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3000 Besucher: Lahnmarmor-Museum Villmar: „Museum trägt sich selbst“

Von Das vor rund 100 Tagen neu eröffnete Lahnmarmor-Museum in Villmar ist auf einem guten Weg, sämtliche gesteckte Ziele zu erreichen. Davon ist Stiftungsvorstandsvorsitzender Hermann Hepp überzeugt.
Museumsleiterin Nadja Bartsch und Stiftungsvorstandsvorsitzender Hermann Hepp vor der farbenprächtigen Nachbildung eines Stomatoporenriffs, das die Besucher gleich am Eingang des Lahnmarmor-Museums empfängt. Bilder > Museumsleiterin Nadja Bartsch und Stiftungsvorstandsvorsitzender Hermann Hepp vor der farbenprächtigen Nachbildung eines Stomatoporenriffs, das die Besucher gleich am Eingang des Lahnmarmor-Museums empfängt.
Villmar. 

100 Tage nach Eröffnung des Lahnmarmor-Museums blicken Stiftungsvorstandsvorsitzender Hermann Hepp und Museumsleiterin Nadja Bartsch auf eine mehr als zufriedenstellende Entwicklung zurück. Nachdem das Interesse am Eröffnungstag mit rund 1200 Gästen bereits alle Erwartungen übertroffen hatte, setzte sich dieser Trend in den darauffolgenden Wochen und Monaten fort. „Wir kratzen nun an der Marke von 3000 Besuchern“, berichtet Bartsch, die als hauptamtliche Mitarbeiterin bereits seit Februar in dem Museum beschäftigt ist. Und Hermann Hepp ergänzt: „Wenn die Besucherzahl so bleibt wie jetzt, geht unser Businessplan auf – und das Museum trägt sich selbst.“

Für den Villmarer Altbürgermeister geht damit ein Wunsch in Erfüllung, den er noch während seiner Amtszeit formulierte und den sein Amtsnachfolger Arnold-Richard Lenz (SPD) aufgegriffen hat. Denn nur mit dem Versprechen, dass die Gemeinde nicht fortlaufend mit Kosten belastet wird, war die Zustimmung des Villmarer Parlaments zu dem Projekt zu erreichen. Nach Hepps Ausscheiden aus dem Amt des Bürgermeisters im Jahr 2012 hat es dann aber noch einmal fast vier Jahre gedauert, bis das Lahnmarmor-Museum von seinem früheren Standort am Villmarer Brunnenplatz umziehen konnte in das neue, ansehnliche Gebäude am Bahnhof, nicht weit entfernt vom Geotop Unica-Bruch.

Aus dem In- und Ausland

Optimistisch stimmt Bartsch und Hepp auch, dass die vermutlich beste Zeit des Jahres für das Museum noch vor ihnen liegt. Denn in den vergangenen Wochen sei das Wetter oft schlecht gewesen, was nicht wenige Interessenten von einem Besuch in Villmar abgehalten haben dürfte. In der bevorstehenden Sommer- und Ferienzeit sehen Museumsleiterin und Stiftungschef deshalb noch eine Menge Potenzial. So viel, dass sie die einst vorhergesagte Besucherzahl von 10 000 pro Jahr für erreichbar halten.

Das Publikum, berichtet Bartsch, ist bunt gemischt. Die Mehrzahl der Gäste komme natürlich aus dem Nassauer Land, zum Teil aber auch von weiter her, wobei es sich bei den „Ferngästen“ überwiegend um Touristen handele, aber auch um Fachleute. Hepp: „Wir hatten schon Besucher aus Nord- und Süddeutschland, aus der Schweiz, den USA und Südafrika.“ Viele ältere Menschen interessieren sich für den Lahnmarmor, zunehmend kommen aber auch Kinder und Jugendliche, überwiegend in Schulklassen. Die jüngere Klientel soll weiter ausgebaut werden, berichtet Bartsch. Demnächst werde besonders um Grundschulklassen, aber auch um Kindergartengruppen geworben.

Für sie wurde eigens ein besonderes museumspädagogisches Programm entwickelt – eine Museumsrallye. Die Kinder erhalten einen Fragebogen, mit dem sie in dem Museum auf Entdeckungsreise gehen. Ein erster Testlauf mit einer örtlichen Schulklasse sei bereits erfolgreich verlaufen, so dass die Rallye demnächst offiziell gestartet werden könne, so Bartsch.

Der Lahnmarmor-Museumsverein habe zudem Arbeitsgruppen gebildet, die weitere Programme entwickeln wollen, um noch mehr Besucher nach Villmar zu locken. Während der Sommerferien soll es beispielsweise einen Workshop für Kinder im Steinschleifen geben. Und Ende August ist ein Wochenende mit einem Villmarer Bildhauer geplant, unter dessen Anleitung die Teilnehmer ein eigenes Werkstück herstellen können. Nach Erfahrungen aus der Vergangenheit kommen solche Angebote bestens an und dürften dem Museum erneut kräftigen Schub verleihen – so jedenfalls die Hoffnung der Initiatoren. Sehenswert dürfte auch die Mitte Juli geplante Ausstellung mit dem heimischen Künstler Walter Schmitt werden. Er hat in ganz Deutschland gearbeitet und in der Heimat den Nepomuk auf der Lahnmarmorbrücke geschaffen, den Altar in der Pfarrkirche oder auch den „Rufer“ in Steeden.

Nicht nur Aschenbecher

Personell, berichten Bartsch und Hepp, ist das Museum inzwischen gut aufgestellt, um die Öffnungszeiten von Dienstag bis Sonntag (jeweils 10 bis 17 Uhr) zu bewältigen. Neben der Museumsleiterin sind sechs Mitarbeiter auf Basis einer geringfügigen Beschäftigung angestellt worden. Außerdem ist das ehrenamtliche Engagement weiterhin außerordentlich hoch, beispielsweise bei den Führungen durchs Museum, aber auch den Unica-Bruch. Allein der frühere Steinmetz Wolfgang Höhler (80) ist nahezu täglich im Einsatz für „sein“ Museum. Ein ganz erstaunliches Engagement, wie Hermann Hepp findet. Weiteren Namen will er nur deshalb nicht nennen, um nicht Gefahr zu laufen, auch nur einen der vielen Helfer zu vergessen.

Marmor-Museum – das klingt zunächst einigermaßen trocken. Nach „toten Steinen“. Wer das Gebäude jedoch mit wachem Auge betritt, erlebt so manche Überraschung, vor allem eine farbenfrohe gleich zu Beginn. Denn das Schmuckstück des Museums ist zweifellos die künstlerische Nachbildung eines 380 Millionen Jahre alten Stomatoporenriffs, das dem Besucher einen Eindruck davon vermittelt, wie der „Massenkalk“ Marmor in Jahrmillionen entstanden ist. Daneben enthält das Museum unzählige Zeugnisse des Gewerbefleißes vergangener Generationen, die von der Marmorver- und -bearbeitung einst gelebt haben. „Wir zeigen nicht nur den geschliffenen Aschenbecher, sondern die ganze Geschichte des Lahnmarmors“, sagt der Altbürgermeister. „Wir betreiben hier ein Museum für die ganze Region.“

Als echte „Renner“ hat sich laut Bartsch auch der Verkauf von kleinen Marmor-Mitbringseln im Museumsshop erwiesen. Dort gibt es neben kleinen Artefakten auch selbstgefertigte Marmorkugeln oder „Handschmeichler“ zu erwerben. Auch dieser Erlös dient natürlich dem Museumsbetrieb.

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