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Start ins deutsche Arbeitsleben

Flüchtlinge schnell auf dem Arbeitsmarkt zu integrieren, das es ein erklärtes Ziel der großen Politik und vieler Verbände. Der Weg in den Arbeitsmarkt führt für Salaad Odowaa Fahar über den Bauhof der Stadt Hadamar.
Alaad Odowaa Fahar mit seinem neuen Arbeitsgerät. Foto: Heike Lachnit Alaad Odowaa Fahar mit seinem neuen Arbeitsgerät.
Hadamar. 

Salaad Odowaa Fahar (29) aus Somalia hat beim Bauhof der Stadt Hadamar sein Praktikum begonnen. Die kommenden zwei Monate lernt er hauptsächlich die Pflege der Grünflächen kennen. Dieses Praktikum wird seine erste berufliche Erfahrung nach seiner Flucht sein.

Da er der erste Flüchtling ist, der für die Stadt arbeiten wird, begrüßte ihn Bürgermeister Michael Ruoff an seinem ersten Tag am Bauhof. In Hadamar gibt es 100 000 Quadratmeter Grünfläche, die gepflegt werden müssen, und da sei jede helfende Hand willkommen. Obwohl er die Initiative bereits im vergangenen Sommer startete, dauerte es eine Weile, bis alle Regularien erledigt waren. Die rechtlichen Regelungen seien sehr kompliziert und mannigfaltige Vorschriften verhindern die Einstellung von Flüchtlingen, so der Bürgermeister. „Hier besteht dringender Handlungsbedarf, um die Beschäftigung zu erleichtern“, erläuterte er. Sei doch die Beschäftigung neben der Sprache wichtig zur Integration. Der Somalier wird der erste von weiteren Flüchtlingen sein, die ein Praktikum auf dem Bauhof absolvieren.

Für seine Arbeit erhält der 29-Jährige zusätzlich zu den ihm gewährten Leistungen einen Lohn von einem Euro pro Stunde. Derzeit ist die Agentur für Arbeit dort noch außen vor, wie Ralf Fischer als Sprecher der Behörde sagte. Allerdings ist eine Gesetzesänderung bereits beschlossen. Am 14. April gab es grünes Licht dafür, 100 000 Flüchtlinge in öffentlichen Einrichtungen als Ein-Euro-Jobber zu beschäftigen. Das wird dann über die Agentur für Arbeit umgesetzt. Es könnte also einfacher für Kommunen werden, Flüchtlinge zu beschäftigen.

Die Praktikas laufen mit der Genehmigung der Ausländerbehörde des Landkreises. Nach Angaben von Bernd Kexel, Sprecher der Kreisverwaltung, liegt die Zahl der Flüchtlings-Praktikanten im Landkreis unter 100.

Salaad Odowaa Fahar befindet sich seit zwei Jahren und acht Monaten in Deutschland. Zuerst war er in Thalheim untergebracht. Seit einem Jahr wohnt er nun in Niederhadamar. Da sein Profil auf die Praktikumsstellen passte und sein Asylverfahren schon abgeschlossen ist, erfüllte er die Voraussetzungen für die Stelle, erläuterte Büroleiter Rainer Schmidt, der zusammen mit Heinz-Günther Wengenroth, Leiter Bauhof, alles organisierte und in die Wege leitete.

Bis 2. Juni beschäftigt

Der 29 Jahre alte Flüchtling besuchte im Vorfeld noch einen Deutsch-Crashkurs und wird nun Montag bis Donnerstag auf dem Bauhof arbeiten und freitags weiter die Schule besuchen. Beim Anblick des Rasenmähers schaute er etwas erstaunt. Solch ein Gerät war ihm völlig unbekannt. In Somalia gebe es kaum grüne Flächen, da der Regen fehlt, so Fahar.

In dem Praktikum soll geprüft werden, ob der Somalier mit den geregelten Arbeitszeiten und den Anforderungen eines Betriebes klar kommt. Bis zum 2. Juni lernt er die verschiedenen Arbeiten auf dem Bauhof kennen. Auch wenn das Praktikum sehr gut läuft, kann Ruoff keine Aussichten auf eine weitere Beschäftigung machen. Er habe nicht die finanziellen Möglichkeiten, eine Stelle am Bauhof zu schaffen. Gebe es jedoch Fördermittel für die Integration von Flüchtlingen, könne geprüft werden, welche Möglichkeiten es gibt. lh

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