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Thema "Flüchtlinge": Stadtverordnete stehen zur Hilfe für die Flüchtlinge

Im neu eröffneten „Sozialen Treffpunkt“ in Waldhausen erörtern Bürgermeister Hans-Peter Schick und ein Betreuer (rechts) mit ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern die Lage in der Hilfe für Flüchtlinge. Foto: Horz Im neu eröffneten „Sozialen Treffpunkt“ in Waldhausen erörtern Bürgermeister Hans-Peter Schick und ein Betreuer (rechts) mit ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern die Lage in der Hilfe für Flüchtlinge.
Weilburg. 

In ihrer Sitzung mit lebhaften Debatten kamen die Weilburger Stadtverordneten bei den meisten der insgesamt zehn Tageordnungspunkte meist mit einstimmig gefassten Beschlüssen einen Schritt weiter. Auch bei dem zum „Dauerbrenner“ werdenden Thema „Flüchtlinge“.

Einer der Schwerpunkte war der Bericht des Bürgermeister über den Sachstand in der Erstaufnahme asylsuchender Menschen in den bis jetzt geschaffenen Einrichtungen. In der Erstunterkunft in der Industriestraße in Waldhausen zeige sich eine dankenswerte Welle der Hilfsbereitschaft und Spendenfreudigkeit von Institutionen, Vereinen und Privatpersonen. Drei große Aufgaben stünden heute und in Zukunft an: Die Erstunterkunft Waldhausen mit 600 Plätzen, das ausschließlich für Familien befristete Winterquartier Jugendherberge mit 100 Plätzen und die Gemeinschaftsunterkünfte in Gaudernbach, Hasselbach, Odersbach, Waldhausen, Drommershausen und Weilburg mit insgesamt 222 Plätzen. Die Kosten für die Unterkünfte trügen Bund und Land, Aufgabe der Stadt seien die sozialen Leistungen für die asylsuchenden Menschen, für die der Magistrat bereits 10 000 Euro für Hilfsprojekte vor Ort zur Verfügung gestellt habe. Er sei dem Land Hessen dankbar, dass es die Kosten für den vor einigen Tagen eingerichteten „Sozialen Treffpunkt“ und drei Sozialarbeiter übernommen habe. Leistungen, die die Stadt innerhalb der Erstunterkunft erbringe, würden vom Land komplett erstattet.

Für kommenden Dienstag, 29. September, 19 Uhr, sei die Bevölkerung zu einem „Treffen der Hilfe“ in das Bürgerhaus Waldhausen eingeladen. Dabei gehe es um Notwendigkeiten und Organisation der Hilfe, bei dem Erstunterkunft, Winterquartier und Gemeinschaftsunterkünfte in den Blick genommen würden.

In den Gemeinschaftsunterkünften lebten viele Menschen, die bereits als Asylberechtigte anerkannt seien oder denen die Flüchtlingseigenschaft zuerkannt sei. Viele von ihnen würden ihre Familienangehörige bald nachkommen lassen. Es sei damit zu rechnen, dass diese Menschen dann als obdachlos gelten und sich an die Stadtverwaltung wenden. Obdachlosigkeit stelle eine Gefahr im Sinne des Hessischen Gesetzes über die öffentliche Sicherheit und Ordnung dar, der entsprechend begegnet werden müsse. Es sei davon auszugehen, dass die Kommune ein Unterbringen bewerkstelligen müsse. „Vor uns liege ein langer und steiniger Weg. Aber unser Grundgesetz verpflichte uns zu den Leistungen einer sozial verantwortungsvollen Bürgerschaft.“

Sozialer Treffpunkt

Binnen weniger Tage habe die Stadt bereits rund 2000 Euro an finanziellen Spenden erhalten. Weitere Spenden würden erbeten. Höchst anerkennenswert sei, dass bereits 100 Mitbürgerinnen und Mitbürger sich in die Liste der Helfer eingetragen haben, von denen allein 32 sich für die Arbeit im „Sozialen Treffpunkt“ gemeldet haben, der montags bis freitags von 9 bis 12 Uhr und von l4 bis 17 Uhr geöffnet habe. Der Treffpunkt ist allerdings keine Abgabestelle für Kleider. Diese können montags von 9 bis 11 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus in Drommeshausen oder mittwochs von 14 bis 17 Uhr bei der DRK-Kleiderkammer in der Taunusstraße in Löhnberg abgegeben werden.

Abzusegnen hatten die Stadtverordneten einen Beschlussvorschlag des Magistrats, der berechtigt asylsuchende Menschen, die in Weilburg Schutz vor Krieg, Terror sowie physischer und psychischer Gewalt suchen, begrüßt. Die Stadtverordnetenversammlung bittet die Bürgerschaft, das Rathaus und alle Partner, alle erforderliche Hilfe zu leisten. Auch stimmte sie einer außerplanmäßigen Ausgabe in Höhe von 50 000 Euro für die Einstellung von bis zu drei Sozialarbeitern im Bereich der Flüchtlingshilfe sowie für die Miete plus Nebenkosten für den Treffpunkt zu.

(mhz)
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