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Behördennummer: Unter der Nummer 115 gibt’s Antworten

Die Rufnummer 115 soll der kurze Draht für alle Behördenfragen sein. Wir haben den Service getestet – mit überraschendem Ergebnis
Macht sich für die Behördennummer 115 stark: Heike Neger von der Stabsstelle Interkommunale Zusammenarbeit im Landratsamt Groß-Gerau. Foto: Hans Nietner (Hans Nietner) Macht sich für die Behördennummer 115 stark: Heike Neger von der Stabsstelle Interkommunale Zusammenarbeit im Landratsamt Groß-Gerau.
KREIS GROSS-GERAU. 

Jedes Kind kennt die Notrufnummern 110 und 112. Jetzt kommt jedoch noch eine neue Rufnummer hinzu: Die 115. Leben retten kann sie nicht – aber sie kann Ärger, Aufwand und Zeit sparen helfen. Wer die Behördenrufnummer 115 wählt, erhält aus kompetenter Quelle Auskunft zu den meisten Fragen, die ihn zu Behörden führen könnten. Das gilt für alle Verwaltungsebenen und Lebenslagen.

Wo Aufgebot bestellen?

Beispiele für Fragen und Probleme gibt es zuhauf: Was brauche ich, um mein Auto zuzulassen, einen Bauantrag zu stellen, wann wird welche Mülltonne abgefahren, wo kann ich mein Aufgebot bestellen? Die Superrechner bei der 115 wissen (fast) alles.

Sie sind skeptisch? Das Rüsselsheimer Echo hat es probiert und bei der Nummer angerufen. „Guten Tag, hier ist das 115-Service-Center Frankfurt, was kann ich für Sie tun?“ Test-Frage: „Ich wohne in Rüsselsheim und will mein Aufgebot bestellen, wo muss ich mich melden?“ Wie aus der Pistole geschossen kommt die Antwort: „Bitte wenden Sie sich an das Standesamt in Rüsselsheim, dort kann man Ihnen weiter helfen.“ Es folgen Telefonnummer, E-Mail-Adresse und Ansprechpartner. Auf Wunsch erfährt man sogar, welche Unterlagen notwendig sind.

Warum meldet sich das Servicecenter in der Mainmetropole Frankfurt? „Weil es für ganz Südhessen zuständig ist“, sagt Heike Neger von der Stabsstelle interkommunale Zusammenarbeit im Landratsamt des Kreises Groß-Gerau. Sie und ihre Kolleginnen werben schon seit fünf Jahren dafür, dass sich immer mehr Kommunen dem 115er-Verbund anschließen und ihre Daten dorthin melden. Je mehr Kommunen mitmachen, desto kompetenter werden die Auskünfte.

Seit Langem dabei sind die Städte entlang der Mainschiene, darunter auch Rüsselsheim. Die Kreisverwaltung hat ihren Beitritt zur Jahresmitte perfekt gemacht, Trebur will sich zum Jahreswechsel anschließen. Es fehlen die drei südlichsten Kreisgemeinden, auch Nauheim zögert noch. Dabei bietet der neue Service viele Vorteile für die Bürger und trägt außerdem dazu bei, die örtlichen Verwaltungsmitarbeiter zu entlasten. Auch das Argument der fehlenden Bürgernähe sticht nicht: Um ihre Anliegen zu erledigen, müssen die Antragsteller ohnehin früher oder später zur Gemeindeverwaltung vor Ort gehen.

Bundesweiter Service

Dabei ist die Behördenrufnummer 115 beileibe keine südhessische Angelegenheit, sondern eine bundesweite Einrichtung, die seit 2009 von der Regierung vorangetrieben wird. Auch das Land Hessen fördert sie. Das Call-Center in der Mainmetropole Frankfurt ist eine von zwischenzeitlich über 50 derartiger Auskunftsstellen, die wiederum untereinander vernetzt sind. Das ist wichtig, wenn man länderübergreifende Auskünfte einholen will.

Und noch einen großen Vorteil bietet die Hotline: Sie ist täglich von 8 bis 18 Uhr zu erreichen, während bei vielen Verwaltungen schon am Nachmittag nur der Anrufbeantworter zu hören ist. Die Erfahrung zeigt, dass 65 Prozent aller gestellten Fragen sofort beantwortet werden können. Diese Zahl geben zumindest die Macher hinter der Nummer an. Gibt es größere Probleme, bieten die Mitarbeiter einen Rückruf innerhalb von 24 Stunden an. Sie haben den Ehrgeiz, möglichst alle Fragen rasch zu klären, heißt es auf der Internetseite des Bundes.

Es läuft schleppend

Inzwischen haben fast 50 Prozent der Bevölkerung in Deutschland die Möglichkeit, sich der 115-Service-Nummer zu bedienen. Doch die Aktion läuft lediglich schleppend an: Rund fünf Millionen Anrufe wurden zuletzt pro Jahr registriert. In Frankfurt waren es gut 200 000. „Die 115 ist bisher kaum beworben worden“, sagt Heike Neger im Landratsamt. Das soll sich in naher Zukunft ändern. Denn: „Es ist so einfach, sich die Nummer 115 einzuprägen.“

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