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Bürgerinitiative: Windkraft: Widerstand wächst

Der drohenden Verspargelung ihrer Landschaft entgegentreten – das haben sich die Initiatoren einer Bürgerinitiative gegen die Windkraft vorgenommen, die gestern Abend erstmals zusammengetreten ist.
Ein Dorf schafft sich ab: Die Fotomontage zeigt, wie sich der Staatsforst oberhalb Altendiez schon 2017 darstellen könnte. Nicht mal Langenscheid bliebe von den Auswirkungen verschont. Ein Dorf schafft sich ab: Die Fotomontage zeigt, wie sich der Staatsforst oberhalb Altendiez schon 2017 darstellen könnte. Nicht mal Langenscheid bliebe von den Auswirkungen verschont.
Altendiez. 

Sinkende Grundstückspreise, unklare gesundheitliche Auswirkungen, Schlagschatten, Schall, Beeinträchtigung der Landschaft, bescheidene Optik – in Altendiez formiert sich Widerstand gegen einen ausufernden Ausbau von Windkraftanlagen. Nach diversen internen Treffen trat eine Bürgerinitiative gestern Abend erstmals an die Öffentlichkeit. 1000 Flugblätter wurden vorbereitet.

Leben im Windpark

Den Initiatoren um die gleichberechtigten Sprecher Ditmar Hanke und Sven Wewer ist klar: Setzt die Bevölkerung der Profitsucht vermögender Investoren nicht ausdauernd massivsten Widerstand entgegen, werden in der Region Windräder wie Spargel aus dem Boden schießen, Landschaft und Natur, bislang noch Magnet für den Fremdenverkehr, degradiert zur Dekoration für stählerne Ungetüme. Schon in einigen wenigen Jahren werden die Menschen, denen im Zuge einer Energiewende sinkende Stromkosten vorgegaukelt wurden, zwischen Esterau und Lahn in einem Windpark leben. Und sie werden erneut die Zeche zahlen – auch für absehbare Überproduktionen.

Wut und Ärger

Nach sechs errichteten Windmühlen in Elz ließen acht weitere geplante Standorte auf dem Höhenzug zwischen Altendiez und Heistenbach in Hambach Wut und Ärger in der Bevölkerung aufkommen. Was wird aus dem Ort? Aus Dorfentwicklung und Erweiterungen? Wie attraktiv ist das Dorf noch für potenzielle Grunderwerber und Zuzüge? Was wird aus einzelnen Anwesen? Welcher Wertverlust steht an? Welche Vorteile haben die Einwohner durch den Bau der Anlagen? Gibt es überhaupt Vorteile? Und wer steckt den Erlös von rund 2,5 Millionen Euro per anno ein?

94,8 Prozent der Teilnehmer einer spontan durchgeführten Umfrage lehnten weitere Windkraftanlagen in der Umgebung ab. Im Ort mit 230 Haushalten und 420 erwachsenen Einwohnern stellten sich 238 von 251 Unterzeichnern den negativen Auswirkungen auf Menschen, Grundeigentum und Dorfentwicklung entgegen. Denn: Hambach könnte auf absehbare Zeit von vier Windparks in Altendiez, Elz, Staffel und Görgeshausen von 17 Anlagen im Radius von 270 Grad umzingelt sein. Zwei 212 Meter hohe Windräder sollten demnach in etwa 1100 Metern Entfernung zum Ortsrand an der Poststraße stehen, weitere sechs zwischen drei und vier Kilometer entfernt in den Gemarkungen Altendiez und Heistenbach.

„Wer heute von Diez in Richtung Hambach fährt“, erzählt ein Ortsbürgermeister, „hat den Eindruck: Fällt ein Windrad um, liegt es im Dorf…“ Bereits abgelehnt hat der Gemeinderat in Gückingen ein weiteres Windrad in der Nähe des Limburger Tierheims. In Altendiez ist die Entwicklung Anwohnern Warnung genug. Sie setzen sich zur Wehr.

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