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Sie kümmern sich um den Kasselbach: Wir sind Limburgs erste Bachpaten

Von Der Kasselbach entspringt in Linter, fließt durch die Eppenau und das Tal Josaphat und mündet unterhalb der Obermühle in die Lahn. Ein besonders wertvoller Abschnitt dieses Bachs, an dem sich Pflanzen und Tiere wohlfühlen, hat nun seine eigenen Beschützer: Limburgs erste Bachpaten.
Limburgs erste Bachpaten kümmern sich um den Kasselbach, ein Projekt, an dem auch die Astrid-Lindgren-Schule beteiligt ist: (erste Reihe, von links) Manuel Paffner, Loris Momo, Yannick Alef, Annika Schulze, Leo Vanecek; (hintere Reihe, von links) Silke Kober-Meilinger, Silvano Generale, Dennis Hecht, Elena Muth, André Klopsch und Sabine Brunnhübner. Foto: Dickmann Stefan Limburgs erste Bachpaten kümmern sich um den Kasselbach, ein Projekt, an dem auch die Astrid-Lindgren-Schule beteiligt ist: (erste Reihe, von links) Manuel Paffner, Loris Momo, Yannick Alef, Annika Schulze, Leo Vanecek; (hintere Reihe, von links) Silke Kober-Meilinger, Silvano Generale, Dennis Hecht, Elena Muth, André Klopsch und Sabine Brunnhübner.
Limburg. 

250 Meter hinter der Astrid-Lindgren-Schule beginnt der Urwald. Hier fließt der Kasselbach, und wer sich die Mühe macht, an manchen Ecken dieses Bachs genau hinzuschauen, entdeckt den Urwald.

Hier wachsen zum Beispiel Erlen, Weiden und Ahorne wie es ihnen gefällt, ohne störende Eingriffe des Menschen: Einige Bäume sind umgestürzt, dürfen aber liegen bleiben. Hier fühlen sich Tiere wohl, die die Feuchtigkeit lieben, wie Rallen (Kranichvögel), Stockenten und Frösche. Und damit das auch künftig so bleibt, gibt es seit dem heutigen Donnerstag Limburgs erste Bachpaten. Von der Stadt Limburg bekommen sie sogar eine Urkunde überreicht.

„Keine Umweltpolizisten“

„Bachpaten sind keine Umweltpolizisten, sondern sollen sinnvoll mit der Stadt zusammenarbeiten“, sagt Leo Vanecek. Der Biologe und Lehrer und frühere Stadtverordnete der Grünen ist Teil des Teams der Bachpaten. Dazu gehören vor allem Schüler der Astrid-Lindgren-Schule und ihre Lehrerin Sabine Brunnhübner. Immer wieder werden sie den Kasselbach aufsuchen und beobachten, ob und wie er sich verändert.

„Der Kasselbach soll so bleiben, wie er ist“, sagt Vanecek. Die Bachpaten werden sich dabei um den ökologisch wertvollsten Abschnitt von Linter im Bereich „Unterster Grund“ bis zum Platz des Limburger Hockey-Clubs kümmern.

Die Bachpatenschaft lasse sich sehr gut in den Stundenplan integrieren, sagt Lehrerin Sabine Brunnhübner. Die Kinder lernen so heimische Tiere und Pflanzen kennen – mit einem schon jetzt positiven Effekt: „Die Kinder sind viel aufmerksamer in der Natur“, sagt Lehrerin Silke Kober-Meilinger. Zwei Mal im Jahr gibt es einen „großen“ Bachtag, und dazwischen immer wieder, in unregelmäßigen Abständen, kleinere Exkursionen zum Kasselbach.

Eine „gute“ Wasserqualität

Dabei hoffen die Bachpaten, dass der bislang sehr grob geschotterte Weg auf dem letzten Teilstück zum Bach eines Tages durch feineren Splitt ersetzt wird. Einer der Bachpaten, ein Schüler der Astrid-Lindgren-Schule, sitzt im Rollstuhl: Wer einen Rollstuhl über den bislang sehr grob geschotterten Weg zum Bach schiebt, leistet Schwerarbeit; an diesem Tag wechseln sich mehrere Schüler ab.

Die Idee für eine Bachpatenschaft entstand durch Inklusionsprojekte des evangelischen Dekanats Runkel unter der Leitung von Dr. Stefan Tron, an dem auch die Astrid-Lindgren-Schule beteiligt war. Mit einem „Blühstreifenprojekt“ ging es los, es folgte ein „Wasserprojekt“.

Der Kasselbach hinter der Schule bot dafür ideales Anschauungsmaterial. Die Schüler entdeckten typische Pflanzen, sammelten und bestimmten die Blätter von Bäumen, Sträuchern und Kräutern. Sie untersuchten auch die Wasserqualität, suchten nach Organismen im Wasser, die Aufschluss über die Qualität geben: Sie fanden zum Beispiel Plattwürmer und Köcherfliegenlarven: ein Indiz für eine „gute“ Wasserqualität.

Weil das „Wasserprojekt“ bei den Schülern so gut ankam und die Lehrer feststellten, welche „didaktischen Kostbarkeiten“ nicht weit von der Schule zu finden sind, war eine Bachpatenschaft naheliegend.

Leo Vanecek hofft, dass die erste Bachpatenschaft in Limburg Nachahmer findet. Nicht nur Schulklassen, auch Privatpersonen, Vereine und Verbände sowie Unternehmen können ehrenamtliche Bachpaten sein, in dem sie sich für einen Gewässersabschnitt verantwortlich fühlen.

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