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Bäder bereiten sich auf Flüchtlinge vor: Schwimmer ohne Erfahrung

Von Pünktlich zur Freibadsaison haben sich die Schwimmbäder auf eine neue Besuchergruppe eingestellt: die Flüchtlinge. Baderegeln auf Arabisch und Comiczeichnungen sollen die neuen Gäste auf die Regeln aufmerksam machen. Denn viele Asylbewerber haben keine Schwimmerfahrung.
Ein Sprung in da Schwimmerbecken kann für einen Nichtschwimmer fatale Folgen haben. 	Archivfoto: Braun Bilder > Foto: Sascha Braun Ein Sprung in da Schwimmerbecken kann für einen Nichtschwimmer fatale Folgen haben. Archivfoto: Braun
Limburg. 

Die Flüchtlinge, die aus aller Welt in den Kreis Limburg-Weilburg kommen, stellen auch die Schwimmbäder vor neue Herausforderungen. Da viele Asylsuchende keine oder nur sehr wenig Erfahrung haben, kommt es immer häufiger zu Vorfällen in den Bädern, die lebensbedrohlich werden können. „In unserem Bad ist es schon häufiger vorgekommen, dass Nichtschwimmer in das tiefe Becken gesprungen sind oder mit Unterwäsche statt mit Badekleidung ins Wasser wollten“, erzählt Schwimmmeister Andreas Schilling aus dem Limburger Parkbad – und fügt hinzu: „Wir haben die Baderegeln erneut erklärt. Danach lief alles ohne Probleme.“

Das Parkbad habe deshalb aber auch das Personal geschult. „Falls jemand weder deutsch noch englisch versteht, ziehen wir die Baderegeln auf Arabisch hinzu, um zu erklären, was erlaubt ist und was nicht“, sagt Schilling. Eine weitere präventive Maßnahme ergänzt Joachim Brand, zuständiger Sachbearbeiter der Stadt: „Wir haben zusätzlich die Regeln an den Kreis weitergegeben, damit er sie in den Unterkünften verteilt.“

Das Oranienbad Diez-Limburg hat die Baderegeln in sieben Sprachen ausgehängt. Jetzt sollen Bilder folgen, erzählt Edgar Groß, Geschäftsführer des Oranienbads: „Wir haben Plakate mit Comiczeichnungen in Auftrag gegeben, die wir auch aushängen wollen.“ Als präventive Maßnahme biete die Erstaufnahmeeinrichtung in Diez zusätzlich theoretische Schulungen an.

„Die Menschen, die nach Deutschland kommen, kennen solche Einrichtungen wie Schwimmbäder nicht. Man muss ihnen genau erklären, wie man sich zu verhalten hat, und welche Gefahren auftreten können“, weiß Groß.

Gefahr der freien Gewässer

Die größere Bedrohung sieht er aber nicht in den Bädern, denn dort sei das Personal sensibilisiert. „Die wesentlich höhere Gefahr birgt ein offenes Gewässer“, sagt der Geschäftsführer. Wenn in Deutschland die Temperaturen steigen, könne es durchaus passieren, dass Flüchtlinge in der Lahn baden gehen. „Da kann ihnen, wenn es schlecht läuft, niemand helfen“, meint Groß.

Im Freibad in Hundsangen benutzt man bereits Bilder zur Erklärung, sagt Betriebsleiterin Yvonne Kraus: „Wir haben Comiczeichnungen, die die Regeln zeigen. Mit roten Kreuzen und grünen Haken zeigen wir, was man darf und was eben nicht.“ Ausgehängt wurden die Bilder allerdings nicht. „Wir geben sie bei Bedarf an die Besucher raus“, sagt Kraus. Das Freibad hat seit dem 1. Mai geöffnet, gefährliche Situationen habe es seitdem noch nicht gegeben. „Aber die Saison geht ja jetzt erst richtig los“, sagt die Betriebsleiterin.

Der Bäderservice Gravelius hat zwar keine Bilder aufgehängt, dafür aber die Baderegeln in vier Sprachen. „Wir haben die Regeln in Deutsch, Englisch, Französisch und Arabisch an der Kasse ausgehängt“, heißt es vonseiten der Bäderbetriebe.

Gravelius betreibt die Bäder in Birlenbach, Dornburg, Elz, Hadamar, Weilmünster, Weinbach und Wolfenhausen sowie den Diezer Baggersee. Die Regeln seien aber nur präventiv ausgehängt worden. Gefährliche Situationen habe es noch nicht gegeben. In Mengerskirchen-Waldernbach und in Hünfelden-Kirberg hat man sich gegen das Aufhängen der Baderegeln in anderen Sprachen entschieden.

Es geht auch ohne Regeln

„Bei uns gibt es überhaupt keine Probleme und solange nichts passiert, führen wir so etwas auch nicht ein“, sagt Peter Walli, Badleiter in Kirberg. Falls die Probleme im Sommer gravierender würden, würde er schon darüber nachdenken, die Baderegeln auch in anderen Sprachen aufzuhängen. Bisher sei das allerdings noch nicht spruchreif.

Das Gleiche gilt für Waldernbach. „Erst vor kurzem hatten wir eine Gruppe Flüchtlinge mit ihrem Betreuer im Bad. Da ein Großteil der Jugendlichen Deutsch spricht, hat alles ohne Probleme geklappt. Ich denke nicht, dass wir solche Plakate aufhängen“, sagt Badleiterin Kirsten Düngen.

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