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14 Ortsgemeinden sagen nein: Vollgas im Kampf gegen Windkraft

Beeindruckende Zeichen gegen Windkraft in der Region: Klaus Hennemann hat Verbandsgemeinde-Bürgermeister Michael Schnatz ein von Mitgliedern aus 14 Ortsräten unterzeichnetes Positionspapier gegen Anlagen im Wald der Verbandsgemeinde übergeben; Görgeshausen gibt den Bau eigener Windräder auf und wehrt sich gegen Windparks in Eppenrod, Altendiez und im Westerwaldkreis.
Horhausens Ortsbürgermeister Klaus Hennemann (links) übergibt ein Positionspapier mit Unterschriften aus 14 Gemeinderäten an Verbandsgemeinde-Bürgermeister Michael Schnatz. Die Unterzeichner wehren sich gegen Windräder im Wald der Verbandsgemeinde. Foto: Rolf Kahl Horhausens Ortsbürgermeister Klaus Hennemann (links) übergibt ein Positionspapier mit Unterschriften aus 14 Gemeinderäten an Verbandsgemeinde-Bürgermeister Michael Schnatz. Die Unterzeichner wehren sich gegen Windräder im Wald der Verbandsgemeinde.
Region. 

Kaum ein Ort in der Verbandsgemeinde, den das Thema nicht berührt: In Hambach stand Peter Sehr nach Rodungen und Arbeiten an Waldwegen kurz vor einem Strafantrag, Gückingen hat das Nein gegen ein Windrad am Limburger Tierheim erneuert und wird in der Nähe des Neubaugebietes weder Flächen noch Wege freigeben, in Hirschberg , wo Ortsbürgermeister Gunter Meckel ohne künftige Pachteinnahmen unverhohlen mit höheren Steuern und Abgaben droht, hat mit Matthias Lotz einer der größten Windkraft-Fans den Gemeinderat verlassen, und in Altendiez läuft erfolgreich eine zweite – ausschließlich auf Einwohner bezogene – Unterschriftenaktion. Dort wirft die Tatsache, dass ein für das Umspannwerk ausgewähltes Grundstück nahe „Lichte Eichen“ die Gasleitung der Essener Eon Ruhrgas AG tangieren würde, ein bezeichnendes Licht auf Gutachten und Untersuchungen . . .

Ähnlich negativ hatte sich über vorliegende Expertisen schon Klaus Hennemann in einer Bürgerversammlung in Holzappel geäußert. Der Ortsbürgermeister von Horhausen, auch Mitglied der Bürgerinitiative „Gegenwind Höchst“, war jetzt Überbringer eines bemerkenswerten Papiers an den Bürgermeister der Verbandsgemeinde . Gemeinderäte aus 14 Ortschaften von Birlenbach und Balduinstein bis Isselbach fordern – und besiegeln dies durch ihre Unterschriften – den Verzicht auf Windräder in den Waldgebieten der Verbandsgemeinde.

Während sich in Elz Bürgermeister Horst Kaiser im Schatten der mächtigen Anlagen zumindest über Pachteinnahmen und Überschussbeteiligungen im Falle einer Überproduktion freuen kann, ist er inzwischen „heilfroh, dass wir uns nicht beteiligen mussten“. Immer neue Forderungen und Auflagen hätten das Projekt in hohem Maße beeinflusst, beschreibt der CDU-Politiker rückblickend den Verzicht auf das ursprünglich vorgesehene Engagement seiner Gemeinde.

Schlagschatten

In Görgeshausen zieht der Gemeinderat wesentlich früher die Notbremse. Nach Erfahrungen mit Schlagschatten in Küchen, rauschenden Rotorblättern und irritierendem Rotlicht aus Elz distanzieren sich die Kommunalpolitiker ausdrücklich von Plänen, die ihnen in der Umgebung rund drei Dutzend Anlagen bescheren könnten. Aus Sorge, von Windrädern umzingelt zu werden, sind auch die beiden „eigenen“ Kraftwerke am Löwenstein kein Thema mehr. Aus gutem Grund: Abgesehen von den bestehenden Standorten in Elz und Planungen nahe Heilberscheid lassen Vorhaben in Altendiez und Eppenrod die Görgeshausener um den Wohnwert ihrer Ortschaft fürchten. Und dabei hat Ortsbürgermeister Jürgen Kindler nicht nur den künftig möglichen Rundumblick vor Augen – auch der Baustellenverkehr quer durchs Dorf würde beängstigende Ausmaße annehmen. Allein für acht Anlagen im Staatsforst bei Altendiez müssten 240 Schwertransporte den Ort durchqueren, haben sie im Rat hochgerechnet. 1000 Lkw-Ladungen Schotter und 1376 Betontransporte kämen zum vorhandenen Verkehrsaufkommen noch hinzu. Insgesamt aber geht es allein in der VG Diez um bis zu 23 neue Anlagen, und den Abbau von drei bestehenden. Eine Verkehrsbelastung, die den Bewohnern der betroffenen Ortschaften bisher stets verschwiegen wurde . . . Nentershausen hatte Windkraft sofort abgelehnt, wie Ortsbürgermeister Thomas Weidenfeller bemerkt.

Heistenbach sieht sich nach Rücksprache mit der Verbandsgemeinde nicht in der Lage, Einfluss auf das laufende Verfahren (zunächst Fortschreibung des Flächennutzungsplanes) zu nehmen. Die Gemeinde räumte zwar gegen finanziellen Ausgleich ein Wegerecht ein und soll auch einen Anteil aus den Pachteinnahmen bekommen, ist aber kein Vertragspartner der Projektentwickler (und sieht Altendiez ohnehin als Initiator). Der Rat, der sich über den Umgang der Windkraftgegner mit Ortsbürgermeister Peter Solbach in der Bürgerversammlung ärgerte, möchte sich nicht gegen Windräder positionieren, um Ausgleichszahlungen nicht zu gefährden.

Hambach nimmt einen anderen Standpunkt ein: Im Falle von Baugenehmigungen für Windräder oberhalb des Dorfes will Ortsbürgermeister Peter Sehr den Klageweg beschreiten.

(hbw)
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