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Schulden des Kreises Groß-Gerau: Haushalt mit kleinem Plus: Überschuss von vier Millionen Euro

Auf 214 Millionen Euro Schulden sitzt der Kreis. Trotz eines kleinen Plus für 2018 warnt Landrat Will vor einem „mühevollen Weg“.
Landrat Thomas Will hat im Kreistag den Haushalt 2018 eingebracht. Foto: Kreis GG Landrat Thomas Will hat im Kreistag den Haushalt 2018 eingebracht.

Der Schuldenberg des Kreises Groß-Gerau nimmt etwas ab. Stand der Kreis 2013 noch mit 264 Millionen Euro in der Kreide, werden es Ende des nächsten Jahres knapp 50 Millionen Euro weniger sein. 214 Millionen aber bedeuten, dass „wir den Gürtel nicht locker lassen dürfen“, betonte Landrat Thomas Will (SPD) bei der Einbringung des 650 Seiten umfassenden Zahlenwerkes für 2018 in den Kreistag.

Erstmals seit vielen Jahren wieder weist der Entwurf einen geringen Überschuss auf: 375 Millionen Euro an Erträgen stehen 371,4 Millionen Ausgaben gegenüber. Mit Spannung werden die Kämmerer der 14 Städte und Gemeinden die Kreishebesätze zur Kenntnis nehmen: Die sind mit knapp 36 Prozent für die Kommunen ohne eigene Schulträgerschaft, für die Stadt Rüsselsheim mit 40,7 von Hundert festgesetzt. Die Schulumlage beträgt 19,3 Punkte.

Die augenblicklich positive Entwicklung beruhe auf zwei schwachen Pfeilern, betonte der Landrat: Der guten Wirtschaftslage sowie dem niedrigen Zinsniveau. Breche einer der Pfeiler weg, gerate das ganze Haus in Schieflage. Die Hilfe des Landes, durch die Hessenkasse zur Mitte 2018 alle Kassenkredite abzulösen, nehme man gleichwohl gerne entgegen. Dadurch wäre man in der Lage, alle Kassenkredite innerhalb von 20 Jahren zu tilgen. Ohne diese Hilfe würden 45 Jahre vergehen. Will: „So oder so, wir müssen einen langen mühevollen Weg gehen.“

Mehr Einwohner

Der Kreis könne stolz sein auf die Leistungen, die er als Schulträger, als Partner des Landes, und als Träger der Sozialhilfe erbringe. Andererseits würden die Aufgaben stetig wachsen, beispielsweise durch die prognostizierte starke Zunahme der Einwohnerzahlen. Bis zum Jahre 2022 werde sich die Zahl der Grundschüler um 1200 erhöhen. Das erfordere einen Mehrbedarf von 60 Klassenräumen oder ein Ausbauvolumen von 48 Millionen Euro.

Immer stärker schlagen die Ausgaben für die soziale Sicherung zu Buche: 2018 fließen 68 Prozent aller Kreisaufwendungen in die sozialen Leistungen. Sie erhöhen sich alleine für die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung 2018 um fünf Millionen Euro.

In seiner Haushaltsrede legte der Landrat erneut ein Bekenntnis zur Kreisklinik ab: Vieles habe sich dort zwischenzeitlich bewegt: „Es ist neuer Schwung zu spüren, die Infrastruktur für eine erfolgreiche Zukunft wird Schritt für Schritt aufgebaut.“ Dies schlage sich zwar noch nicht in Einnahmen und erhofften Behandlungszahlen nieder. „Doch 2018 wird sich das Defizit auf die prognostizierte Summe einpendeln.“

Um Solidarität bat der Landrat die Städte und Gemeinden des Kreises, als er auf die Hebesätze zu sprechen kam: 2018 wird mit 130,5 Millionen Euro aus der Kreisumlage kalkuliert. Dies sei die einzige größere Einnahmequelle. „Aber das ist kein Selbstzweck – der Kreis, das sind alle Kommunen. Und diese bekommen früher oder später ihr Geld in Leistungen zurück“, so Will.

Ein Beispiel dafür seien Investitionen in Höhe von 24,5 Millionen Euro für Schulen. Schließlich werden auch Pläne, in der Wilhelm-Seipp-Straße einen weiteren Neubau für die Verwaltung zu errichten, konkreter. Bisher angemietete Räumlichkeiten des Überlandwerkes in der Stadtmitte seien gekündigt worden. Der Personalbestand habe sich aber um 120 Mitarbeiter erhöht und man wolle nicht ewig Miete bezahlen. Außerdem sei zu erwarten, dass durch neue gesetzliche Aufgaben die Zahl der Bediensteten weiter ansteigen wird, so der Landrat.

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