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Bürgermeisterdirektwahl: Ochs setzt auf den Wechsel

Von Einst galt Markus Ochs als Hoffnungsträger der Flörsheimer CDU, dann überwarf er sich mit der Parteiführung. Nun möchte er Bürgermeister werden.
Markus Ochs (Mitte) möchte Rathauschef werden. Ehefrau Natalie Ludwig-Ochs, Jasmin Overlack und Sezai Cifci (v. li.) unterstützen ihn. Foto: Hans Nietner Markus Ochs (Mitte) möchte Rathauschef werden. Ehefrau Natalie Ludwig-Ochs, Jasmin Overlack und Sezai Cifci (v. li.) unterstützen ihn.
Flörsheim. 

Meistens werden Bürgermeisterkandidaten von Vertretern der jeweiligen Partei vorgestellt. Nicht so der CDU-Mann Markus Ochs: Der Flörsheimer, der im Stadtteil Wicker lebt, hat handverlesene Unterstützer um sich gescharrt. Bei einem Pressegespräch im Gasthaus „Zum Hirsch“ präsentierte Ochs gestern ein Team, zusammengesetzt aus einem Stadtplaner, einer Erzieherin, einem Bauunternehmer und Ehefrau Natalie Ludwig-Ochs. Die Zusammenarbeit mit der Flörsheimer CDU hat Ochs schon vor einiger Zeit abgebrochen. Er behalte sein Parteibuch, kandidiere jedoch als unabhängiger Kandidat, so der 45-Jährige, der seinen Wahlkampf aus eigener Tasche finanziert.

Er sei von vielen Bürgern auf eine erneute Kandidatur angesprochen worden, sagt Markus Ochs. Der ehemalige Erste Stadtrat trat im Jahr 2012 erfolglos für die CDU um den Chefsessel im Rathaus an. Dass er nun erneut Rückhalt aus der Bevölkerung erfahre, habe ihn gefreut, aber auch zum Nachdenken gebracht, erklärt Ochs. Er gewinne den Eindruck, dass die Flörsheimer gut über politische Entwicklungen informiert sind und nach Alternativen suchen. Seit Rückzug des Ex-Stadtrates aus der Kommunalpolitik hat sich viel getan: Die CDU schloss sich mit Galf, FDP und Freien Bürgern zusammen. Ochs bezeichnet das Viererbündnis, das den CDU-Mann Bernd Blisch im Wahlkampf unterstützt, als ein „selbstverliebtes Funktionärsbündnis“, das mit seinem Moderationsansatz über Stillstand hinwegtäuschen wolle. Den amtierenden Rathauschef Michael Antenbrink (SPD) bezeichnet Ochs als einen Bürgermeister, der sich baulich austobe und gleichzeitig die größte Verschuldung Flörsheims verursache. „Sozialpolitik hat nicht stattgefunden“, bewertet der ehemalige Sozialdezernent Ochs die gegenwärtige Lage. Der unabhängige Kandidat vermisst einen roten Faden in der Stadtentwicklung. Seiner Ansicht nach wurden viele „spontane Entscheidungen mit verheerenden Ergebnissen“ gefällt. Der Stadtentwickler Sezai Cifci, der Markus Ochs unterstützt, moniert, dass sich Politiker auf diesem Gebiet nicht genügend auskennen. Der Experte stellt in Frage, ob die neue Bebauung des ehemaligen Axthelm-Geländes die richtige Entscheidung war.

„Mehr Rückhalt als 2012“

Das Verhältnis zwischen Ochs und der Flörsheimer CDU ist schon länger abgekühlt. „Böse Zungen behaupten, dass ich jetzt bereits mehr Rückhalt habe, als bei der Wahl 2012“, sagt der Wahlkämpfer. Er gibt sich jedoch optimistisch, nach der Wahl viele Befürworter für seine Pläne zu finden. Mit guten Ideen wolle er sich gegen seine Gegner durchsetzen.

Unter dem Motto „Flörsheim wählt den Wechsel“ hat Ochs ein umfangreiches Wahlprogramm vorgelegt (siehe unten rechts). In 19 Punkten zeichnet er seine Vision für die Zukunft der Mainstadt. Besonders ausführlich hat der ehemalige Kinder- und Jugenddezernent den Bedarf an Betreuungsplätzen ausgearbeitet. Dabei kommt er unter anderen durch die Annahme kleinerer Gruppengrößen zu dramatischeren Zahlen als die Verwaltung. Statt eines Bedarfs von 274 Plätzen sieht Ochs die Notwendigkeit, 466 Plätze zu schaffen. Er geht davon aus, dass nach dem Bau zusätzlicher Einrichtungen Ende 2018 immer noch 312 Plätze benötigt würden.

Bis zum 19. März muss Markus Ochs die Unterschriften von 74 Unterstützern abgeben, damit seine Kandidatur rechtsgültig wird. Dies sei für ihn keine große Hürde, sagt der Wickerer. Der Einzug in die Stichwahl sei sein erstes Etappenziel.

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