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Unterschriftenaktion für den Erhalt der Naturlandschaft: Weiteres Zeichen gegen Windkraft

1012 Unterschriften an Ortsbürgermeister Thomas Kessler übergeben: Bürger aus Altendiez setzen erneut ein starkes Zeichen gegen Windkraft im Staatsforst.
1012 Unterschriften gegen Windkraft im Staatsforst bei Altendiez: Ditmar Hanke, Karl-Heinz Hess, Ortsbürgermeister Thomas Kessler und Sven Wewer (von links) übergaben die Listen mit dem „Meinungsbild der Bevökerung“. 1012 Unterschriften gegen Windkraft im Staatsforst bei Altendiez: Ditmar Hanke, Karl-Heinz Hess, Ortsbürgermeister Thomas Kessler und Sven Wewer (von links) übergaben die Listen mit dem „Meinungsbild der Bevökerung“.
Altendiez. 

Zahlenspiele haben an diesem Morgen nicht die größte Bedeutung. Sicher, 88 Prozent der Wähler (1139), die sich 2014 an der Kommunalwahl beteiligten, tauchen rein rechnerisch auf den Listen auf, die Ditmar Hanke und Sven Wewer am Samstag vor dem Rathaus in Altendiez abliefern. Vielmehr aber zählt für die Absender die Absicht – „politische Initiativen anzuschieben“ und „ein Meinungsbild abzugeben, wie die Bevölkerung zur Windkraft im heimischen Wald steht“. „Wir hoffen“, sagt Hanke vor Mitgliedern auch aus den Initiativen Hirschberg und „Gegenwind Höchst“, „auf positive Resonanz im Gemeinderat“.

Dank lässt nicht lange auf sich warten: „Ohne Unterstützung wären wir vom Winde verweht“ worden, weiß der BI-Sprecher nach wochenlanger akribischer Arbeit um die Beiträge von Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, NABU, Naturschutzinitiative und anderen. Und dazu gehört eine breite Öffentlichkeit, die sich „mit unserer Unterschrift gegen die geplante Errichtung von Windkraftanlagen im Wald innerhalb der Altendiezer und Heistenbacher Gemarkungen im Naturpark Nassau“ ausspricht, die „für den Erhalt der Naturlandschaft, der Artenvielfalt der Tierwelt, der Trinkwasserquellen sowie für den Erhalt der Lebensqualität der Menschen in unserer Heimat“ stimmt. Den Gemeinderat fordern sie auf, „im Sinne der Bürger die Haltung zu revidieren und jeglicher Initiative, einen Windindustriepark im Wald zu realisieren, entschieden entgegenzutreten“.

Von einem „Schulterschluss zwischen Bürgern und Verwaltung“ spricht Peter Sehr, Ortsbürgermeister in Hambach, nach erreichtem ersten Etappenziel, Genehmigungen in diesem Jahr zu verhindern (ab Januar erhöht eine geänderte Subventionspolitik das betriebswirtschaftliche Risiko für Planer und Betreiber). Als kommunalpolitischer Berater der Altendiezer Bürgerinitiative verweist er auf das von der Initiative „Gegenwind Höchst“ ausgehende Positionspapier, in dem sich „zwei Drittel der Gemeinden gegen Windkraft in der Verbandsgemeinde“ überwiegend im Naturpark ausgesprochen hätten.

Konkret wird auch Herbert Wilhelm von der Initiative gegen die Umzingelung Hirschbergs. Der Ort würde von drei Seiten von Windrädern eingerahmt, verweist er auf „Unterschriften mündiger Bürger gegen absehbare Beeinträchtigungen“.

Eine „lebens- und liebenswerte Waldlandschaft dürfe nicht einer verfehlten Energie- und Subventionspolitik geopfert werden“, stellt Wilhelm heraus, dass die Anlagen „ohne Subvention nicht wirtschaftlich zu betreiben“ wären.

Für Thomas Kessler ist die Ortsgemeinde nicht mehr Herr des Verfahrens. Entscheidungen über Baugenehmigungen lägen beim Landkreis, der Gemeinderat habe darauf keinen Einfluss, lässt der Ortsbürgermeister die Windkraft-Gegner wissen, betont aber zugleich, die Unterschriften-Aktion zum Thema in einer der nächsten Ratssitzungen zu machen.

Obwohl der Bau- und Planungsausschuss dem Verbandsgemeinderat für die Sitzung Mitte des Monats einstimmig einen Planungsstopp für die Fortschreibung des Flächennutzungsplanes und den Verzicht auf die Ausweisung von Vorrangflächen empfiehlt, wollen alle Bürgerinitiativen ihre Arbeit fortsetzen. Nachdem untere (Landkreis) und obere Naturschutzbehörde (Struktur- und Genehmigungsdirektion) den Bau von Windrädern im Naturpark Nassau für „kaum zu begründen“ halten, könnten Projektentwickler versuchen, Anlagen über Einzelanträge zu verwirklichen. Das aber würde, so ist aus der Verwaltung zu hören, sehr aufwendige und teure Genehmigungsverfahren und vermutlich langwierige Rechtstreitigkeiten nicht ohne Risiko nach sich ziehen – alles für Bauvorhaben in einer Schwachwindzone mit erheblichen Grundwasser-Hindernissen und begrenzten Erfolgsaussichten auf dem Strommarkt.

(hbw)
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