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Seelsorger und Krippensammler

Von Seit fünf Jahren befindet sich Pfarrer Dieter Lippert offiziell im Ruhestand, doch Langeweile und Müßiggang sind für ihn Fremdworte.
Pfarrer Dieter Lippert wird morgen 70 Jahre alt. Pfarrer Dieter Lippert wird morgen 70 Jahre alt.
Dreikirchen. 

Seine Wiege stand vor 70 Jahren in Oberelbert, seinen Lebensabend verbringt er zurzeit in Dreikirchen. Als Pfarrer war er, bis auf zwei Abstecher nach Wetzlar und Wiesbaden, weitgehend in seiner Westerwälder Heimatregion und kurzzeitig im Goldenen Grund tätig. Die Rede ist von Pfarrer i. R. Dieter Lippert, der am morgigen Samstag in Dreikirchen seinen 70. Geburtstag feiert.

„Von 11 bis 17 Uhr bin ich im Pfarrheim zur Besichtigung freigegeben“, scherzt Pfarrer Lippert. Wer ihm zu seinem Ehrentag persönlich gratulieren möchte, ist in dieser Zeit herzlich willkommen. Unter den Gratulanten wird auch der Musikverein „Stadt und Land“ aus Hadamar sein, wo Lippert vor seinem Ruhestand von 1993 bis zum Jahr 2010 Pfarrer war.

„Ich würde die Abkürzung Pfarrer i. R. eher als Pfarrer in Reichweite definieren“, äußert sich Lippert mit einem Lächeln auf den Lippen. Denn von einem beschaulichen Ruhestand kann wahrlich keine Rede sein. Bis zu 1000 Kilometer legt er monatlich noch dienstlich mit seinem Auto zurück. Zum einen wird er noch als Priester für Gottesdienste gebraucht, zum anderen organisiert er im Auftrag des Bistums den Besuchsdienst für „Ruhestandsgeistliche“, trifft sich zwei Mal im Jahr mit den ehemaligen Seelsorgern im Bezirk. Darüber hinaus ist er im Stiftungsrat der St.-Anna-Stiftung in Hadamar und damit auch automatisch im Verwaltungsrat des St.-Vincenz-Krankenhauses.

Weiterhin engagiert er sich im Vorstand des Fördervereins zum Erhalt des Karlsheims in Kirchähr. Dadurch wurde er auch Kirchenrektor der dortigen Kapelle. Eigentlich ein Ehrentitel, zugleich aber auch eine Verpflichtung. Denn die umfassende Sanierung und Restaurierung der alten Kapelle steht an. „Das wird einige Hunderttausend Euro kosten“, so Lippert. Erste dendrochronologische Untersuchungen im Dachgebälk der Kapelle haben ergeben, dass das Kirchlein wohl aus dem 11. Jahrhundert stammt und damit zu den ältesten Kirchenbauten in der Region zählt.

900 Krippen aus aller Welt

Neben seinen seelsorgerischen Tätigkeiten aber hat er sich in all den Jahren einem besonderen Hobby gewidmet: Dem Sammeln von Krippen. Rund 900 Krippen aus aller Welt hat er in über 30 Jahren bisher zusammengetragen. 300 davon hat er der Stadt Hadamar für das Krippenmuseum am Schlossplatz vermacht, wo nach langem Hin und Her vor zwei Jahren seine kleinen und großen Krippendarstellungen endlich ihren würdigen Platz gefunden haben. Die restlichen 600 Krippen sind auf Schwerlastregalen im Lager im Dachgeschoss des ehemaligen Anna-Krankenhauses in Hadamar untergebracht. „Da kann man mit dem Aufzug bis unters Dach fahren, braucht keine schweren Kisten die Treppen hoch oder runter zu schleppen“, so Lippert.

Denn neben der Hadamarer Dauerausstellung sind seine Krippen auch an anderen Orten gefragt. In diesem Jahr wird es zum zweiten Mal eine Ausstellung im Komödienbau in Weilburg geben. Auch im Gebäude des Hessischen Rundfunks in Frankfurt lockten schon schöne Krippendarstellungen aus seiner Sammlung viele Besucher an. Pfarrer Lippert war zudem „besonderer Gast“ der zweistündigen Nachmittagssendung „hallo hessen“ im HR-Fernsehen.

Seine Sammelleidenschaft ist noch nicht zu Ende. „Ein Sammler hört niemals auf“, so Lippert. Eine besondere Krippe hätte er gerne noch seiner Sammlung einverleibt, eine „neapolitanische Krippe“. Diese Krippen zeigen das Alltagsleben des neapolitanischen Volks im 18. Jahrhundert, die religiösen Szenen treten dabei oft in den Hintergrund: Da steht schon mal eine Spaghetti kochende Bäuerin neben den reitenden drei Königen.

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