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Gesundheit: Tipp vom Mediziner - Was gute Ernährung ausmacht

Von Dr. Wolfgang Wagner, Facharzt für Innere Medizin in Bad Camberg, hat ein Buch über Ernährung geschrieben. Es gibt Tipps, die medizinischem Fachpersonal, aber auch pflegenden Angehörigen zugute kommen.
Dr. Wolfgang Wagner aus Dauborn, Facharzt für Innere Medizin in Bad Camberg, hat ein Buch über Ernährung geschrieben. Foto: Petra Hackert Dr. Wolfgang Wagner aus Dauborn, Facharzt für Innere Medizin in Bad Camberg, hat ein Buch über Ernährung geschrieben.
Dauborn. 

Unsere Esskultur verfällt. Dr. Wolfgang Wagner beobachtet das nicht nur im Großen, sondern auch im näheren Umfeld: Früher wurden in der Familie alle Mahlzeiten gemeinsam eingenommen. Jetzt sind es von acht Personen gerade mal zwei, die am Mittagstisch zusammenkommen. Wenn das klappt. Schule, Beruf, Ausbildung, Studium – jede Familie hat eine Menge Termine unter einen Hut zu bringen. Noch schwerer wird es, wenn es um die Pflege eines Angehörigen geht, oder wenn zum Beispiel ein naher Verwandter aus dem Krankenhaus entlassen wird und „mit der Ernährungssonde nach Hause geht“, wie es der Facharzt für Innere Medizin knapp formuliert. Was tun?

30 Jahre aktiv

Manche Situationen sind sehr fordernd. Dr. Wagner, seit über 30 Jahren in Krankenhäusern tätig, davon die längste Zeit in der Neurologischen Reha-Klinik in Bad Camberg, weiß wovon er spricht. In der Zusammenarbeit mit Patienten, Assistenzpersonal, Medizinstudenten und Hausärzten kommen immer wieder Fragen auf, die ihn nicht nur beruflich beschäftigen. Deshalb hat er sich jetzt entschieden, ein Buch zu veröffentlichen. Auf 160 Seiten umreißt er Problemstellungen, gibt Tipps und erklärt so einiges zum Thema Ernährung.

Als „kleine Vorlesung für alle“ richtet sich das Werk an ein breites Publikum, doch medizinisches Personal oder auch pflegende Angehörige sind die eigentliche Lesergruppe. Kann man es als Laie verstehen? Edelgard Grimm beantwortet das mit einem klaren „Ja“. Sie ist die Schwester des Autors und „mein Kompass“, wie er es selbst formuliert. Als Nicht-Medizinerin habe sie es mit Interesse gelesen, auch wenn nicht alles leicht verständlich war.

Gesunde Getränke

Beispiel: Was möchten Sie trinken? Millionen von Infektionen weltweit werden durch verseuchtes Wasser verursacht. Gleichzeitig ist in Deutschland das Leitungswasser strengstens überwacht. „Und durch seinen Kalkgehalt sogar eine natürliche Kalziumquelle“, sagt der Spezialist. „Ab und zu wird vor Colibakterien gewarnt, dann kocht es jeder ab.“ Das gilt im täglichen Leben, aber noch viel mehr im Krankenhaus. Dort muss Wasser zur Gabe über eine Sonde immer etwa zwei Minuten lang kochend erhitzt werden, damit es sicher keimfrei ist. Medizinisches Personal weiß es, Laien lernen es, und wer zu Hause schon häufig Leitungswasser trinkt, fühlt sich in seinem Verhalten bestätigt.

Vielfältig essen, dabei maßhalten, lautet sein grundsätzlicher Tipp. „Man darf im Prinzip alles essen, muss sich nur genug bewegen“, fasst er zum Thema Übergewicht zusammen. Laktoseintoleranz, zusätzliche Gabe wie zum Beispiel Vitamin D im Winter, veränderte Essgewohnheiten sind Punkte, die der Autor aufgreift und kritisch hinterfragt. Außerdem: Er bezieht sich auch im Gespräch gerne auf Studien. „Es gibt kein Thema, zu dem es keine Studie gibt. Mindestens eine“, sagt der Facharzt. Er fügt dieses Wissen zusammen, um ein Bild zu zeichnen. Gleichzeitig ist dieses Buch durch die sehr strukturierte Gliederung als kleines Nachschlagwerk zu gebrauchen.

Warum jetzt, nach 30 Jahren? Weil für Dr. Wolfgang Wagner der richtige Zeitpunkt gekommen ist, könnte man sagen. Er hat zu oft beobachtet, welche Fragen gestellt werden. So ist es ihm ein Anliegen, in seinem Fachgebiet einen Überblick zu geben, bei dem – so formuliert er es selbst – „das Weglassen das Schwierigste war“. Komprimieren, darstellen, Hilfestellung geben. Darauf kommt es ihm an. Und: Vielleicht doch im Alter von 61 Jahren „eine kleine Erdenspur“ zu hinterlassen.

Eigene Erfahrung

Mit dazu beigetragen, dass er dieses Buch geschrieben hat, hat aber auch eine Erkrankung. „Früher habe ich mich sehr viel bewegt“, sagt der Mediziner. Laufen, Joggen, der Garten – alles in allem ein sehr guter Ausgleich zur beruflichen Tätigkeit. Aus gesundheitlichen Gründen ist dies nun eingeschränkt. „Aber wenn ich mich körperlich nicht so bewegen kann, wie ich das möchte, kann ich das geistig tun“, sagt der Dauborner, der aus einer landwirtschaftlichen Familie stammt. Da war es früher selbstverständlich, ganz genau zu wissen, was auf den Tisch kommt. Ganz anders als heute.

 

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