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Ausbildung des Behindertenbegleithundes: Spende: 6000 Euro für Jan und Satchmo

Kürzlich berichteten wir über Jan Pfeiffer und Satchmo, seinen Behindertenbegleithund in Ausbildung. Nun hat sich mit der Königsteiner Firma Seeger-Orbis ein großzügiger Spender gefunden, der das Duo aus Hünfeld-Mensfelden auf diesem Weg finanziell unterstützt.
Jan Pfeiffer (vorne) kann dank der Spende der Belegschaft vielleicht schon bald die Ausbildung seines Begleithundes starten. Foto: Leoni Dowidat Jan Pfeiffer (vorne) kann dank der Spende der Belegschaft vielleicht schon bald die Ausbildung seines Begleithundes starten.
Mensfelden. 

„Ich sitze schon seit dreißig Jahren im Rollstuhl“, sagt Jan Pfeiffer, nachdem er seine Stimme wiedergefunden hat, „aber so etwas ist mir noch nicht passiert!“. Fassungslosigkeit steht ihm ins Gesicht geschrieben, als könne er nicht glauben, was er gerade gehört hat: 6000 Euro. So hoch ist die Summe, die ihm die Firma Seeger-Orbis aus Königstein am Samstag für die Ausbildung seines Behindertenbegleithundes Satchmo (wir berichteten) gespendet hat.

Den kräftigen, etwa elf Monate alten, schwarzhaarigen Neufundländer bildet der querschnittsgelähmte Mensfeldener, der seit 1988 wegen eines Arbeitsunfalls querschnittsgelähmt im Rollstuhl sitzt, gemeinsam mit der Hundetrainerin Konstanze Denzin aus. Das kostet rund 15 000 Euro, die Krankenkasse zahlt das nicht. Aus diesem Grund starteten Freunde vor einiger Zeit eine Spendenaktion. Inzwischen hat Jan die Verwaltung übernommen, führt einen Blog zur Entwicklung des Hundes und hat Flyer drucken und verteilen lassen.

„Zwei Engel“ am Start

Einer dieser Flyer landete über „zwei Engel“, wie Pfeiffer sagt, bei Matthias Wacker. Er ist Betriebsratvorsitzender der Firma Seeger-Orbis, plante gerade das Jubiläum zum hundertjährigen Bestehen des Unternehmens und war vom Schicksal Jan Pfeiffers sehr betroffen. Wacker sagt: „Mit Jürgen Brandscheidt von unserer Schwerbehindertenvertretung habe ich mir Gedanken darüber gemacht, ob wir da was machen können.“

Der Vorschlag, eine interne Spendenwoche für Jan und Satchmo zu veranstalten, kam im Betrieb gut an: Bei der Jubiläumsfeier kamen 1230 Euro zusammen. Der US-amerikanische Vorstandsvorsitzende der Barnes Group, zu der die Firma Seeger-Orbis angehört, ergänzte den Betrag um 100 Dollar. Über diese Summe war Jan Pfeiffer informiert. Aber was der Mensfeldener bis zum vergangenen Samstag nicht wusste: Tom Barnes wies den deutschen Geschäftsführer Josef Abeling an, ihm den endgültigen Betrag nach der Feier zu übermitteln – und verdoppelte dann die Summe. Abeling wiederum, der seinen Firmenwagen intern ausschrieb, schlug den Verkaufserlös auf die Spende drauf, so dass er Jan Pfeiffer schließlich die 6000 Euro überreichen konnte. Ein Moment, in dem der Rollstuhlfahrer schlucken musste. „Ich habe es kaum geglaubt, als ich das erste Mal von der Spende gehört habe“, sagte er. „Man bekommt so oft etwas versprochen. Doch dies ist das erste Mal, dass es auch gehalten wurde.“

„Dürfen nicht vergessen“

Die Spendenaktion lag der Firma Seeger-Orbis, die Sicherungs- und Sprengringe herstellt, am Herzen. „Auch wir hatten schon Arbeitsunfälle“, so Matthias Wacker. „Glücklicherweise keinen derart verheerenden. Dennoch finden wir es wichtig, dass diese Menschen einfach nicht in Vergessenheit geraten.“

Daher appelliert er auch an die Kollegen und vor allem an andere Unternehmen in der Region: „Ich fände es schön, wenn sie sich ein Beispiel an unserer Spendeninitiative nehmen würden und nachziehen“, sagt er. Damit Kämpfern wie Jan Pfeiffer auf ihrem harten Weg nicht noch weitere Steine in den Weg gelegt werden.

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