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Windkraftanlage: Warten auf die Rotorblätter: Transport steckengeblieben

Verspätungen mit mehreren Ursachen haben dafür gesorgt, dass die für Donnerstagnacht avisierten Rotorblätter fürs erste Windrad am Kuhbett nun doch erst Dienstag früh kommen. Bauleiter Ludwig bleibt cool: „...alles wird gut!“
Windkraftanlage Bad Camberg (Symbolbild) Windkraftanlage Bad Camberg (Symbolbild)
Bad Camberg. 

Bei der Anlieferung der drei Rotorblätter für die erste von vier Windkraftanlagen im Windpark Kuhbett gab es in der Nacht zum Freitag Probleme. Die drei riesigen Lkw des Düsseldorfer Spezialisten für besonders sperrige Güter mussten auf einer Raststätte an der Autobahn A 67 abgestellt werden. Dort werden sie bis Montag Nacht stehen bleiben, um sich um 22 Uhr, vorher dürfen sie auch nicht auf Autobahnen fahren, in Richtung Taunus in Bewegung setzen.

Es war 2.20 Uhr, als Thomas Galke, der Fahrer des ersten Lkw, den Reporter dieser Zeitung, der den Transport ab Friedberg begleiten wollte, anrief, um zu sagen: „Das wird heute nichts mehr, wir brechen ab.“ Das Problem: Spätestens um 5 Uhr, vor Beginn des Berufsverkehrs, hätten die jeweils 52 Meter langen Mammutlaster die B 275 bei Riedelbach verlassen müssen, um Platz für die Pendler zu machen.

Geplant war es, erst ein Rotorblatt, praktisch zur Streckenerkundung, voraus fahren zu lassen. Ihm hätten später die beiden anderen Wagen im Konvoi folgen sollen. Dazu hätten sowohl die den Transport begleitenden Streifenwagen der Polizei, als auch die erstmals in Hessen eingesetzten BF 4-Begleitfahrzeuge aber erst zur Autobahnabfahrt bei Friedberg zurückfahren müssen.

Die Verzögerung, so Fabian Jung von der Spedition Bender im Redaktionsgespräch, habe sich bei, vor und nach der Verladung der Rotorblätter im Mannheimer Hafen ergeben. „Die Gefahr, dass die Blätter beim Umladen vom Schiff auf die Laster beschädigt werden könnten, war groß, das braucht eben Zeit. Vor diesem Hintergrund waren andere Ladearbeiten vorgezogen worden“, sagte Jung. Dennoch waren Laster innerhalb des Zeitplans mit ihrer sensiblen Fracht beladen worden. Die örtlichen Verhältnisse im Mannheimer Hafen sind, so Trucker Thomas Gahlke, leider alles andere als optimal, „wir mussten rückwärts aus dem Hafen raus.“ Bei 52 Metern Länge und dann auch noch bei Dunkelheit mag man sich das als Pkw-Fahrer gar nicht vorstellen. Doch auch diese Klippe meisterten die Fahrer im Zuge des sich Stunde um Stunde weiter schließenden Zeitfensters. Sie hätten gerade noch durch den letzten „Spalt“ geschafft und es hätte auch noch, wenn auch knapp, bis 5 Uhr geklappt, wenn, ja wenn die Mannheimer Polizei, die den Transport auf die Autobahn begleiten musste, rechtzeitig gekommen wäre...

Christian Ludwig, Chef auf der Baustelle am Kuhbett, war gestern gelassen: „So etwas passiert halt...“ Probleme bereitet ihm die nun erst für Dienstag Morgen avisierte Anlieferung der Blätter aber nicht: „Wir haben genug zu tun, ich brauche die Flügel ohnehin erst nächste Woche – alles wird gut!“

Zuversichtlich ist auch Fabian Jung: „Dadurch, dass die Laster schon auf der A 67 stehen, ist die Reststrecke leicht zu kalkulieren, sodass die Transporte Montag Nacht höchstwahrscheinlich gegen 23.30 Uhr im Köpperner Tal ankommen werden“.

Dass „alles gut wird“, glaubt auch Nicole Klattig vom Logistikunternehmen Setreo. Sie koordiniert im badischen Oberkirch den Transport und sagte: „Es ist immer dumm, wenn Zeitpläne so durcheinandergeraten. Mannheim ist ein schwieriges Pflaster. Mir ist es aber immer noch lieber, die Jungs stehen sicher auf der Autobahn, als dass etwas passiert – es sind eben Rotorblätter und keine Legoklötzchen...“

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