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Wunderschöne barocke Tongemälde

Bob van Asperen und Thomas Pietsch boten Kammermusik vom Feinsten. 	Foto: sk Bob van Asperen und Thomas Pietsch boten Kammermusik vom Feinsten. Foto: sk
Weilburg. 

Die beliebte Konzertreihe „Alte Musik im Weilburger Schloss“ der Saison 2014/15 begann mit einem hochkarätigen Kammerkonzert vor einem ansehnlichen Zuhörerkreis. Der künstlerischen Leiterin, Kantorin Doris Hagel, war es erneut gelungen, das Duo Thomas Pietsch (Barockgeige) und Bob van Asperen (Cembalo), aktuell Professor am Sweelinck-Konservatorium in Amsterdam, für den Auftakt zu gewinnen. Es ist ein Kammerduo von Format, das weltweit seine künstlerischen Fähigkeiten unter Beweis stellen konnte.

„Barocke Tongemälde aus Natur, Alltag und Religion“ – so war das Motto umschrieben. In der Tat griff das Programm tatsächlich Situationen aus dem Alltag, ländliche Szenen und Mysterien aus dem Leben der Gottesmutter hervor, die bedeutende Komponisten des 17. Jahrhunderts in wahre tonmalerische Stimmung versetzten.

Thomas Pietsch ist ein ausgesprochener Spezialist für Alte Musik, der jeweils zu den Werken einführende Klangbeispiele gab. Schon seit Ende der 80er-Jahre ist Pietsch mit seinem Duo-Partner Bob van Asperen verbunden, der nicht nur durch das einvernehmliche Zusammenspiel zwischen Cembalo und Barockgeige eine enorme Intensität zeigte, sondern auch seine solistische Größe herausstellte. Die nach alten Tänzen aufgebaute Suite XV in a-Moll von Johann Jacob Froberger (1616–1667) werden die begeisterten Zuhörer sicher in selten erlebter Schönheit empfunden haben. Die einmalige Atmosphäre dieses 300 Jahre alten Kirchenraumes mit seiner optimalen Akustik kommt ganz und gar den Intentionen der Komponisten der Alten Musik entgegen.

Dass die Sonaten für Solo-Violine (Beispiel Johann Jakob Walther Sonate XII) ein Höchstmaß der Reife eine Künstlers bezeugen, konnte Thomas Pietsch mit seinem virtuosen Spiel hinreichend demonstrieren. Von Bach wissen wir, dass seine Sonaten und Partiten (Suiten) für Geige allein das Vollendeste waren, was bisher für diese Gattung geschaffen wurde. Der Wegweiser und die Geschlossenheit des Programms ließen es leider nicht zu, eine Solosonate von Bach zu hören. Um so abwechslungsreicher und lebendig wurden die barocken Klangbilder zu einer unvergleichbaren Schönheit, wozu keinesfalls die Kenntnis des Formalen erforderlich ist. Es ist aber auch eine individuelle Musik, die doch wieder verbreitet Zugang findet. Das ist auch der rührigen Kantorin Doris Hagel zu verdanken, die sich für alle Bereiche der Musik stets aufgeschlossen zeigt.

Selten kommen die Rosenkranzsonaten von Heinrich Ignaz Franz Biber (1644 – 17o3) in einer Kirche zur Aufführung. Man kann die „Mysterien-Sonaten in der Musikgeschichte als berühmten Sonderfall betrachten. Es sind marianische Meditationen, deren Hauptmotive von der virtuos geführten Violine bisweilen tänzerisch zum Klingen kommen. Sie waren seinerzeit dem Erzbischof Max Gandolph von Salzburg gewidmet. Sie sind und bleiben die eindrucksvollste Musik, die je zum Rosenkranzgebet erfunden wurde. Es ist auch eine hohe Kunst der musikalischen Verkündigung, die gut in die Schlosskirche passte. Eine weitere kammermusikalische Kostbarkeit stellte die „Sonata representativa“ dar, in der Vogel- und sonstige Tierstimmen fast naturgetreu imitiert wurden.

Ein wunderschönes Musikerlebnis wurde den Weilburger Zuhörern beschieden.

Der lange Applaus veranlasste das Kammerduo zu einer Zugabe.

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