem „katastrophalen Zustand“, erinnert sich Berthold Fuchs, zweiter Vorsitzender im Verein. Und so stand statt Himmelsbeobachtung erst einmal Aufräumen und Renovieren auf dem Programm.

Wer auf der Sternwarte in den Himmel schaut:

Etwa 50 Mitglieder hat die Limburger Sternwarte, das jüngste ist gerade einmal elf Jahre alt. „Es ist einfach faszinierend, den Himmel anzugucken“, beschreibt Leon Stauber den Reiz seines Hobbys. Man muss übrigens kein Astrophysiker sein, um mitzumachen – „wer sich für Sterne interessiert, lernt hier alles, was er wissen muss“, sagt Peter Remmel. Aber auch Besuchern steht die Sternwarte offen. Es gibt Führungen für Gruppen und Schulklassen und regelmäßige öffentliche Veranstaltungen. Heute Abend steht ab 21 Uhr eine Deep-Sky-Beobachtung im Sternbild des Löwen auf dem Programm (Anmeldung: siehe Termine unten links).

Wenn Astronomen tagsüber in den Himmel schauen:

Sehen sie die Sonne und die ist wiederum auch nur ein Stern. Dafür gibt es im Garten der Sternwarte eine extra Sonnenkuppel mit einem Teleskop darin. Das verfügt über spezielle Filter, die das Licht der Sonne um den Faktor 100 000 reduzieren und die sogenannte Weißlichtbeobachtung erlauben. So kann man die Drehung der Sonne stundenlang verfolgen und Materieauswürfe auf der Sonne erkennen. „Mit dem bloßen Auge sollte man niemals in die Sonne schauen und schon gar nicht mit einem Fernglas“, warnt Berthold Fuchs.

Warum es manchmal nicht so einfach ist, in den Himmel zu schauen:

Astronomen haben es gerne dunkel. Die zunehmende LED-Beleuchtung in den Städten, die Luftverschmutzung – all das sind Faktoren, die den Blick in den Himmel erschweren. „Vor 60 Jahren konnte man mit bloßem Auge noch viel mehr am Himmel sehen“, sagt Peter Remmel und erinnert sich, wie ihm seine Großmutter als Kind im Ruhrgebiet die verschiedenen Sternbilder erklärt hat. „Heute sieht man da nichts mehr.“

Wenn Anfänger durch ein Teleskop schauen – und gar nichts sehen:

„Das Wichtigste ist ein stabiler Stand“, raten die Profis von der Sternwarte astronomischen Neulingen. Wackelt das Gerät, ist der mühsam entdeckte Stern bei der kleinsten Erschütterung schon wieder verschwunden. Außerdem muss man wissen, wo man suchen muss: „Stellen Sie sich vor, Sie blicken durch ein Fernglas auf eine riesige Wiese und suchen fünf Orchideen darauf. Die werden Sie auch kaum finden“, erklärt Berthold Fuchs.

Warum es so schön ist, in den Himmel zu schauen:

Alle Menschen mögen Sterne, haben die Limburger Astronomen festgestellt. Vielleicht ist es das Unbekannte, was die Menschen daran fasziniert, die unendliche Weite des Universums oder die Tatsache, dass das Licht, das bei uns heute ankommt, seine Reise vor tausenden von Jahren angetreten hat. Beim Blick in den Himmel kann jeder ein Forscher sein: „Jede Nacht wird am Himmel etwas Neues entdeckt“, erklärt Berthold Fuchs.

Eine Himmelsbeobachtung mit einem Astronomen ist dagegen nur bedingt romantisch: „Wir erzählen zu viel“, sagt Fuchs und lacht. Was die Astronomen sagen, wenn sie über ihre Sterne reden, klingt allerdings ziemlich gefühlvoll. Von einem Wiedersehen mit alten Bekannten ist da die Rede, von „wunderschönen Doppelsternen“ und „Brillanten auf schwarzem Samt“.

Termine

Gelegenheit zum In-den-Himmel-Schauen gibt es auf der Limburger Sternwarte auch für Nicht-Mitglieder immer wieder. Die nächsten öffentlichen Termine:

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