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Bedientheken: Weniger Plastik auf dem Kassenband

Von Einkaufen und weniger Plastikmüll verursachen ist jetzt auch an der Bedientheke beim Edeka-Center Haller in Raunheim möglich. Alles was man braucht, ist eine saubere Dose.
Sicher verpackt, ganz ohne Müll: Bei Edeka in Raunheim kann man an den Frischetheken mit der eigenen Box einkaufen. Bilder > Sicher verpackt, ganz ohne Müll: Bei Edeka in Raunheim kann man an den Frischetheken mit der eigenen Box einkaufen.
RAUNHEIM. 

An der Käsetheke ist der Ablauf für alle Beteiligten noch etwas ungewohnt: Box auf ein Tablett stellen, Box befüllen lassen, Box vom Tablett nehmen und den Barcode-Zettel draufkleben. Keine Frage, mit „100 Gramm Butterkäse, bitte“ ist es nicht getan, wenn man im Edeka-Center Haller in Raunheim Käse möchte und etwas für die Umwelt tun will. Der Kunde muss schon etwas aktiver mitarbeiten, und auch die Fachverkäufer wenden andere Handgriffe an.

Seit Anfang August überlässt Ingo Haller seinen Kunden, ob sie ihre frischen Waren von den drei Bedientheken – Fleisch, Käse und Fisch – weiterhin in mehrere Lagen Plastik eingewickelt haben wollen, oder sie einfach in der mitgebrachten Box mit nach Hause nehmen. „Das ist ein erster Schritt in der Müllvermeidung“, sagt Haller.

Auf dem richtigen Weg

Der deutschlandweit bei Edeka angebotene Service sei für die einzelnen Marktbetreiber nicht verpflichtend, erzählt er. „Aber ich bin davon überzeugt, dass wir damit auf dem richtigen Weg sind“, so Haller. Deshalb habe er die langfristig angedachte Aktion auch direkt auf seinem Facebook-Profil geteilt. „Die Rückmeldungen waren ausschließlich positiv“, erzählt er.

Im Markt selbst gibt es an den Theken noch keine Hinweise auf das neue, plastikfreie Einkaufen. Bald sollen aber auch die digitalen Werbetafeln an den Theken die Möglichkeit dazu kommunizieren, erzählt Fleischerei-Abteilungsleiter Alessandro Pirazzi. Er und seine Mitarbeiter wurden geschult, das Prinzip kennt er genau: „Die vom Kunden mitgebrachte Box sollte sauber sein. Dann wird sie ebenfalls vom Kunden auf das Tablett gestellt“, sagt er. Das ist wichtig, denn die Hygienevorschriften sollen eingehalten werden. „Hier gibt es einen sogenannten weißen Bereich“, erklärt Pirazzi und zeigt auf den Abschnitt zwischen Glastheke und Arbeitsfläche, in der das Fleisch liegt.

Mit oder ohne Papier

Damit dort keine Verschmutzung von außen hingelangt, wird das Tablett benutzt. Gewogen wird die gewünschte Ware dann trotzdem auf beschichtetem Papier – der Sauberkeit wegen. „Der Kunde kann entscheiden, ob er das Papier mit in die Box haben möchte“, so Pirazzi. Weggeworfen wird es dann so oder so, aber immerhin fällt die Plastikverpackung außen herum weg. Anschließend reicht der Verkäufer das Tablett über die Theke und der Kunde nimmt die Box selbst heraus, klebt den Barcode-Aufkleber für die Kasse darauf und geht seiner Wege. „Wenn der Kunde so konsequent einkauft, kann das Plastik sparen“, findet Alessandro Pirazzi. Dazu gehöre aber auch, dass man einzelne Boxen für verschiedene Fleischsorten mitbringt.

In der Praxis seien es derzeit eine Handvoll Leute, die aktiv auf ihren Plastikverbrauch an der Bedientheke achten, schätzt Pirazzi. „Aber der Trend wird ja stärker“, weiß er.

Freilich kommen die Waren, bis auf Schweinefleisch in Papier, für die Bedientheke von den Lieferanten schon in Plastik verpackt an. „Die Hygienestrecke darf nicht unterbrochen werden“, argumentiert Ingo Haller. Als Kunde dann auf noch mehr Plastik beim Kauf zu verzichten, wäre dann immerhin eine Maßnahme. „Die Patentlösung wird kommen“, da ist sich der Marktleiter sicher. „Man muss nur wenigstens mal irgendwo anfangen.“

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