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Statistik: Papa kauft den SUV, Mama fährt ihn

Sind mehr Frauen mit eigenem Auto ein Zeichen von Emanzipation? Und wer entscheidet, welches Auto gekauft wird? Ein Blick auf die Zahlen im Main-Taunus lässt einige Schlüsse zu.
Symbolbild: Lamborghini/dpa Foto: dpa Symbolbild: Lamborghini/dpa
Main-Taunus. 

27,8 Prozent der Pkw im Main-Taunus-Kreis sind auf Frauen zugelassen. 44,8 Prozent sind auf Männer zugelassen. Was sagt uns das in Bezug auf die Lust am Auto? „Männer haben Autos, Mädels haben Männer, die Autos haben“, erklärt Klaus Heschke, altgedienter Vertriebsmann, Ehemann, aber auch Pressesprecher des baden-württembergischen Kraftfahrzeuggewerbes, den kleinen Unterschied in der Zulassungsstatistik, der schwankt: 2015 lag der Frauenanteil noch bei 27,9 Prozent, auf Männer waren 44,9 Prozent aller Pkw zugelassen.

Beim Thema Auto gibt es Fakten und Fiktionen. Nehmen wir die Fakten, dann gibt es eine Besitzverteilungsanalyse des Kraftfahrt-Bundesamtes, die einmal im Jahr erstellt wird. Die kennt drei Besitzbereiche: Männer, Frauen, Firmen. Daraus ergibt sich die erste Unwägbarkeit, wenn es um die Interpretation des männlichen und des weiblichen Verhältnisses um den Anteil am Autobesitz geht: Bei den Firmenwagen gibt’s keine Unterschiede nach Geschlecht, Männer und Frauen kommen je nach Job in den Genuss dieser Karossen.

80 0085 männliche Halter

Aktuell gilt auf der Basis der 2017er Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes folgende Verteilung: Männliche Halter haben 80 085 der Pkw, gleich 44,8 Prozent (Vorjahr: 44,7 Prozent). Auf Firmen waren 49 171 Pkw zugelassen. Das sind 27,5 Prozent (Vorjahr 27,6 Prozent). 49 694 oder 27,8 Prozent der im Main-Taunus-Kreis zugelassenen Pkw (Vorjahr: 27,7 Prozent) haben eine Halterin.

Verglichen mit dem Vorjahr stieg die Zahl der Frauen mit eigenem Auto um 548. Das entspricht einem Plus von 1,1 Prozent. Bei den Männern stieg die Zahl der Fahrzeughalter von 2016 auf 2017 um 870. Das entspricht einem Plus von 1,1 Prozent. Bei den Firmen kletterte die Zahl der Firmen-Pkw um 274. Das entspricht einem Plus von 0,6 Prozent.

Audi ist der Favorit der Damenwelt

Was die bevorzugten Modelle angeht, liegen Männer und Frauen laut Aral-Studie „Trends beim Autokauf 2017“ meist auf gleicher Wellenlänge.

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Was das Verhältnis von Männern und Frauen zu Autos betrifft, ist Vorsicht angebracht, was Studien und Erfahrungen angeht: „Männer haben Autos, Mädels haben Männer, die Autos haben“ beispielsweise ist weniger Machospruch als der Tatsache geschuldet, dass sich Männer mit frischem Führerschein häufig Partnerinnen suchen, die jünger sind und noch keinen haben. Und wenn’s dann zum Familienalltag kommt, lässt halt Papi den SUV auf sich zu, mit dem die Mami die Kinder herumkutschiert.

Könnte also sein, dass mehr Frauen mit eigenem Auto nur zum Teil ein Zeichen von Emanzipation sind und zum anderen eine Folge vermehrten Singledaseins. Das lässt sich aber im Moment nicht mit einer passenden Studie belegen. Die Frage „Wer hat beim Autokauf das Sagen?“ dagegen schon. Die kann sich ja logischerweise nur auf Paare beziehen. Nach den Erkenntnissen des Nissan Technical Center im britischen Cranfield werden weltweit 80 Prozent aller Autokaufentscheidungen direkt von Frauen beeinflusst. Befragt wurden Frauen aus Europa, Japan, China und den USA. Überraschung? Nicht für erfahrene Autoverkäufer wie Klaus Heschke: „Den Mann möchte ich sehen, der einen Autokauf nicht mit Frau oder Partnerin abspricht.“ Wenn nicht beide gleich gemeinsam ins Autohaus gehen.

(zds)

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