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„Yentl-Ensemble“: Warum eine junge Frau sich als Mann ausgibt

Die Geschichte der jüdischen Frau Yentl, die vor mehr als 100 Jahren den Talmud studieren wollte und sich dafür als Mann ausgab, war jetzt in einer sehenswerten Aufführung in Flacht zu erleben.
Ein anspruchsvolles Musical-Theater nach dem Streisand-Film „Yentl“ gab es im gut gefüllten Flachter Gemeindehaus. Foto: Rolf Kahl Ein anspruchsvolles Musical-Theater nach dem Streisand-Film „Yentl“ gab es im gut gefüllten Flachter Gemeindehaus.
Flacht. 

„Ich freue mich, so viele Gäste zu unserem musikalischen Abend begrüßen zu dürfen“, sagte die Hausherrin im Evangelischen Gemeindehaus Flacht, Pfarrerin Esther Reininghaus-Cremers. Das Interesse an dem Stück „Yentl – Nichts ist unmöglich“ war derart hoch, dass noch unmittelbar vor dem offiziellen Beginn zusätzliche Stühle gestellt werden mussten.

Mehr als 30 Jahre ist es her, dass Barbra Streisand den Film „Yentl“ erschuf. Er war ihre Interpretation der gleichnamigen Kurzgeschichte von Isaac Bashevis Singer über eine junge jüdische Frau namens Yentl. Es war ihr Appell an die weibliche Emanzipation, den sie 1983 in ihrer melodramatischen Musical-Verfilmung gemeinsam mit Michel Legrand, Alan und Marilyn Bergman inszenierte. Als der Film 1984 auch in Deutschland zu sehen war, sprang der Funke auf viele Zuschauer über, so auch auf Jacqueline Schneider aus Limburg. Die Botschaft und die Lieder des Films berührten und bewegten ihr Inneres. Nach einem langen Reifeprozess war es für sie 2015 an der Zeit, die Wahrheiten und Inhalte des Films, die ihr so viel bedeuten, mit Gesang, Musik und Lesungen zum Ausdruck zu bringen. Sie gründete gemeinsam mit Nicole Ebel (Klavier), Ina Radeke-Salamanca (sie liest die Texte) und Heiko Jopp (Klarinette) das „Yentl-Ensemble“. Und dieses Ensemble gastierte nach Aufführungen in Schwickershausen und in Zollhaus nun auch in Flacht.

Liebe macht es kompliziert

In dem Streisand-Film geht es um das jüdische Mädchen Yentl, die sich im Jahr 1904 in einer kleinen osteuropäischen Stadt als äußerst begabt erweist. Ihr größter Wunsch: Sie will den Talmud studieren. Dies bleibt ihr versagt, da diese Ausbildung nach jüdischem Gesetz jungen Männern vorbehalten ist. Kurzentschlossen findet Yentl einen Ausweg: Sie verkleidet sich als Mann und wird in die Runde der Studenten aufgenommen.

Schon bald brilliert die junge Frau in Herrenkleidern mit herausragenden Leistungen. Doch sie merkt auch schnell, dass die neue Rolle ebenfalls von vielen Zwängen und unerfüllbaren Erwartungen geprägt ist. Als Yentl sich verliebt, ist sie plötzlich nicht nur orientierungslos, sondern auch noch in komplizierte Verhältnisse verstrickt. Im Film sind viele Songs von Streisand zu hören, und zwar als Solistin, unter anderem „The Way He Makes Me Feel“, „Papa, Can You Hear Me?“, „No Matter Whats Happend“ oder „Tomorrow Night“.

Diese wie auch alle übrigen, meist melodramatischen Melodien, in deren Texte Yentl ja auch Gedanken, Fragen oder Gefühle ausdrückt, waren in Flacht ebenfalls zu hören. Auf Englisch. Und sie wurden damit für Besucher ohne oder mit geringen Englischkenntnissen, zur echten Herausforderung.

(rpk)
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