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Politik soll weiblicher werden: Sozialdemokratische Frauen wollen zum Mitmachen animieren

Viele Frauen im ländlichen Raum haben Hemmungen, sich in der Kommunalpolitik zu engagieren. Dabei kennen sie die Bedürfnisse von Familien auf dem Land am besten, so das Fazit eines Vortrags in der evangelischen Kirche in Limburg. Und oft steht ihnen auch eine übertriebene Selbstkritik im Weg.
Dr. Kyra Naudascher-Jankowski diskutierte über die Notwendigkeit von Netzwerken und über Frauen in der Kommunalpolitik. Foto: Gertrud Brendgen Dr. Kyra Naudascher-Jankowski diskutierte über die Notwendigkeit von Netzwerken und über Frauen in der Kommunalpolitik.
Limburg. 

„Der Frau die Hälfte der Welt, dem Mann die Hälfte des Hauses“, lautet eine Forderung aus dem Jahr 1969 des Frankfurter Weiberrats. 48 Jahre später steht der Slogan auf einem Flipchart in der evangelischen Kirche Limburg. „Willkommen, mitmachen, mitgestalten“ heißt die Veranstaltung, zu der Theda Ockenga, stellvertretende Vorsitzende der „Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen“ (ASF) etwa 20 Frauen und drei Männer begrüßt. Immer noch ist es so, dass der Frauenanteil in den 19 kommunalen Parlamenten im Landkreis Limburg Weilburg bei gerade mal 17 Prozent liegt.

Bei der Veranstaltung ging es darum, wie man das ändern könnte. Jaqueline Würz, Bildungsberaterin bei Hessencampus und für die SPD im Weilburger Magistrat, war als Referentin geladen zum Thema: „Bietet der ländliche Raume eine Zukunftsperspektive für berufstätige Frauen?“Sie stellte fest, dass auf dem Land die Erwerbsmöglichkeiten für Frauen stark eingeschränkt sind. Die meisten arbeiten Teilzeit oder in Mini-Jobs, weil sie die Kinder- und oft auch Seniorenbetreuung übernehmen. Zwar würden sich viele Frauen ehrenamtlich engagieren, allerdings nicht in der Politik. Diese Hemmschwelle müsse überwunden werden. Schließlich seien es die Frauen, die die Bedürfnisse von Frauen und Familien auf dem Land am besten kennen, so das Fazit.

In der Diskussionsrunde plädierte eine Erzieherin dafür, Männer stärker in die Verantwortung zu nehmen. „Kinder zehn Stunden am Tag in fremde Obhut zu geben kann keine Lösung sein“, sagte sie. Eine andere Teilnehmerin meinte, für ehrenamtliche Tätigkeiten müsse es Rentenpunkte geben.

Weil Mitgestalten am besten gemeinsam gelingt, ging es um die Bedeutung von Netzwerken. Moderatorin Dr. Kyra Naudascher-Jankowki unterhielt sich darüber mit drei Politik-Profis. Silvia Scheu-Menzer ist Bürgermeisterin von Hünfelden, Gisela Stamm Bürgermeisterin von Hofheim, Viktoria Spiegelberg-Kamens stellvertretende Juso-Landesvorsitzende.

„Wir Frauen denken immer, wir sind schuld wenn etwas nicht richtig läuft! Da tut es gut, wenn man positive Bestätigung bekommt“, sagte Gisela Stamm. Silvia Scheu Menzer hat erfahren, dass „wir Frauen viel zu lange überlegen, wie wir etwas sagen um ja alles richtig zu machen. Dabei ist das Wie gar nicht so wichtig, was zählt ist die Botschaft.“ Eine Themensammlung: „Wie gewinnen wir Frauen für die Kommunalpolitik“ soll nun die Basis für ein nächstes Treffen werden.

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