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Verkehr: Dank Falschparkern rollt der Rubel

Im vergangenen Jahr nahm die Stadt rund 923 000 Euro durch Falschparker ein – rund 70 000 Euro mehr als im Vorjahr. Neuer Parkraum soll nun geprüft werden.
Hoher Parkdruck in der Rüsselsheimer Innenstadt: Insbesondere in der Marktstraße stehen nahezu rund um die Uhr Autos und Lastwagen im Parkverbot. Foto: Christian Preußer Hoher Parkdruck in der Rüsselsheimer Innenstadt: Insbesondere in der Marktstraße stehen nahezu rund um die Uhr Autos und Lastwagen im Parkverbot. Foto: Christian Preußer
Rüsselsheim. 

Das sind gute Nachrichten für die Stadtkasse: Wie aus dem Rathaus zu erfahren ist, hat Rüsselsheim im vergangenen Jahr 923 000 Euro durch Falschparker eingenommen. Im Jahr 2016 waren es noch 853 000 Euro. „Die Fahrerinnen und Fahrer werden immer dreister, ignoranter und rücksichtsloser“, kommentiert Sprecher Asswin Zabel das Plus in der Stadtkasse. Die Mehreinnahmen von 70 000 Euro seien ausschließlich durch das Verteilen von Strafzetteln bei Verstößen im ruhenden und fließenden Verkehr zusammengekommen, so Asswin Zabel.

Die zusätzlichen Einkünfte kommen für die Stadt nicht überraschend, wurde doch bereits vor einem Jahr verkündet, dass die Innenstadt seit Januar 2017 „durch die Stadtpolizei verstärkt bestreift“ wird.

Parkraum-Debatten sind in der Stadt keine Seltenheit. Erst in der vergangenen Woche wurde nicht zuletzt im Internet eifrig über eine nächtliche Abschlepp-Aktion in der Innenstadt diskutiert. „Die Rüsselsheimer Stadtpolizei greift bei Parksündern in der Innenstadt durch“, hieß es in einer Mitteilung aus dem Rathaus. Fotos zeigten Autos, die just von einem Abschleppdienst einkassiert wurden.

Kein einmaliger Einsatz

Doch wurden in jener Nachtaktion am Löwen- und Europaplatz sowie am Bahnhof nicht nur Fahrzeuge abgeschleppt, sondern auch reichlich Strafzettel verteilt. Allein in der Innenstadt seien bei dieser Kontrolle 73 Verwarnungen geschrieben und 15 Fahrzeuge abgeschleppt worden. Insgesamt seien es laut Stadt gar 111 Verwarnungen im gesamten Stadtgebiet gewesen. Die meisten abgeschleppten Wagen in dieser Nacht hatten übrigens GG-Kennzeichen.

Und wie aus dem Rathaus zu erfahren ist, soll es sich bei dieser Aktion um keinen einmaligen Einsatz gehandelt haben: „Es wird verschiedene Aktionen geben“, sagt Gabriele Wacker von der Pressestelle. Weitere Details will sie allerdings nicht verraten. Lediglich, dass die Kontrollen in nicht festgelegten Abständen erfolgen werden.

Verwarnung oder Bußgeld?

Knöllchen, Strafzettel, Verwarnungs- und Bußgeld: Umgangssprachlich werden diese Begriffe oft synonym verwendet. Aber es gibt Unterschiede, etwa bei Verkehrsverstößen.

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Bei den meisten Rüsselsheimern kam die Aktion gut an: „Richtig so!“, „Weiter so!“, „Endlich!“ und „Notwendigkeit!“ lauteten einige der zustimmenden Kommentare. Und hatte bereits der ehemalige Oberbürgermeister Patrick Burghardt (CDU) zu verschiedenen Anlässen ein rigoroses Vorgehen gegen Falschparker gefordert, so will der neue Rathauschef Udo Bausch (unabhängig) diesen Kurs nun fortsetzen: „Beim wilden Parken müssen wir durchgreifen“, sagt er.

Neben erweiterten Verkehrskontrollen bringt er auch neuen Parkraum in der Innenstadt ins Spiel: Zwar stünden Parkhäuser bereit, doch zeige sich, dass viele Leute nicht so weit laufen wollen. „Daher müssten weitere legale Parkplatzangebote geschaffen werden. Wo genau die zusätzlichen Parkplatzangebote im zentralen innerstädtischen Bereich geschaffen werden können, ist allerdings noch zu prüfen“, sagt Udo Bausch.

Marianne Flörsheimer (Linke / Liste Solidarität), just zur ehrenamtlichen Rüsselsheimer Dezernentin für Mobilitäts- und Verkehrsentwicklung ernannt, sagt: „Die Leute halten sich immer weniger an Regeln.“ Insbesondere rund um das Adam-Opel-Denkmal in der Marktstraße werde wild geparkt. „Die Leute verstehen es leider nur, wenn es Sanktionen gibt“, sagt sie. Ihrer Meinung nach findet in der Innenstadt noch zu viel Verkehr statt: Der öffentlicher Personennahverkehr müsse ausgebaut und Geschwindigkeitskontrollen ausgeweitet werden, auch ein attraktiver Fahrrad-Verleih könnte Abhilfe gegen den hohen Parkdruck bringen. „Ansonsten bleibt uns nur, an den Verstand der Leute zu appellieren.“

Kurzzeitparkplätze

Melanie Enders von der Buchhandlung Kapitel 43 mit Sitz an der Marktstraße bestätigt: „Die Straße ist oft zugeparkt. Unsere Kunden fragen immer wieder, ob hier in der Straße Parkplätze wären.“ Für die Buchhändlerin spreche nichts dagegen, in der Marktstraße zumindest Kurzzeitparkplätze zu implementieren: „Der Platz ist da, außerdem ist es ja auch eine Einbahnstraße. Da kann eigentlich nichts passieren.“ Doch ist auch sie der Meinung, dass es in Rüsselsheim eigentlich genügend Parkplätze gibt: „Auch am Main kann man sein Auto parken, und der Weg von dort bis in die Innenstadt ist ja nun auch nicht besonders weit.“

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KOMMENTAR

Schon seit einer ganzen Weile werden im Internet unter dem Begriff #Falschparker Bilder von spektakulär schlecht geparkten Autos veröffentlicht.

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