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Bürgermeisterkandidat: Stefan Anschütz erklärt seine Pläne für die Gemeinde

Was ist den Villmarer Bürgermeister-Kandidaten wichtig? Wo sehen sie in der Gemeinde Handlungsbedarf? Welche Schwerpunkte wollen sie setzen? Um das herauszufinden, sind wir mit ihnen auf Tour gegangen. Fünf Plätze ihrer Wahl sollten sie mit uns anfahren, die für sie als Bürgermeister eine besondere Bedeutung haben. Heute sitzen wir im Auto von Stefan Anschütz, der als unabhängiger Kandidat antritt.
Nur wenige Zentimeter neben Stefan Anschütz rauscht der Bus auf der Durchgangsstraße in Weyer vorbei. Nur wenige Zentimeter neben Stefan Anschütz rauscht der Bus auf der Durchgangsstraße in Weyer vorbei.
Villmar. 

Stefan Anschütz steht pünktlich an der Haustüre, bewaffnet mit einem kleinen Zettel. „Auf die Klassiker wie Lahnbrücke oder Marmormuseum verzichte ich, da gehen bestimmt schon einige der Mitbewerber hin“, sagt er und startet von Seelbach aus in Richtung Kernort.

Erste Station: Kreisverkehr an der Einmündung Weilburger Straße / Unicastraße

Der häufig frequentierte Kreisverkehr stehe stellvertretend für den starken Durchgangsverkehr im Kernort, sagt Anschütz. Mit dem wolle er sich nicht länger abfinden. Vor Jahren habe es mal Pläne für eine Umgehungsstraße gegeben, die aber offenbar mittlerweile wieder in der Versenkung verschwunden seien. Er werde alles daransetzen, dass die Planungen für die Ortsumgehung Villmar wieder Fahrt aufnähmen, kündigt der 41-Jährige an. Mit dem Kreisverkehr sei ja schon ein wichtiges Element vorhanden. Für den Kernort wäre das wichtig, um ein lebenswerteres Umfeld zu schaffen – und auch einige der Gebäude zu sanieren, die aktuell durch die Ortsdurchfahrt sehr in Mitleidenschaft gezogen würden. Als Bürgermeister wolle er solche Maßnahmen unterstützen. Außerdem will sich Anschütz dafür einsetzen, dass zunächst Baulücken im Ort geschlossen werden, bevor weitere Baugebiete ausgewiesen würden.

Eine Baustelle, wie die am Rathaus in Villmar ist nicht nur wegen der Verkehrsbehinderungen ein Ärgernis,sagt Stefan Anschütz, sondern auch wegen der Gebühren, die für die Anwohner anfallen. Bild-Zoom
Eine Baustelle, wie die am Rathaus in Villmar ist nicht nur wegen der Verkehrsbehinderungen ein Ärgernis,sagt Stefan Anschütz, sondern auch wegen der Gebühren, die für die Anwohner anfallen.

Zweite Station: Die Vereinsturnhalle des TV Villmar

Diese Halle sei ein Beispiel für eine gut gelungene Förderung durch die Gemeinde, sagt Stefan Anschütz. Damals habe sich Villmar mit 40 000 Euro an der Finanzierung der Sanierung beteiligt. „Das hat super geklappt, es ging zügig, die Summe war angemessen und das ganze Verfahren unkompliziert.“ In gleicher Weise wolle er als Bürgermeister auch die anderen Vereine der Gemeinde unterstützen. Denn die spielten eine wichtige Rolle in einem lebendigen Sozialleben, was sich auch finanziell widerspiegeln müsse.

Dritte Station: Die Straßenbaustelle am Rathaus

Anschütz geht es an diesem Tag weder um die Behinderungen, die die Baustelle schon seit Monaten mit sich bringt, noch um den deswegen abgesagten Weihnachtsmarkt, der für mächtig Ärger gesorgt hatte. Es geht um die Straßenbausatzung, die dazu führt, dass auf die Anwohner der sanierten Straße große Zahlungen zukommen. „Diese Regelung will ich abschaffen zugunsten des Solidarprinzips. Das heißt, die Gebühren würden jeweils auf alle Bürger verteilt“, sagt der unabhängige Bürgermeisterkandidat. 50 bis 100 Euro kämen dann nach seiner Schätzung pro Jahr auf jeden Bürger der Gemeinde zu. „Das ist doch in Ordnung“, findet Anschütz mit Blick auf vor allem die vielen älteren Bürger, die nun verhältnismäßig plötzlich mit Forderung von 10 000 Euro und mehr konfrontiert seien.

Der Kreisverkehr sollte in nicht allzu ferner Zeit Teil der Umgehungsstraße sein, fordert Stefan Anschütz. Bild-Zoom
Der Kreisverkehr sollte in nicht allzu ferner Zeit Teil der Umgehungsstraße sein, fordert Stefan Anschütz.

Vierte Station: Durchgangsstraße durch Weyer

Kaum angekommen brettert schon ein langer Lkw an Stefan Anschütz vorbei, der auf dem schmalen, höchstens 30 Zentimeter breiten Bürgersteig steht. Auf der anderen Straßenseite hat er ebenfalls nicht mehr Platz zur Verfügung. Diese Situation habe man über Jahre hinweg in Kauf genommen, sagt Anschütz. Die Straße sei immer breiter geworden, die Bürgersteige seien mittlerweile an gleich mehreren Stellen im Ortskern so schmal, dass sie kaum zu Fuß und schon gar nicht mit dem Kinderwagen oder dem Rollator zu benutzen seien. Gleichzeitig werde oft viel schneller gefahren, als in diesem Bereich erlaubt und das nicht nur von Pkw, sondern auch von Lastwagen und Bussen. Anschütz will mit den Anwohnern besprechen, welche Maßnahmen am sinnvollsten seien. Er könnte sich neben Tempo-Kontrollen Bodenschwellen oder künstliche Hindernisse im Straßenverlauf vorstellen, um die Geschwindigkeit zu reduzieren. An einigen Stellen könnte womöglich durch den Ankauf von Flächen der Bürgersteig wieder auf ein normales Maß gebracht werden.

Fünfte Station: Die Nachbarstadt Runkel an der Fahrstrecke des Runkeler Buschen

„So etwas will ich auch für Villmar“, sagt Stefan Anschütz. Das Runkeler Buschen kann von Senioren in Runkel für die Fahrt innerhalb des Stadtgebiets, aber auch für Behördengänge oder Einkaufstouren in Limburg angefordert werden. Auch für die Senioren in Villmar brauche es eine Initiative, die es ihnen ermöglicht, zum einen die verschiedenen Angebote im Kernort zu erreichen, zum anderen aber auch von einem Ortsteil in den anderen kommen. Er stellt sich ein regelmäßig verkehrendes Angebot vor. Die aktuellen Busverbindungen seien völlig unzureichend. Das Seniorenheim im Kernort liege aber so weit abseits, dass der Weg in den nächsten Laden für die alten Menschen kaum zu Fuß zu bewältigen sei. „Sonst hätte sich in einer der Bäckereien in Zentrum längst ein Treffpunkt herauskristallisiert“, sagt Anschütz. Der Kandidat ist zuversichtlich, dass sich genügend Spender finden ließen, um ein solches Angebot auch in Villmar zu installieren. „Weinbach ist ein gutes Beispiel, dass es klappen kann. Es muss sich nur jemand dahinter klemmen.“

Podiumsdiskussion der NNP

Eine Möglichkeit, sich einen persönlichen Eindruck von den sieben Kandidaten zu machen besteht am Mittwoch, 21. Februar, ab 19 Uhr in der König-Konrad-Halle in Villmar. Dann werden die potenziellen Bürgermeister bei der Podiumsdiskussion Rede und Antwort stehen. Es moderieren Redaktionsleiter Joachim Heidersdorf und Redakteurin Katja Mielcarek. Auch das Publikum wird Gelegenheit zum Fragen haben.

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