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Messerattacke auf dem Sportplatz: Rüsselsheimer verletzt früheren Liebhaber seiner Ehefrau schwer

Von Vor den Augen seines sechsjährigen Sohnes hat ein Buchhalter (31) aus Rüsselsheim vor sieben Monaten einen ehemaligen Freund und früheren Liebhaber seiner Ehefrau mit einem Stich in die Brust schwer verletzt.
Mit dem Messer soll der Angeklagte auf den frühreren Liebhaber seiner Ehefrau eingestochen haben.Der Mann wurde schwer verletzt. Mit dem Messer soll der Angeklagte auf den frühreren Liebhaber seiner Ehefrau eingestochen haben.Der Mann wurde schwer verletzt.
Darmstadt/Trebur. 

Vorausgegangen war der Messerattacke des 32-jährigen Buchhalters aus Rüsselsheim ein Ehestreit mit seiner ein Jahr jüngeren Frau. Er warf ihr vor, sich nicht ausreichend um die beiden gemeinsamen Kinder gekümmert zu haben. Gestern begann vor der Schwurgerichtskammer am Landgericht Darmstadt der Prozess um einen Fall, der für einen womöglich Unbeteiligten fast tödlich geendet hätte.

Kammervorsitzender Volker Wagner hatte für den Vormittag des ersten Verhandlungstages sämtliche an dem Geschehen auf dem Sportplatzgelände in Trebur Beteiligte als Zeugen geladen. Viel Erhellendes trugen sie zum eigentlichen Geschehen nicht bei. Oberstaatsanwalt Knut Happel versuchte immer wieder, dem Erinnerungsvermögen der Zeugen auf die Sprünge zu helfen. Meist vergebens.

Beschimpfungen online

Laut Anklage hatte es auf Facebook und per SMS immer wieder gegenseitig üble Beschimpfungen der Eheleute gegeben, nachdem sich das Paar getrennt hatte und die 31-Jährige mit den beiden Kindern bei einer Freundin in Königstätten untergekommen war. Während der Ehemann einräumte, kein Kind von Traurigkeit zu sein, wies seine Noch-Ehefrau (Scheidung ist für Oktober vorgesehen) derartiges weit von sich. Sie sagte, sie lebe jetzt im Bayerischen um ihrer Kinder willen. Einen Freund habe sie nicht.

Am Tattag, Montag, 13. März 2017, habe er seinen Sohn beim Fußballtraining in Trebur auf dem Sportplatz besuchen wollen, berichtete der Angeklagte. Zufällig sei er mit seinem Cabrio dem Opel seiner Noch-Ehefrau begegnet, die mit ihrem Ex-Liebhaber und gleichzeitig seinem Ex-Freund, ebenfalls auf dem Weg zum Sportplatz gewesen sei. Weil er seinen ehemaligen Freund für schlechten Umgang für seine Kinder halte, habe er seiner Frau verboten, die Kinder und diesen Mann zusammenzubringen. Daran habe sie sich nicht gehalten. Weshalb er in Wut geraten sei und gegen das Auto getreten und geschlagen habe.

Situation eskaliert

Auf dem Parkplatz am Sportplatz sei die Situation eskaliert, weil noch ein weiterer Freund und Arbeitskollege des Ex-Freundes zu dem Duo im Auto gestoßen sei. Was dann folgte, liest sich in der Anklage dramatischer, als es der 31-Jährige wahrhaben will. In der Klageschrift heißt es, der 31-Jährige habe eine Scheibe des Opels eingeschlagen und mit Schlägen und Tritten gegen die Beifahrertür diese mit einer großen Beule versehen. Warum der Begleiter der Frau aus dem Wagen ausstieg und warum es dann zu einer handgreiflichen Auseinandersetzung der beiden Männer kam, wird das Gericht noch zu klären haben. Die Aussagen am Mittwoch gingen deutlich auseinander. Fest steht bisher nur, dass der Begleiter der Frau einen Stich in den Brustkorb bekam, der zum Kollaps eines Teils der Lunge führte. Der Schwerverletzte konnte noch über ein Gebüsch springen, bevor er zusammenbrach.

Sein Kumpel flüchtete. Der 31-Jährige verfolgte ihn eine kurze Strecke weit, bis in ein nahe gelegenes Feld. Dann gab er die Verfolgung auf. Kurz nach dem Geschehen am Sportplatz in Trebur fuhr der 31-Jährige zu seinen Eltern in Ginsheim-Gustavsburg. Dort nahm ihn wenig später eine Streife der Polizei fest. „Widerstandslos und ohne Gegenwehr“, so ein Beamter, „ließ er sich die Handschellen anlegen und stieg in den Polizeiwagen.“ Auf der Wache in Groß-Gerau habe er keine Angaben gemacht, sei aber in Tränen ausgebrochen und habe einen Anwalt verlangt, aber nur spärliche Angaben gemacht.

Kein gutes Haar ließ gestern eine Freundin (31) der Noch-Ehefrau an dem Angeklagten. Er sei dagegen gewesen, dass sie und ihre Freundinnen der Ehefrau „das wahre Leben“ in Clubs und Discos im Rhein-Main-Gebiet zeigten. Die Angestellte einer Kinderarztpraxis vermochte nicht einzusehen, warum eine Mutter von zwei Kindern nicht auch bis morgens um fünf Uhr durch die Discos ziehen dürfte. Was man ausgiebig, sehr zum Unmut des Angeklagten, getan habe.

Der Prozess geht heute weiter. Das Urteil wird im Oktober erwartet.

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