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Nest für Bücherfans: Leseclub eröffnet an einer inklusiven Grundschule

Von Wie begeistert man den Nachwuchs fürs Lesen? Mit spannenden Geschichten und tollen Sachbüchern. Die Mädchen und Jungen der Friedrich-List-Schule dürfen sich seit gestern über einen Leseclub in ihrer Schulbibliothek freuen.
Kim Reitzammer (links), Tobias Kämmerer (Moderator), Astrid Schülke (re., BNP Paribas Stiftung), Sabine Uehlein (Geschäftsführerin Programme der Stiftung Lesen). Kim Reitzammer (links), Tobias Kämmerer (Moderator), Astrid Schülke (re., BNP Paribas Stiftung), Sabine Uehlein (Geschäftsführerin Programme der Stiftung Lesen).
Nied. 

Gemütlich ist es in der Lese-ecke in der Schulbibliothek der Friedrich-List-Schule. Auf dem blauen Sofa sitzen Mädchen und Jungen, dazwischen HR-Moderator Tobias Kämmerer. Er ist an diesem Vormittag aber nicht als Radioexperte zu Besuch, sondern als Botschafter der Stiftung Lesen – und eröffnet mit einer Gruppe Grundschüler den neu eingerichteten Leseclub in der Schulbibliothek.

Mitgebracht haben er und die Vertreter der Stiftung etliche Bücher. Es ist der erste von insgesamt sechs geplanten Leseclubs an inklusiven Grundschulen – und der einzige in Frankfurt am Main. Der Leseclub ermöglicht auch außerhalb der Unterrichtszeiten ein inklusives Angebot an der Nieder Grundschule. Die Kinder können sich dort treffen, Bücher kennenlernen, gemeinsam lesen, Geschichten entdecken, dazu basteln oder malen.

Sprache fördern

Finanziell unterstützt wird das Projekt von der BNP Paribas Stiftung. Der Friedrich-List-Schule steht hierfür für drei Jahre ein Budget von 6500 Euro zur Verfügung. „Mit dem Leseclub soll die Freude am Lesen vermittelt werden“, sagt Astrid Schülke, Mitglied des Stiftungsvorstands. Lesen fördere die Sprachfähigkeiten, Sozialkompetenzen und schulischen Leistungen.

Rund 200 Buchtitel sind im Starterpaket, das die Stiftung Lesen für die Schüler der Friedrich-List-Schule zusammengestellt hat. Kämmerer nimmt sich eines davon: „Das ist die Geschichte vom schaurigen Schusch“, liest er den Mädchen und Jungen den Titel vor und zeigt das Buch herum. Geschrieben hat es die Kinderbuchautorin Charlotte Habersack, illustriert Sabine Büchner. Es greift die Themen Fremdsein und Mut auf. „Diese Geschichte werde ich euch jetzt vorlesen“, sagt Kämmerer.

Der Radiomoderator, Vater zweier Kinder, weiß, wie wichtig es ist, dem Nachwuchs Geschichten vorzulesen und sie für das Lesen zu begeistern: „Meine Eltern haben mir auch vorgelesen, als ich Kind war – es war ein Genuss.“ Im Kopf entstünden Bilder zu den Geschichten. Das sei wie Kino. „Auch ich habe meinen Kindern vorgelesen und mache das bei meiner Tochter noch immer“, verrät Kämmerer. Er weiß, dass Eltern auch Geduld brauchen, um Kinder ans Lesen heranzuführen. Sie erlebten Phasen, während derer andere Dinge spannender seien.

Dass die Leselust, wie oft angeführt, bei Kindern zurückgehe, kann Sabine Uehlein, Geschäftsführerin für die Programme bei der Stiftung Lesen, so nicht bestätigen. Sie verweist auf unterschiedliche Studien zur Mediennutzung. Und sie glaubt nicht, dass die Smartphones Bücher verdrängen – eher, dass sie komplementär dazu Anwendung finden. „Wir definieren Lesen viel zu eng, verbinden damit immer Bücher“, sagt sie.

„WhatsApp“ lesen

Lesen werde aber auf ganz vielfältige Art und Weise praktiziert und finde vielfältig statt. Als Beispiele nennt sie die Medien Comics und Computerspiele oder ganz allgemein Spiele, für die Anleitungen gelesen werden müssten. Auch die „WhatsApp“-Nachrichten auf dem Smartphone müssten ja gelesen werden. „Wir sehen Chancen in den neuen Techniken“, betont sie. Wichtig beim Thema Lesen sei, dass jeder seinen eigenen Zugang dazu finde.

Eltern können das Lesen spielerisch in den Alltag integrieren. Ein Beispiel hierfür nennt Kim Marina Reitzammer, stellvertretende Schulleiterin der Friedrich-List-Schule. Sie weiß als Pädagogin und Mutter, dass Leseförderung nicht nur über Bücher möglich ist. „Monopoly Junior ist ein Spiel, bei dem mein Sohn ganz nebenbei Lesen musste, und zwar die Ereigniskarten“, erzählt sie. Das sei eine Form der Leseförderung, ohne dass es als solche vom Kind wahrgenommen werde.

Eine weitere Möglichkeit zeigen die Kinder der Theatergruppe der Nieder Grundschule. Mit dem Stück „Ein Wolf lernt lesen“, das sie zur Einweihung des Leseclubs gestern in der Turnhalle vor Mitschülern aufführten, tauchen sie spielerisch ein in die Welt der Märchenbücher.

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