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Hochwasser: Schlick, Schlamm und jede Menge Müll: Bauhof muss aufräumen

Von Der Dreck, den das Hochwasser am Lahnufer hinterlassen hat, muss weg, und zwar möglichst schnell. Rund 20 Kubikmeter Schmutz haben die Männer vom Betriebshof zusammengekehrt.
Der Bauhof der Stadt Limburg räumt den Dreck am Lahnufer auf und putzt die verschlammten Straßen. Der Bauhof der Stadt Limburg räumt den Dreck am Lahnufer auf und putzt die verschlammten Straßen.
Limburg. 

Die gute Nachricht: Das Hochwasser an der Lahn ist zurückgegangen. Die schlechte Nachricht: Der Schmutz ist geblieben und muss weggeräumt werden, sagt Michael Menier vom Betriebshof. Eimer, Folien, ein alter Handschuh hängen in der Uferböschung. In einem Abfalleimer schwimmen Pappbecher, Taschentücher und allerlei Dinge, die nicht mehr recht zu identifizieren sind. Von einem anderen Mülleimer am Uferweg ist nur noch das Gestänge vorhanden. Der Behälter samt Inhalt wird irgendwo stromabwärts angelandet sein.

Erst mit dem Schneepflug

Die Promenade unterhalb des Dombergs bedeckt eine dicke Dreckkruste, deren oberste Schicht zunächst mit dem Schneepflug abgekratzt wurde. Dann kam die Kehrmaschine, um den Schlamm aufzunehmen, der in einem 20 Kubikmeter großen Container zwischengelagert und schließlich entsorgt wird, berichtet Menier. 20 Kubikmeter Schlick und Schlamm. Einen Schatz haben die Männer vom Betriebshof nicht gefunden. Den werden sie auch später nicht entdecken, wenn sie weitere Kehrrunden drehen, um den Schmutz schichtenweise abzutragen.

Die Mitarbeiter von Michael Menier kennen sich aus bei der Schmutzbeseitigung. Etwas Besonderes sei diese Aufräumarbeit nicht, sagt Jochen Maier. Ganz plötzlich kommen schließlich weder Wasser noch Dreck. Wetter ist nicht planbar, sagt er. Aber man kann sich vorbereiten und genaue Pläne erstellen. Etwa für die Schleusen oder für den Schutz der Brückenvorstadt. Oder darüber, wann man die Tore an Erbach, Löhrgasse und Philippsdamm schließt und damit verhindert, dass die Lahn in die Stadt fließt und jede Menge Wasser und Unrat hineinspült. Alle drei Tore wurden denn auch in der vergangenen Woche verrammelt. Jede Barrikade, die der Bauhof errichtet, besteht aus Aluminium-Segmenten, die übereinandergestapelt werden. Leichtmetallelemente zur Müllabwehr.

Früher habe man mit wuchtigen Holzbohlen gearbeitet, sagt Jochen Maier vom Betriebshof. Nur waren die im Laufe der Zeit durchgefault und hielten nicht nur kein Wasser mehr zurück. Vielmehr wurden sie während der Verrottungsprozesses zum Teil des Müllbergs, der durch das Hochwasser verursacht wird. Deshalb sattelte die Stadt auf Alu-Planken um, die in der hochwasserfreien Zeit praktischerweise in einem stillgelegten Durchgang neben dem Löhrtor gelagert werden können. Nach dem Abbau werden die Segmente geprüft, gereinigt und verstaut. Auch bei den Alu-Brettern bleibt Unrat hängen.

Ein Drittel hätte gereicht

Aber Kostbarkeiten haben sich auch hier nicht angesammelt. Etwas wirklich Bedeutsames hätten sie nach einem Hochwasser ohnehin überhaupt noch nie gefunden, sagen die Männer. „Wenn wir hier Gold oder Silber entdeckt hätten, wären wir jetzt nicht mehr da“, lacht einer und hantiert an einer Alu-Planke.

Bei diesem Hochwasser hätte ein Drittel der Segmente ausgereicht, sagen die Männer. Eine teilweise Errichtung der Sperre ist allerdings nicht möglich, sagt Menier. „Wenn das Wasser erst mal da ist, können wir nicht aufstocken“. In der vergangenen Woche war die Höchstmarke 5,32 Meter. 2011 hatte das Hochwasser sechs Meter erreicht, und im Dezember hatten Menier und seine Männer einen Pegelstand von 4,40 Meter gemessen. Je mehr Wasser, desto höher der Müll- und Schlammberg – und desto größer die Chance auf eine spektakuläre Entdeckung. Die Sensation gelingt den Männern vom Betriebshof dennoch: Innerhalb weniger Stunden ist der Uferweg gekehrt und ziemlich sauber.

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