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Gemeinde Dornburg: Viel Verständnis für Flüchtlinge in Frickhofen

Seit einer Woche befinden sich 21 Flüchtlinge in Frickhofen. Um keine Ängste unter der Bevölkerung aufkommen zu lassen, lud die Gemeinde zusammen mit der Kirche zu einem Infoabend ein.
Marianne Zimmermann vom Kreis-Sozialamt (rechts) erklärte, wie die Flüchtlinge auf die Kommunen verteilt werden. Foto: Heike Lachnit Marianne Zimmermann vom Kreis-Sozialamt (rechts) erklärte, wie die Flüchtlinge auf die Kommunen verteilt werden.
Dornburg-Frickhofen. 

Rund 50 Frickhöfer folgten am Donnerstagabend der Einladung, sich über die Situation der Flüchtlinge in Frickhofen zu informieren. Die Hälfte von ihnen entschied sich schon direkt, sich ehrenamtlich einzubringen.Bürgermeister Andreas Höfner liegt viel daran, eine Willkommenskultur entstehen zu lassen.

Marianne Zimmermann vom Sozialamt des Kreises Limburg-Weilburg erklärte den Anwesenden, wie die Flüchtlinge auf die Kommunen verteilt werden. Bisher müsse der Landrat nicht auf eine Quote zurückgreifen, um die Asylsuchenden zu verteilen. Wenn dienstags ein Bus vor dem Kreishaus ankommt, dann greifen die Mitarbeiter vom Sozialamt zum Telefon und suchen eine Unterkunft. „Diese Praxis hat bisher gut funktioniert“, so Zimmermann. Neben der Erstausstattung und der Unterstützung bei Behördengängen können die Mitarbeiter vom Amt leider nicht viel mehr machen, weshalb sie auf ehrenamtliche Unterstützung aus der Bevölkerung angewiesen sind.

 

„Kein Anlass für Angst“

 

Die Anwesenden zeigten sich sehr interessiert an den Ausführungen und es kristallisierte sich schnell heraus, dass das Thema Sprache allen am Herzen liegt. Teilnehmer der Versammlung konnten von positiven Erfahrungen aus den Ortsteilen Wilsenroth, Dorndorf und Thalheim berichten, wo schon regelmäßig Sprachkurse mit Flüchtlingen stattfinden. Eine Kursleiterin berichtete, dass sie erstaunt war, wie schnell die Menschen die deutsche Sprache lernen würden und wie begeistert sie diese Angebote annehmen würden. Der Bürgermeister wies darauf hin, dass die Erstkontakte wichtig seien, denn diese würden Vertrauen schaffen.

Die Flüchtlinge in Frickhofen sind im ehemaligen Haus Schlitt untergebracht. Jens Schäfer baute dieses Haus um, damit Asylsuchende dort ein Zuhause finden. Diese Unterkunft ist die vierte, die Schäfer im Kreis betreibt. Schäfer informierte darüber, welche Auflagen er von Bauamt und Brandschutz erfüllen muss. Er bot den Bürgern an, sich gerne die Unterkunft anzuschauen, um sich ein Bild davon zu machen, wie die Menschen untergebracht sind.

Seit dem 1. April ist die Unterkunft teilbelegt, ab dem 1. Juni ist eine Vollbelegung mit 42 Personen möglich.

In einem weiteren Treffen möchte sich die Gemeinde und Kirche mit den ehrenamtlichen Helfern zusammensetzen, um Aktionen zu planen. Dabei kam der Wunsch aus der Versammlung auf, nicht alle Aufgaben in den einzelnen Ortsteilen zu doppeln. Das Angebot an Sprachkursen sollte direkt in den Ortsteilen stattfinden. Aber es gebe auch Aktionen, die ortsteilübergreifend angeboten werden könnten wie Wanderungen oder Spielenachmittage. Bevor alle losstürmten mit ihren Hilfsangeboten, wies Jens Schäfer darauf hin, sich mal kurz in die Menschen hineinzuversetzen und sie nicht gleich zu bestürmen. Sie hätten einen langen Weg hinter sich und müssten erstmal zur Ruhe kommen. Der Bürgermeister appellierte zum Schluss: „Nehmt die Botschaft mit ins Dorf, dass niemand Angst haben muss.“ lh

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