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Sonderausstellung: Die rätselhaften Seiten des Stadtteils

Von Die rätselhaften Seiten von Nied sind Thema der neuen Sonderausstellung des Heimat- und Geschichtsvereins Nied. Fotografin Eva Scheb zeigt in ihren Aufnahmen ungewohnte Perspektiven auf den Stadtteil. Gleichzeitig zeichnet die Schau die Geschichte der Fotografie nach.
Regina Schneider-Back (von links), Heide-Rose Kastler und Eva Scheb zeigen einige der Exponate, die in der neuen Ausstellung im Heimatmuseum zu sehen sind. Bilder > Foto: Maik Reuß Regina Schneider-Back (von links), Heide-Rose Kastler und Eva Scheb zeigen einige der Exponate, die in der neuen Ausstellung im Heimatmuseum zu sehen sind.
Nied. 

Eva Scheb kennt Nied wie ihre sprichwörtliche „Westentasche“, lebt sie doch schon seit fast 40 Jahren im Stadtteil. Trotzdem entdeckt auch sie immer wieder neue Seiten, wenn sie mit ihrer digitalen Spiegelreflexkamera durch die Straßen oder am Ufer der Nidda entlangläuft. „Ich bemerke dabei Dinge, die ich vorher noch nie bewusst in dieser Form wahrgenommen habe“, erzählt sie. Dabei muss es nicht immer eine unbekannte Ecke von Nied sein – auch mit einer anderen Perspektive auf Straßenzüge, Häuser oder Gärten, die ihr bereits bekannt sind und die sie mit ihrer Kamera einfängt, macht sie ungewöhnliche und unbekannte Facetten des Stadtteils sichtbar.

„Nied rätselhaft“ ist die Sonderausstellung des Heimat- und Geschichtsvereins überschrieben, die ab Sonntag im Heimatmuseum in der Beunestraße 9 a zu sehen ist. Der Titel ist auch als Aufforderung an die Besucher zu verstehen, sich mit ihrem Stadtteil auseinanderzusetzen. Neben den 30 Fotografien von Eva Scheb, wartet auf sie nämlich ein Quiz mit 24 Fragen zu Nied und zahlreichen Abbildungen – allesamt Aufnahmen, auf denen die Fotografin neben der Architektur des Stadtteils auch Themen wie Natur, Straßen- und Bahnverkehr, Sport oder Kunst in Nied aufgreift. Es ist ein Bilderrätsel, das so manchen Nieder vor Herausforderungen stellen wird.

Im Fundus gekramt

Die Idee hierzu geht zurück auf Heide-Rose Kastler, die die Archivgruppe des Heimat- und Geschichtsvereins leitet, auf Vereinsmitglied Regina Schneider-Back sowie auf Eva Scheb. Während mit den Fotografien von Scheb ein aktuelles Bild von Nied nachgezeichnet wird, lädt die Schau auch zu einer Reise in die Vergangenheit ein und erzählt die Geschichte der Fotografie. Hierfür haben die Initiatorinnen im Fundus des Heimatmuseums gekramt und Fotoapparate, Dia- und Filmprojektoren früherer Jahrzehnte zum Vorschein gebracht, die in Vitrinen präsentiert werden. Dazu kommen alte Fotoalben aus der Zeit der Wende zum 20. Jahrhundert. Auf den darin eingefügten Bildern wirken die Porträtierten noch ein wenig unbeholfen. Mit festem Blick und strammer Körperhaltung posierten sie einst für den Fotografen und mussten bis zum Auslösen des Apparates oftmals viele Minuten lang in derselben Position verharren.

Es braucht Tageslicht

Kastler nimmt einen kleinen Karton zur Hand, öffnet ihn und holt alte Glasnegative heraus. Es braucht Tageslicht, um zu erkennen, was darauf abgebildet ist. Als sie eines der Glasnegative an die Fensterscheibe hält, zeichnen sich die Umrisse einer Frau ab. „Schade, dass wir nicht wissen, wer darauf zu sehen ist“, bedauert sie und legt es wieder zurück in den Karton.

Ein besonderes Stück der Ausstellung ist ein Fotoapparat der französischen Firma „Barbier et Thierry“ aus Paris, der auf einem Stativ aus Holz befestigt ist und aus dem frühen 20. Jahrhundert stammt. Die Kamera ist faltbar, konnte also aus dem Gehäuse herausgeholt oder wieder hineingelegt werden. Unter Liebhabern alter Fotoapparate ist die Kamera ein gesuchtes Sammlerobjekt.

Ein weiterer Höhepunkt der Schau ist ein Apparat, der unter anderem als Filmprojektor genutzt werden konnte und „Kinomathograph“ heißt. Das Gerät war zudem Projektor für „Laterna Magica“-Bilder, also für Bilder, die auf Glas aufgebracht sind und ähnlich einem Comic-Strip eine kleine Geschichte erzählen. Welche Funktionen der Apparat bietet, ist auf der Original-Gebrauchsanweisung nachzulesen, die ebenfalls noch vorhanden ist und ausgestellt wird. Das Gerät stammt aus der Zeit um 1900, also einer Zeit, in der die Filmtechnik bereits entwickelt war, aber noch in den Kinderschuhen steckte. Bei einem Filmriss empfahl der Hersteller übrigens ein wenig „Eisessig“, um die Naht des Films wieder zusammenzufügen.

Die Öffnungszeiten

Die Schau „Nied rätselhaft“ läuft voraussichtlich bis Ende März 2018. Sie kann sonntags von 14 bis 17 Uhr oder nach telefonischer Vereinbarung unter (0 69) 39 87 89 besichtigt werden. Weitere Infos gibt es unter www.geschichtsverein-nied.de im Internet.

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