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Umweltschutz: Wie Bad Camberg plastikfrei werden will

Von Plastikfreie Kurstadt: Das hört sich gut an, doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Erste Schritte sind getan, zum Beispiel mit der Einführung der Bad-Camberg-Einkaufstaschen.
Daniela und Manfred Kausch freuen sich: Henny Klein (rechts) braucht keine Plastiktüte. Grundsätzlich nicht. Bilder > Foto: Petra Hackert Daniela und Manfred Kausch freuen sich: Henny Klein (rechts) braucht keine Plastiktüte. Grundsätzlich nicht.
Bad Camberg. 

Seit einem Dreivierteljahr verzichtet sie beim Einkaufen auf Plastiktüten. Henny Klein ist gerade in Bad Camberg unterwegs. „Wenn ich richtig einkaufe, dann habe ich den Trolley dabei. Bei Kleinigkeiten verwende ich eine Stofftasche.“ Für die 77-Jährige ist das Motto „Plastikfreie Kurstadt“ eine gute Überschrift. Sie weiß aber auch: „Vieles hängt von uns selbst ab.“ Das Ziel, die Kurstadt plastikfrei zu machen, ist noch lange nicht erreicht. Doch jeder Weg beginnt mit einem ersten Schritt.

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Kommentar Das Ziel ist die plastikfreie Kurstadt

Die Bad Camberger Politiker appellieren an Einzelhandel, Märkte, Verbraucher, auf Plastiktüten zu verzichten. Ziel ist die plastikfreie Kurstadt. Das hört sich gut an. Nur: So einfach ist es nicht.

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„Ja, wir haben uns mit dem Thema befasst“, sagt der Vorsitzende des Kur- und Verkehrsvereins (KVV) Bad Camberg, Josef Urban. Im KVV sind die städtischen Einzelhändler organisiert. Allerdings: „Wir als KVV machen da keine Vorschriften.“ Urban ist selbst Geschäftsführer eines Möbelhauses und weiß: Das Thema ist vielschichtig: „Wir verkaufen zum Beispiel auch wertige Kissen oder größere Gegenstände. Da legen die Leute natürlich Wert darauf, dass das gut verpackt ist.“

Auf der anderen Seite könnte man in vielen Fällen auf eine Tüte verzichten. Diesen Appell richtet er an die Kunden. Zum Beispiel Kleinigkeiten aus der Boutique des Hauses könnten in die eigene Tasche wandern. „Wir sind außerdem mit einem Lieferanten im Gespräch, der wertige Taschen herstellt. Die könnten wir dann anbieten.“

Nachfragen bringt viel

Teilweise sei der Tütenverbrauch allein schon durchs Fragen reduziert worden. „Vielleicht um 20 Prozent“, schätzt der Geschäftsmann. Das funktioniert so: Wer eine Plastiktüte braucht, bekommt sie, sogar kostenfrei.

„Ich möchte keine“, sagt Henny Klein sofort. Sie schaut sich bei Haushaltswaren Kausch um. Sie ist Stammkundin und freut sich, wenn sie Gegenstände unverpackt in ihrer eigenen Tasche mit nach Hause nehmen kann. „Das ist aber nur ein Teil des Müllproblems“, sagt Daniela Kausch. Denn: „Vieles kommt hier an und ist mehrfach verpackt. Viel zu aufwendig, das müsste gar nicht sein.“

Jeder kann etwas tun

Viele Kunden – darunter auch Henny Klein – brauchen aufwendige Verpackungen nicht. „Es ist doch so: Jeder muss bei sich selbst anfangen. Meine Kinder sind 20 und 22 Jahre alt. Sie sind auch schon voll dabei“, sagt auch Susanne (52) aus Idstein. „Es bringt doch nichts, immer nur zu meckern, auf die da oben zu schimpfen und von der Industrie zu erwarten, dass sie das Problem lösen. Wir sind alle gefordert, etwas zu tun.“

Ursula Weinsack kann da nur zustimmen. Die 60-Jährige wohnt in der Bad Camberger Altstadt. Auch sie ist üblicherweise mit dem Trolley unterwegs. „Und ich benutze den Stadtbus.“ Auch ein Beitrag in Sachen Umweltbilanz. Henny Klein setzt noch eins drauf: Sie läuft auch zu den Märkten, macht Hin- und Rückweg zu Fuß.

In den Lebensmittelmärkten kosten die Plastiktüten Geld, und viele haben sich schon daran gewöhnt, mit einer Tasche loszuziehen. Vera Podlich zum Beispiel kauft gerade im Biomarkt am Guttenbergplatz ein. Inhaber Roland Glomm legt Wert auf wenig Verpackung. Aber: „Bei Lebensmitteln bieten wir auch nicht alles lose an.“ Mehl zum Beispiel nicht. Wohl aber Obst und Gemüse. „Hier kann ich auch einmal drei Tomaten oder zwei Möhren kaufen, und das ohne den vielen Plastikmüll“, zeigt Vera Podlich.

Wer auf der Suche nach besonders schönen Taschen ist, wird bei der Kurverwaltung fündig, wie Mitarbeiterin Marion Opl erklärt: Die neuen Taschen haben alle einen schmucken, blauem Grundton und darauf sind diverse Wahrzeichen der Stadt abgebildet: Kreuzkapelle, Untertorturm, Amthof, Haus Tiefenbach (Sadony). „Die Taschen werden gerne genommen“, weiß Marion Opl.

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