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Zwei Leidenschaften: Polarforscherin Dorte Sukavi findet ihren Ausgleich in der Kunst

Dorte Sukavi forscht in Polar- und Tiefseeregionen – und findet ihren Ausgleich in der Kunst.
Die andere Seite der Dorte Sukavi: Ihre Glaskunst mit den Lichteffekten präsentiert sie derzeit im Kelkheimer Kunstkaufhaus. Die andere Seite der Dorte Sukavi: Ihre Glaskunst mit den Lichteffekten präsentiert sie derzeit im Kelkheimer Kunstkaufhaus.
Kelkheim. 

Es läuft gut im Kelkheimer Kunstkaufhaus. Der im vergangenen Jahr gegründete Verein wächst langsam, liegt aktuell bei 23 Mitgliedern. Für 2018 haben die Macher um Vorsitzende Silke Offermann wieder ein buntes Programm geplant – darunter ein Auftritt von Entertainer Jürgen Nuffer mit einem Abend rund um die Kult-Band „U 2“.

Das Bild „Paris Bar“ mit den nackten Promis – von Klaus Wowereit (Mitte) über Boris, Becker, Karl Lagerfeld bis zu Claudia Schiffer Repro: Nietner Bild-Zoom
Das Bild „Paris Bar“ mit den nackten Promis – von Klaus Wowereit (Mitte) über Boris, Becker, Karl Lagerfeld bis zu Claudia Schiffer Repro: Nietner

Ende April steht der Gegenbesuch bei den französischen Künstlern aus der Bretagne mit einer Ausstellung in einem Fort an – dafür pauken die Teilnehmer schon fleißig die Sprache. Die Räume des ehemaligen Schlecker-Ladens an der Hornauer Straße sind den Künstlern wohl langfristig sicher – so dass sie positiv in die Zukunft schauen können. Und derzeit mit dem Skandal-Bild „Paris Bar“ von Mitglied Dimitri Vojnov für Aufsehen sorgen.

Von Cousteau fasziniert

Ein Baustein sind Ausstellungen von Gastkünstlern. Hier hat der Verein nun eine spannende Frau gewinnen können, der Kontakt kam bei einer Messe in der Stadthalle zustande. Unter dem Titel „Innere Gärten im Licht“ ist Dorte Sukavi noch bis zum 10. Februar im Kunstkaufhaus mit Glasinstallationen und Bildern zu Gast. Die 59-Jährige ist eine Frau, die zwischen zwei Welten wandelt: Kunst auf der einen, Wissenschaft auf der anderen Seite. Denn Dorte Sukavi ist Sektionsleiterin Marine Wirbellose (Schwämme und Korallen) in der Abteilung Marine Zoologie des Senckenbergmuseums. Ihre Schwerpunkte sind die Schwämme der Polar- und Tiefseeregionen. Die gebürtige Dänin ist Anfang der 1980er-Jahre nach Berlin gekommen, hat hier Geologie und Paläontologie studiert und arbeitet seitdem als Polar- und Meeresforscherin. Auf der Suche nach Korallen und Schwämmen hat sie achtmal die Antarktis und zweimal die Arktis auf mehrmonatigen Forschungstouren mit dem Schiff bereist, ist im Baikalsee getaucht, war in China und Afrika. Als Mädchen habe sie die Filme von Meeresforscher Jacques Cousteau verschlungen, das sei ihre Initialzündung gewesen. Sie ist in seine Fußstapfen getreten, hat in den Meeren so manche neue Art entdeckt und beschrieben.

Die eine Seite der Dorte Sukavi: In der Antarktis traf sie bei ihren Forschungsreisen auch auf die putzigen Kaiserpinguine. Bild-Zoom
Die eine Seite der Dorte Sukavi: In der Antarktis traf sie bei ihren Forschungsreisen auch auf die putzigen Kaiserpinguine.

Kunst und Forschung – wo ist ihre Leidenschaft größer? Diese Frage kann und will Dorte Sukavi nicht eindeutig beantworten. „Ich forsche in der Kunst und mache Kunst in der Wissenschaft. Die Synthese ist spannend.“ Sie liebe „die künstlerische Freiheit, die ich in der Wissenschaft nicht habe“, dort sei sie eben an Fakten gebunden.

Doch der anspruchsvolle Beruf bietet ihr Inspiration genug für ihr großes Hobby, betont die Bad Homburgerin, die mir ihrem Lebensgefährten in Klein-Karben derzeit ein traditionelles, gut 200 Jahre altes Gasthaus zu einem Atelier und Künstlertreff umbaut. Sie schwärmt von den Landschaften in der Antarktis bei Sonnenauf- und -untergang, von dem Farbenspiel, das sie trotz der „Arbeit rund um die Uhr“ immer wieder genießen konnte.

Lichtapfel und Eisvogel

Und das setzt sie in ihren Installationen um. So wird ihr „Lichtapfel“ von nur einer Quelle angestrahlt, bricht aber das Licht in verschiedene Richtungen, so dass zwei andere Glasbrocken rot und türkis glänzen. Wenn sie ihr Motiv „Eisvogel“, den sie an der Nidda immer wieder sieht, mit der Taschenlampe fixiert, dann wiederum wirft das Glasspiel bunte Bilder an die Decke – die noch dazu im Kreis tanzen, weil das Motiv an einem Faden hängt. So lassen sich bei vielen ihrer Werke Effekte entdecken, wobei sie gerne das Interferenzfilterglas mit seinen speziellen Eigenschaften, dann Kristalle, aber auch ganz gewöhnliche Scheiben oder alte Glasbausteine verwendet. „Die Natur, das Leben, das Licht inspirieren mich“, fasst Dorte Sukavi ihre Motivation zusammen. Und da muss sie dann noch die Pinguine nennen, von denen sie in der Antarktis fasziniert ist und denen sie schon ziemlich nahe kommen konnte. Das Motiv „kleine Eisberge“ hat einen dieser putzigen Freunde auch künstlerisch verewigt.

Kaufhaus der Kunst

Die Werke von Dorte Sukavi und vielen anderen Künstlern sind im Kelkheimer Kunstkaufhaus, Hornauer Straße 6, mittwochs von 15 bis 18 Uhr und samstags von 10 bis 14 Uhr zu sehen. Der Eintritt ist frei.

(wein)

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