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Kontroverse: „Ständige Gefahr für Leib und Leben“

Anwohner rund um die Industriestraße haben die Bürgerinitiative „Für Asyl In Raunheim (FAIR)“ gegründet. Sie kritisieren den Standort für die geplante Unterkunft für Asylbewerber. Der Bürgermeister hält dagegen.
Das Grundstück für die geplante Unterkunft ist zu klein und zu abgeschottet, findet die Bürgerinitiative. Zudem sei es nur über das Grundstück der benachbarten Werkstatt erreichbar. Das Grundstück für die geplante Unterkunft ist zu klein und zu abgeschottet, findet die Bürgerinitiative. Zudem sei es nur über das Grundstück der benachbarten Werkstatt erreichbar.
Rüsselsheim. 

„Wir haben uns zusammengetan, weil wir glauben, dass der Stadt Raunheim, die auf dem Hinterhof der Autowerkstatt Bergmann ein Flüchtlingswohnheim bauen will, die Lebensbedingungen und die Gesundheit der Flüchtlinge gleichgültig sind“, heißt es in einer Mitteilung der neu gegründeten Bürgerinitiative (BI) „Für Asyl In Raunheim“.

Den Vorstand der BI bilden Thomas Schleidt, Gutachter einer auf dem Grundstück ansässigen Kraftfahrzeug-Werkstatt, und Constanze Gross; ihr Mann Alexander führt die benachbarte staatlich anerkannte Schule „Kick Point“. Alle drei haben sich bereits kritisch über die Pläne für eine Unterkunft für Asylbewerber geäußert.

 

Menschen abgeschottet und isoliert

 

Schleidt gab bei einer Informationsveranstaltung zu Bedenken, dass der Zugang für die Unterkunft geregelt werden müsse. Die Asylbewerber müssten nämlich auf dem Grundstück an der Werkstatt vorbeilaufen, einen anderen Zugang gibt es nicht.

Alexander Gross hatte auf der Veranstaltung von Existenzängsten gesprochen. Eltern wollten wegen der Unterkunft ihre Kinder von der Schule abmelden. Dies haben Alexander und Constanze Gross bereits bei einer Umfrage dieser Zeitung geäußert. Sie hatten damals auch die Abgeschiedenheit des Standorts kritisiert. Die Asylbewerber hätten keine Möglichkeit für eine Integration.

Von der Existenzangst ist in der Mitteilung keine Rede. Im Fokus stehen stattdessen die Lage des Grundstücks in der Industriestraße und die Gefahrenquelle, die von der Kraftfahrzeug-Werkstatt ausgeht. Es wird betont, dass die Unterkunft nur über das Betriebsgelände erreicht werden kann. „Der Durchgang ist derzeit wegen der betriebsbedingten Gefahren für Nichtberechtigte untersagt“, wird in der Mitteilung betont.

Der Zugang zu dem Gelände sei nicht ohne Grund für Privatpersonen gesperrt, doch jetzt solle er als öffentlicher Durchgang freigegeben werden. Das geplante Grundstück verfüge über keinerlei Ausgangsflächen. Verlassen die Menschen die Unterkunft, würden sie sich direkt auf dem Werkstattgelände befinden.

Die BI berichtet von scharfkantigen Karosserieteilen, Explosions- und Vergiftungsgefahr. Besonders für Kinder seien verbeulte Autos aber eine Attraktion. „Der Aufenthalt auf dem Gesamtgelände ist mit einer ständigen Gefahr für Leib und Leben der untergebrachten Personen verbunden“, warnt die BI. Eine Behörde, die in Kenntnis dieser Gefahren das Vorhaben genehmige, handle vorsätzlich.

Die BI stellt in Frage, dass auf der relativ kleinen Fläche 150 Menschen leben sollen. Der Eigentümer verdiene mit der Unterkunft 50 000 Euro monatlich. „Ein geniales Vermarktungskonzept für ein Grundstück, das sonst nichts bringt“, so die BI weiter. Die Menschen seien abgeschottet und isoliert. In der Stadt gebe es ausreichend Flächen für eine Einrichtung für Asylbewerber. Die BI schlägt als Alternative das Grundstück des Edeka-Marktes in der Straße „An der Lache“ vor, der Markt solle bis Ende des Jahres aufgegeben werden.

Die BI hat nun Bürgermeister Thomas Jühe und die Stadtverordneten zu einer Ortsbesichtigung am Samstag, 15. August, um 17 Uhr in der Industriestraße eingeladen.

 

Stadt nicht beteiligt an Verhandlungen

 

Der Rathauschef reagierte bereits auf die Mitteilung. Die Informationen der BI seien unzutreffend, respektive nicht mehr aktuell. Die Stadt sei weder Initiator noch Entscheidungsträger. Bei den Verhandlungen zwischen Investor und Kreis sei die Stadt nicht direkt beteiligt. Der Eigentümer der Fläche wolle das Mietverhältnis mit der Werkstatt beenden. Deshalb seien die Annahmen über Gefährdung der Asylbewerber, die Enge der Bebauung und des Zugangs unzutreffend.

Nach seiner persönlichen Einschätzung, werde das Projekt ohnehin nicht realisiert, weil der Investor sich schon längere Zeit nicht mehr gemeldet habe.

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