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Unterkünfte ohne Flüchtlinge

Vier Notunterkünfte für 1000 Flüchtlinge wurden im Auftrag des Landes noch auf die Schnelle im alten Jahr aus dem Boden gestampft, nur eine wird inzwischen benutzt, die anderen stehen noch leer.
Limburg-Weilburg. 

Die Leichtbauhallen stehen, die Umzäunung ist vorhanden – doch Bewohner sind nicht vorhanden. Das ist auf dem Sportplatz in Schadeck der Fall und an der Goetheschule in Limburg. Und auch in den Industriehallen in Dehrn ist alles ruhig. Eigentlich sollten dort längst Flüchtlinge leben. Aber es sind bisher keine eingezogen. Das Land Hessen benötigt diese Notunterkünfte zunächst einmal nicht. Lediglich der ehemalige Supermarkt in Villmar dient wie vorgesehen Flüchtlingen als Unterkunft.

„Das Land Hessen hatte im letzten Quartal des vergangenen Jahres angekündigt, dass der Landkreis Limburg-Weilburg kurzfristig mit einer Beauftragung zur Einrichtung und zum Betrieb von Notunterkünften für die Unterbringung von Flüchtlingen zu rechnen habe“, skizziert Bernd Kexel, Sprecher des Landkreises, die ersten Ankündigungen. Das Land nahm dabei den Landkreis in die Pflicht, dem die Organisation übertragen wurde. Hallen wurden angemietet, Unternehmen für künftige Dienstleistungen gefunden.

Bürgerversammlungen

In den betroffenen Kommunen gab es Bürgerversammlungen wegen der bevorstehenden Einrichtung weiterer Flüchtlingsunterkünfte. In Runkel gab es dabei auch deutlich hörbare kritische Stimmen, die sich vor allem gegen die Art und Weise der „Einziehung“ des Sportplatzes richtete, der zu sportlichen Zwecken an den TV Schadeck verpachtet war. In der Unterkirche der Pallottiner in Limburg verlief die Bürgerversammlung recht ruhig, dort bezogen auch zahlreiche Aktive aus der Flüchtlingshilfe Position.

Zwei Einrichtungen, die in dieser Bürgerversammlung vorgestellt wurden, werden derzeit auch genutzt. Es handelt sich um die zwischen Kreissporthalle und den Wohnhäusern aufgestellte Container und die Industriehalle der ehemaligen Firma Ohl auf der Dietkircher Höhe. Nach Angaben von Kexel handelt es sich dabei um Einrichtungen des Landkreises. Die Industriehalle wurde mit Trennwänden versehen. Bis zu 250 Flüchtlinge sollen dort einziehen können, die Container an der Kreissporthalle bieten eine Bleibe für rund 130 Flüchtlinge. In den Containern leben die Flüchtlinge wie in Wohngruppen.

Gegen Ende des vergangenen Jahres wurde deutlich, dass der zunächst angedachte Zeitplan zur Belegung der Notunterkünfte des Landes nicht eingehalten wird. Ursprünglich sollten die ersten Flüchtlinge noch vor Weihnachten einziehen, dann wurden die ersten Januarwochen genannt, dann kam das Signal aus Wiesbaden, dass vor der dritten Januarwoche nicht mit einem Bezug zu rechnen ist. „Aktuell wurde nun mitgeteilt, dass auf Grundlage der derzeitigen Zugangsprognosen und die dem Land zur Verfügung stehenden Liegenschaften die Landkreise bis auf Weiteres nicht mehr mit einer Beauftragung zu rechnen haben“, sagt Kexel.

Not an Wohnungen

Kurzfristige Änderungen seien jedoch nicht auszuschließen, heißt es weiter aus dem Kreishaus. Was derzeit zur Verfügung stehe und aufgebaut sei, solle auch erst einmal weiter zur Verfügung stehen. Auch prüft das Land nach Angaben des Pressesprechers des Landeskreises, ob bereits ergriffene oder umgesetzte Vorbereitungen als sinnvolle Ergänzung in den Bestand des Landes übernommen werden können. Diese Prüfung müsse abgewartet werden.

Möglicherweise gibt es in den kommenden Monaten auch Bedarf durch den Landkreis selbst. Wie Landrat Manfred Michel (CDU) vor wenigen Tagen im Haupt- und Finanzausschuss des Kreistages mitteilte, muss der Landkreis im neuen Jahr pro Quartal 850 Flüchtlinge unterbringen. Das wären mehr doppelt so viele wie im vergangenen Jahr, als rund 1600 Flüchtlinge in die Obhut des Kreises kamen. Und was Wohnraum angeht, hat der Landrat die Bürgermeister der 19 Gemeinden und Städte erneut in die Pflicht genommen. Die bisherigen Rückmeldungen waren nicht überzeugend.

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