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Unterschiedliche Einschätzungen: Versorgungsqualität für Patienten gefährdet?

Während die Christlich-demokratischen Arbeitnehmer Verschlechterungen bei der Behandlung in Krankenhäusern befürchten, glaubt der Verwaltungsratsvorsitzende von St. Vincenz an einen gleichbleibenden Stand.
Erwin Reuhl (rechts) glaubt an eine gleichbleibende Qualität für Patienten und Mitarbeiter. Erwin Reuhl (rechts) glaubt an eine gleichbleibende Qualität für Patienten und Mitarbeiter.
Limburg/Hadamar. 

Der Verwaltungsratsvorsitzende der Limburger Krankenhausgesellschaft St. Vincenz, Erwin Reuhl, glaubt, dass der große öffentliche Protest gegen die geplante Krankenhausreform Wirkung gezeigt hat. Diese Einschätzung vertrat er bei einem Informationsbesuch der Kreisverbände Limburg-Weilburg der Christlich-demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) und der Frauen Union der CDU im Hadamarer Gesundheitszentrum St. Anna.

Reuhl geht deshalb davon aus, dass sich die mit der Reform verbundene Verschlechterung der Versorgungsqualität nicht einstellt und für eine optimale Behandlung vorerst nicht aus eigener Tasche draufgezahlt werden müsse. Auch ist er überzeugt, dass die Zahl der Mitarbeiter nicht reduziert werden müsse. Das sei ohnehin nicht vorstellbar, da die Mitarbeiter arbeitsmäßig schon voll gefordert seien. Ebenfalls sei es keine Option, in der Region Krankenhausbetten abzubauen, denn diese würden alle weiterhin benötigt.

Für die Menschen sei eine wohnortnahe Versorgung nach wie vor sehr wichtig. Gerade ältere, schwerkranke Patienten wollten ihre letzte Zeit in der gewohnten Umgebung verbringen und nicht etwa in einer Klinik in einer fremden Stadt. Von daher müsse alles dafür getan werden, dass die Qualität der medizinischen Versorgung in der Region dauerhaft erhalten bleibe und nicht zur Kostenredizierung alles in den Großstädten zentralisiert werde.

Erwin Reuhl betonte aber auch, dass auch die St.-Vincenz-Gesellschaft an neuen Konzepten arbeiten müsse. Denn das Geld werde knapper, wenn die jährlich für die Mitarbeiter anfallenden Tariferhöhungen nicht mehr durch Mehreinnahmen gedeckt werden könnten. Reuhl konnte das noch nicht konkret beziffern, rechnet aber damit, dass es um mehrere Hunderttausend Euro gehe, die der Gesellschaft am Ende eines Jahres im Vergleich zu früher fehlen werden.

Die optimale Versorgung Kranker dürfe trotzdem nicht gefährdet werden. Doch durch eine optimale Kooperation im heimischen Netzwerk mit niedergelassenen Ärzten könnten beispielsweise Doppeluntersuchungen vermieden werden. Ebenfalls werde in Limburg versucht, in den Ressorts Bau- und Sachkosten Gelder einzusparen. Ein genaues Konzept müsse aber noch ausgearbeitet werden. Dafür werde viel Phantasie gefragt sein.

CDA-Kreisvorsitzender Lothar Leinz (Hadamar) befürchtet trotz Reuhls Einschätzung dennoch, dass es auch in der Krankenversorgung in der Region über mittlere Sicht zum weiteren Personalbbau kommen könne, wenn Einsparungen notwendig würden. Nach seiner Einschätzung haben die Mitarbeiter in den Krankenhäusern schon heute durch immer intensivere Dokumentationspflichten zu wenig Zeit, um sich intensiv um die Patienten zu kümmern. Die Politik eines Krankenhauses müsse sich, so der CDA-Kreissprecher, weiterhin in erster Linie am Wohl der Patienten orientieren. Es könne nicht sein, dass Menschen, die ihr ganzes Leben lang ins Gesundheitssystem einbezahlt hätten, am Ende dafür mit Leistungsreduzierungen bestraft würden. Ebenfalls müsse auch Mitarbeitern die Luft zum Atmen gelassen werden. Wenn Mitarbeiter dauerhaft überfordert würden, um Geld einzusparen, dann könne die CDA dies als Arbeitnehmervertretung nicht hinnehmen. rok

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