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Peter-Paul-Cahensly-Schul: Schultag des Respekts an der PPC

Um gegenseitige Achtung im Umgang miteinander ging es beim „Tag des Respekts“, den die IG Metall gestern erstmals an der Peter-Paul-Cahensly-Schule organisierte. Wie Respekt am Ball funktioniert, zeigte die ehemalige Fußball-Nationalspielerin Sandra Minnert, die bei dieser Veranstaltung für die praktische Anschauung zuständig war.
Für Respekt nicht nur im Schulalltag warb die ehemalige Fußball-Nationalspielerin Sandra Minnert am „Tag des Respekts“ in der PPC-Schule. Bilder > Foto: Bohnhorst-Vollmer Anken Für Respekt nicht nur im Schulalltag warb die ehemalige Fußball-Nationalspielerin Sandra Minnert am „Tag des Respekts“ in der PPC-Schule.
Limburg. 

„Respekt! Kein Platz für Rassismus“ steht auf dem Blechschild, das die ehemalige Fußball-Nationalspielerin Sandra Minnert im Foyer der Peter-Paul-Cahensly-Schule (PPC) anbringen soll. Doch die vorbereiteten Haken in der Wand passen nicht exakt. Es muss geruckelt und gedrückt werden, ehe der Aufruf zu gegenseitigem Respekt zur Geltung kommt.

„Respekt muss man sich halt verschaffen“, kommentiert ein Schüler und fügt schnell hinzu: „Natürlich nicht mit Gewalt.“ Das habe man an diesem Vormittag in Seminaren theoretisch gelernt, in der Sporthalle mit Fußballerin Minnert erfahren, und außerdem weiß man ohnehin, dass es miteinander besser geht, als gegeneinander. Insgesamt zehn Klassen der PPC-Schule waren gestern an diesem Projekt beteiligt, das sich auf Respekt im beruflichen Umfeld konzentriert.

Um „Interessensgegensätze“ von Arbeitgeber und Arbeitnehmer oder Auszubildenden sei es in ihrer Gruppe gegangen, berichtet Eri Feuerwasser von der IG Metall. Schließlich wolle man die jungen Leute über die Grundlagen des Arbeits- und Tarifrechts informieren, denn die Berufswelt funktioniere nur mit gegenseitigem Respekt, formuliert die Gewerkschafterin.

Tatsächlich sei es sehr aufschlussreich gewesen, etwas über Arbeitsplatzbedingungen, Urlaubs- und Gehaltsregelungen zu erfahren, bestätigt die 17-jährige Anika. Und Tamara, eine 23-jährige kaufmännische Auszubildende meint, „endlich hat man mal Antworten auf Fragen bekommen, bei denen bislang niemand weiterhelfen konnte“. Fragen, bei denen es sich um tarifvertragliche Details oder um betriebsratliche Angelegenheiten handelt. Hat bei diesen Fragen in der Vergangenheit die Respekt-Komponente gefehlt? So könne man das nicht sagen, räumen die jungen Frauen ein. Aber es sei schon gut, „von außen“ Informationen zu bekommen. Außerdem seien die Referenten „nett und lustig – eben respektvoll“.

Die Frage nach dem Respekt beschäftigt auch PPC-Schulsozialarbeiter Florian Will. Respekt sei nicht altersabhängig, stellt er fest. Daher wehre er sich gegen die Behauptung, wonach junge Menschen grundsätzlich weniger Respekt haben als ältere. Respekt sei aber auch nicht eine Frage des Standorts und nur auf soziale Brennpunkte beschränkt. Respekt hat mit Integration zu tun, sagt Will, und die sei bei der aktuellen Flüchtlingssituation ein Thema, das jeden betrifft. Fremden Menschen Respekt zu verweigern, sei ein Problem, bei dem „jeder latent gefährdet“ ist, sagt Will und geht zur Sporthalle, in der die ehemalige National-Fußballerin Minnert mit zwei Schulklassen Respekt am Ball trainiert.

Schließlich habe man die Respekt-Kampagne „praktisch auf dem Fußballplatz gegründet“, erklärt Hellgard Penno, Respekt-Botschafter der IG Metall. Das war im Jahr 2007, als ein Fußballer ausländischer Herkunft auf dem Platz beleidigt worden sei, erinnert er. Daraus habe man die Konsequenz gezogen, und deshalb bereise er Schulen, „weil man mit dem Respekt gar nicht früh genug anfangen kann“.

Sandra Minnert spricht derweil von Teamgeist und Zusammenhalt und leitet anschließend ein Spiel, bei dem nicht nur die Schüler beider Klassen gemischt werden. Auch Jungen und Mädchen sollen gemeinsam in einer Mannschaft für den Sieg kämpfen, und ja, gibt Lea Speth zu, man habe zusammen gespielt. Obwohl es natürlich „nicht ganz ohne ist, den Ball an ein Mädchen abzuspielen und dann zu sehen, dass die nicht trifft“, räumt der 17-jährige Onur ein. Aber „man macht den anderen nicht fertig, weil er verschießt“, stellt er klar. Insofern sei dieser Respekt-Unterricht sinnvoll. Außerdem hätten sich alle Schüler in Gegenwart von Fußball-Star Sandra Minnert besonders „zusammengerissen“ – eben Respekt gezeigt. abv

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