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Alternativer Platz: Widerstand gegen Golfplatz geht weiter

Von Der Golfclub Eschhofen ist weiter auf der Suche nach einem Gelände für einen Golfplatz in Limburg oder der näheren Umgebung. Als ein möglicher Standort gilt erneut die Eppenau, die schon im Sommer 2016 im Gespräch war für einen Golfplatz. Dagegen regt sich Widerstand.
Im Schirlinger Feld wird nicht Golf gespielt, es gibt aber schon einen Alternativplan. Foto: Anette in Concas Im Schirlinger Feld wird nicht Golf gespielt, es gibt aber schon einen Alternativplan.
Limburg. 

Nach dem Streit ist vor dem Streit. Das gilt auch für die Bürgerinitiative „Landwirtschaft und Naherholung Schirlinger Feld“. Nach dem überraschenden Aus für die Golfplatz-Pläne des Golfclubs Eschhofen haben sie ihr Ziel erreicht: Das Schirlinger Feld bleibt, was es ist: eine von Landwirten und von Spaziergängern genutzte Fläche.

Aber weil nun wieder die Eppenau in den Fokus als ein möglicher Standort für einen Limburger Golfplatz rückt, kündigt Leo Vanecek, einer der Vorstandsmitglieder der Bürgerinitiative, weiteren Widerstand an. Die Bürgerinitiative werde sich umbenennen, sein im Vorstand noch nicht abgestimmter Vorschlag laute: „Bürgeriniative gegen Golfplatz Eppenau“.

„An unserer Begründung für die Ablehnung eines Golfplatzes hat sich prinzipiell nichts geändert“, sagt Vanecek. Er habe bereits einen Gesprächstermin mit Bürgermeister Dr. Marius Hahn (SPD) vereinbart, sagt Vanecek. Der Bürgermeister steht der Ansiedlung eines Golfplatzes auf Limburger Gemarkung wohlwollend gegenüber. Die Bürgerinitiative beklagt hingegen den Verlust von landwirtschaftlich genutzten Flächen sowie Naherholungsflächen durch einen Golfplatz und befürchtet mehr Verkehr.

Wichtige Grünfläche

Gerade die Eppenau sei eine wichtige Grünfläche in der Stadt, sagt Vanecek. Er wäre auch persönlich betroffen, weil er zusammen mit der Astrid-Lindgren-Schule in der Eppenau im Mai 2017 eine Bachpatenschaft übernommen hat.

Engagierte Bachpaten

Mit seinen Schülern kümmert sich der Biologe, Lehrer und frühere Limburger Stadtverordnete von Bündnis 90/Die Grünen um den Kasselbach. 250 Meter hinter der Astrid-Lindgren-Schule gibt es dort einen weitgehend unberührten Abschnitt. Hier wachsen zum Beispiel Erlen, Weiden und Ahorne, ohne störende Eingriffe des Menschen; entsprechend wohl fühlen sich dort Tiere wie Rallen (Kranichvögel), Stockenten oder Frösche. „Der Kasselbach soll so bleiben, wie er ist“, sagte Vanecek damals. Er bestreitet, dass das möglich ist, wenn links und rechts die Golfbälle fliegen.

Von der Stadt Limburg bekamen die Bachpaten eine Urkunde überreicht, im Dezember folgte der Umweltpreis des Landkreises. Mit dem Preisgeld schafften sich die Bachpaten ein Gerät zur Sauerstoffmessung an, um die Wasserqualität besser kontrollieren zu können.

Bereits im Sommer 2016 hatte der Vorstand des 2015 gegründeten Golfclubs Eschhofen mit Alfred Werner an der Spitze im Ausschuss für Stadtentwicklung, Wirtschaft und Verkehr seine Pläne für einen Golfplatz in der Eppenau vorgestellt. Der Bürgermeister reagierte darauf damals positiv und sprach von einem „guten Konzept“. Die Golfer aus Eschhofen warben mit einem gepflegten Grün in der Eppenau, auch für Spaziergänger, statt steinreicher Mischflächen, zusätzlichen Arbeitsplätzen, mehr Steuern für die Stadt und einem neuen sportlichen Angebot.

Areal für Südumgehung

Allerdings gab es schon damals ein Problem: Denn eine Golfanlage in der Eppenau würde auch Grundstücke nutzen, über die eines Tages die umstrittene Südumgehung führen könnte. Die Stadt prüfte deshalb Alternativen und fand diese schließlich im Schirlinger Feld, nachdem sie dort eine Grundstücksfläche erworben hatte, die früher zu einem Gartenbetrieb gehört hatte. Die Stadt wäre bereit gewesen, ihre Flächen dem Golfclub zur Verfügung zu stellen.

Ein weiterer entscheidender Ansprechpartner für den Golfclub war der Landwirt Gerhard Stamm, der für einen Golfplatz zwingend erforderliche Flächen besitzt und sich eine Einigung grundsätzlich vorstellen konnte, um seine Flächen für einen Golfplatz zur Verfügung zu stellen. Vor kurzem aber machte er – für den Golfclub sehr überraschend – einen Rückzieher. Golfclub-Vorsitzender Werner sprach von einem „herben Rückschlag“.

Wäre es zu einer Einigung mit Gerhard Stamm gekommen, wäre sehr wahrscheinlich ein Golfplatz im Schirlinger Feld entstanden. Das Regierungspräsidium Gießen hatte im Vorfeld keine großen Bedenken geäußert, und eine Mehrheit in der Stadtverordnetenversammlung wäre realistisch gewesen.

Derzeit nutzen die Mitglieder des Golfclubs Eschhofen den gut 60 Kilometer entfernten Golfplatz in Dillenburg, wünschen sich aber eine Anlage in Limburg oder maximal fünf Kilometer entfernt, um ihren Sport regelmäßiger ausüben zu können und auch Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, mit dem Rad zum Golfplatz zu fahren, um dort Golf zu spielen.

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