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Schwer ist das nicht, man muss...

Schwer ist das nicht, man muss nur üben, sagt Samuel und lässt geschickt einen Teller auf einem Stab kreiseln. "Da bin ich schon seit Montag dran", berichtet der Achtjährige aus der Grundschule Ahlbach stolz.

Schwer ist das nicht, man muss nur üben, sagt Samuel und lässt geschickt einen Teller auf einem Stab kreiseln. "Da bin ich schon seit Montag dran", berichtet der Achtjährige aus der Grundschule Ahlbach stolz. Zusammen mit den Kindern aus seiner Schule und aus der Astrid-Lindgren-Schule bereitet sich Samuel auf die morgige Zirkusvorstellung vor. Rund 160 Schüler sind an diesem vom Landkreis Limburg-Weilburg geförderten Integrationsprojekt beteiligt. Fünf Tage probt das Ensemble der Zirkusfamilie Baldini mit den jungen Artisten, Clowns, Pferdeführer und Akrobaten verschiedene Nummern für ihren Auftritt in der Manage ein.

Hechtsprung

"Jeder so, wie er kann", sagt Zirkusmann Rocky Baldini, der bereits mit "ganz gemischten Gruppen gearbeitet hat". Dass bei diesem Projekt Kinder dabei sind, die besondere Aufmerksamkeit und Förderung brauchen, sei besonders reizvoll, findet er. Und welche Talente die Kinder haben, "das spürt man ganz schnell, und dann fördern wir sie entsprechend".

Die Defizite seien ebenso rasch zu erkennen. "Die vermeidet man dann eben", erzählt er und stellt sich neben das Trampolin, auf das die Turner springen und dann auf einer weichen Matte landen sollen. Einige von ihnen hüpfen so wagemutig, dass selbst der routinierte Artist staunt. Ein Junge probiert sogar einen Hechtsprung auf die dicke Matte und juchzt vor Freude. Nur eines der Kinder, ein kleines Mädchen in rosa gesteppter Winterjacke, überlegt mehrere Augenblicke, ehe sie anläuft, wieder abbremst und einen großen Schritt über das Trampolin macht.

Ein paar Meter weiter führen Jasmin aus der Ahlbacher Grundschule und Clifton von der Astrid-Lindgren-Schule zwei Ponys durch das Zirkusrund, während Cliftons Klassenkameradin Maria in der Mitte steht und eine Peitsche hält. Sandra, die Pferdedompteurin, ruft Kommandos in die Manege. Die Tiere drehen sich artig um und trotten zur Mitte, zur "Ponyschaukel", einem leicht wippenden Brett, auf das die Ponys abwechselnd treten. Für Clifton ist das so aufregend, dass er in die Hände klatscht und für einen kurzen Moment die Orientierung verliert. Mit den Tieren immer weiter im Kreis gehen, das würde er den ganzen Tag machen – "und in der Nacht auch", ruft er und lacht. Aber jetzt muss er gleich den Clowns zuschauen und erst einmal etwas essen.

Dafür hat Ben keine Zeit. Der Junge aus der Limburger Fördereinrichtung klettert auf eine Leiter, die Zirkusmann Tino hält. "Jetzt machst du einen Stern!" Ben klettert auf die dritte Sprosse, streckt ein Arm und ein Bein von sich und sieht tatsächlich ein bisschen wie ein Stern aus. Wenigstens strahlt er genauso.

Keine Berührungsängste

Da applaudiert auch Kerstin Drescher-Müller, Lehrerin an der Astrid-Lindgren-Schule. Sie freut sich über das gemeinsame Projekt, das sich nicht allein auf die Zirkusproben beschränkt. Nach dem Üben gehen alle Kinder in die Schule, verbringen ihre Frühstückspause und den restlichen Vormittag zusammen.

Die Kinder akzeptieren einander so wie sie sind. Berührungsängste gibt es nicht, bestätigt Antonia Godin, deren Tochter Katharina die zweite Klasse der Grundschule Ahlbach besucht und die eine Zirkusnummer als Artistin einstudiert. An einem Hochreck wird sie mutig hin- und herschwingen. Auch das ist eigentlich ganz einfach, erzählt ein Mädchen, "wenn man’s lang genug geübt hat". abv

Zwei Vorstellungen präsentiert der Zirkus Baldini mit seinem großen und jungen Ensemble. Sie finden am morgigen Freitag auf dem Gelände bei der Kreismusikschule statt.

Beginn ist um 14 Uhr und um 17 Uhr. Erwachsene zahlen sechs Euro Eintritt, Kinder zahlen vier Euro.

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