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Auf dem Weg rund um Ohren: Wandern mit dem besten Freund

Seit 16 Jahren bietet die „Interessengemeinschaft für Hundeerziehung“ einen Hunde-Schulausflug an. Auch bei der diesjährigen Herbstwanderung freute sich der Verein über eine rege Teilnahme.
Gemütliche Rast für Frauchen und Hund: Die Wanderung dient in erster Linie der Geselligkeit. Bilder > Gemütliche Rast für Frauchen und Hund: Die Wanderung dient in erster Linie der Geselligkeit.
Hünfelden. 

Das Wetter an diesem Frühherbstmorgen könnte schöner nicht sein. Auf dem Grillplatz in Ohren lichtet sich gerade der Nebel, etliche Wanderer – die einen in festem Schuhwerk, die anderen auf ihren „nackten“ vier Pfoten – begrüßen einander. Wobei die menschlichen Stimmen eindeutig überwiegen, Gebell ist kaum zu hören. Dass da über 20 Hunde auf dem Platz sind, vermutet man wirklich nicht.

Zweimal im Jahr verabreden sich die Mitglieder der Interessengemeinschaft für Hundeerziehung Dauborn (IfH) zu einer Wanderung mit Hund und Herrchen. Diese Wanderung dient in erster Linie der Geselligkeit, erklärt Inge Ulrich, 2. Vorsitzende des Vereins, allerdings ist auch der Lerneffekt dabei nicht zu vernachlässigen. „Die Hunde bleiben alle angeleint, zweimal werden wir die Gelegenheit haben, die Hunde auf einer Wiese laufen zu lassen. Natürlich nur, wer will, die anderen lassen ihre Hunde an der Leine und gehen einfach weiter“, erklärt Ulrich kurz die Regeln. Dann setzt sich das „Rudel“ in Bewegung. Die meisten der Wanderer kennen einander vom gemeinsamen Unterricht. Da weiß man schon sehr genau, welche Hunde miteinander können und von welchen man besser etwas Abstand nimmt. So gibt es auch kaum Probleme unter den Vierbeinern. Hier und da mal ein zu neugieriges Beschnüffeln, das mit einem zurechtweisenden Beller bestraft wird – und schon kehrt wieder Ruhe ein.

 

Königspudel vorneweg

 

Recht bald hat sich die Gruppe – insgesamt 28 Hunde und 37 Begleiter – etwas entzerrt. Einige, wie der imposante weiße Schäferhund Bronco, streben nach vorne, andere wie die 13-jährige Hundedame Bodil mögen es doch lieber etwas geruhsamer und bilden die Nachhut. Angeführt wird das Rudel von den beiden Königspudeln Ovid und Bodo. Ein stolzes Gespann, das vorbildlich neben Frauchen Uschi Monheim-Knapp mitläuft. Die gelernte Tierpsychologin und Verhaltenstherapeutin ist eine der Übungsleiterinnen bei der IfH. Auch Uschi Höller und Cornelia Kremer sind Übungsleiterinnen beim IfH und begleiten die Wanderung. Klar, dass dann beim Spaziergang auch das ein oder andere Hunde-Problem mit den Fachfrauen erörtert wird.

„Dort oben auf dem Hügel bitte mal anhalten“, gibt Moritz Klee bekannt. Zusammen mit Birgit Baumer hatte er die Strecke ausgekundschaftet. „Wer will, kann seinen Hund jetzt ableinen und laufenlassen. Die anderen gehen einfach weiter“, lauten die Anweisungen. So einfach ist das allerdings nicht – die meisten der Hunde, die die Gelegenheit zum Spielen und Tollen auf der Wiese nutzen sollen, nutzen ihre Freiheit, indem sie den angeleinten Hunden hinterher laufen – wozu hat man schließlich Hütehund-Gene, da muss man sich doch darum kümmern, dass das Rudel beisammen bleibt! Also werden alle wieder angeleint. Außer der ebenso hübschen wie eigensinnigen Irish-Setter-Hündin. Sie ist mal eben ausgebüxt und nutzt die Gelegenheit, sich auf dem Feld zu „lösen“. Onjas Frauchen behagt das nicht so recht, schließlich reicht ihr niedlicher Bolonka der Setter-Hündin nicht mal bis zum Knie. Aber die Situation ist relativ schnell geklärt und die Ausreißerin wieder angeleint.

Auf halber Strecke wartet der Verpflegungswagen auf die Wanderer. Birgit Baumer reicht Erfrischungen, Wasser für die Vierbeiner, Kaffee oder kühle Getränke und Kekse für die Zweibeiner. Ein Paar steht mit seinem Schweizer Sennenhund etwas abseits. Der bildhübsche Rüde versteckt sich hinter seinen Menschen. „Zu Hause ist er ein total lieber Kerl, er arbeitet sogar im Haushalt mit.“ Sein Lieblingsjob sei das Hereinbringen der Post. „Aber gegenüber Fremden oder seinen Artgenossen ist er leider unberechenbar“, erklärt sein Herrchen. Trotzdem ist das Ehepaar mit dabei und hat sein „geliebtes Sorgenkind“ auch während der Wanderung gut im Griff.

Bestens gestärkt gehen die Wanderer weiter, die nächste Spielwiese wartet bereits. Wieder heißt es: Wer will, kann ableinen. Der zweite Versuch läuft wesentlich besser als der erste, etliche Hunde jagen übers Feld und spielen miteinander. Ach so: Das Mitnehmen von Bällchen und anderem Spielzeug war übrigens untersagt: „Das führt nur zu unnötigen Streitereien unter den Hunden“, so die Organisatoren.

 

Marotten

 

Weiter geht’s, unterwegs genießt man das herrliche Wetter und den schönen Ausblick. Im Tal liegt noch etwas Nebel, auf der Höhe strahlt die Sonne. Von Fortschritten beim Hundetraining wird berichtet, Marotten der Vierbeiner diskutiert und schöne „Gassigeh-Strecken“ ausgetauscht. Dann führt der Weg noch einmal durch ein malerisches Waldstück zurück zum Grillplatz. Hier wartet schon Gerhard mit seiner „Seniorin“ Bodil, übrigens eine „Entlebucher Sennenhündin“. Die beiden haben sich doch lieber für eine Abkürzung entschieden. Die Stimmung der Ankömmlinge ist bestens, in Windeseile wird der Grill bestückt und ein köstliches Salat-Buffett aufgebaut. Während die Zweibeiner am Grill anstehen, liegen die Vierbeiner mehr oder weniger entspannt auf der Wiese, die Nasen in die Luft gereckt und mit sehnsuchtsvollem Blick in Richtung der ach so lecker duftenden Futterquelle. Natürlich ist Menschenfutter nichts für Hunde. Aber so ein klitzekleines Stückchen Wurst kann doch nicht schaden? Vor allem, wenn einem der unsagbar treue Hundeblick Glauben macht, dass man doch so brav mitgelaufen und nun völlig verhungert ist – und im Frühjahr auch gewiss wieder gerne mitkommt.

Von der Welpenschule über die Begleithundeprüfung bis hin zu Einzel-Beratungsstunden bietet die IfH e.V. alles zum Thema Hundeerziehung. Kontakt über Caren Götterd, 1. Vorsitzende, (0 64 31) 2 86 75 86, oder Inge Ulrich, 2. Vorsitzende, (0 61 26) 98 98 93. Internet: www.ifh-ev.de.

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